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Kampf für Solarenergie Vom belächelten Tüftler zum Solarpionier

Seit 50 Jahren kämpft Josef Jenni für die Solarthermie – trotz Konkurrenz durch Wärmepumpen und Photovoltaik.

Josef Jenni war einer der ersten, der sich in der Schweiz für die Verwendung der Sonnenenergie eingesetzt hat. Er baute in den 1980er-Jahren das erste komplett sonnenversorgte Haus der Schweiz und war lange Zeit eine politische Stimme für die Solarenergie. 1976 gründete er ein Einzelunternehmen. Heute, 50 Jahre später, beschäftigt er rund 80 Mitarbeitende.

Ein Haus mit Solardach, davor ein Bad mit geheiztem Wasser.
Legende: Badespass im geheizten Wasser 1989 in Jennis Sonnenhaus in Oberburg BE – alles geheizt mit Solarwärme. ZVG

Doch Jennis Leidenschaft für Sonnenenergie war nicht von Anfang an da. Im Gegenteil: Als Kind war Josef Jenni hell begeistert von Kernkraftwerken. Aber während seiner Ausbildungszeit zum Elektroingenieur an der Technischen Hochschule hat er angefangen – als einer der wenigen Studierenden –, die Kernkraft zu hinterfragen und kritische Fragen zu stellen. Er habe realisiert, dass er nicht nur dagegen demonstrieren könne, sondern auch Alternativen bieten müsse.

Meine Lehrer haben mir erklärt, dass sich Elektroingenieure nicht mit warmem Wasser herumschlagen sollten.
Autor: Josef Jenni Solarpionier

Seine erste Sonnenenergie-Anlage habe er auf dem Haus seiner Eltern gebaut – nach einer Zeichnung im WWF-Magazin. «Ich war positiv überrascht, dass man damit sogar kochendes Wasser machen konnte.» Dieser Moment sei für ihn ein Kick gewesen – er habe realisiert, dass er auf diesem Sektor arbeiten möchte. Viele Leute hätten jedoch keine Freude an diesem Entscheid gehabt.

Josef Jenni auf einer orangefarbenen Hebebühne in einer Industriehalle.
Legende: Josef Jenni wollte immer schon einer sinnstiftenden Arbeit nachgehen, was für ihn die Arbeit im Solarenergie-Sektor bedeutet. SRF/Andreas Lüthi

«Meine Lehrer haben mir erklärt, dass sich Elektroingenieure nicht mit warmem Wasser herumschlagen sollten, das sei schade um meine Ausbildung, die der Kanton Bern bezahlt habe.»

Mein einziges Startkapital war die Zusicherung meiner Mutter, die sagte: ‹Josef, wir geben dir noch lange zu Essen.›
Autor: Josef Jenni Solarpionier

Angefangen habe er ganz ohne Geld – nur mit der Zusicherung, dass seine Eltern ihn weiterhin ernähren würden, erzählt Josef Jenni. «Mein einziges Startkapital war die Zusicherung meiner Mutter, die sagte: ‹Josef, wir geben dir noch lange zu Essen.›»

Der Visionär kämpft bis heute für seine Technologie

Seit ihren Anfängen setzt seine Firma auf Solarthermie. Dabei erwärmen Sonnenkollektoren auf Dächern Wasser und dieses wird in grossen Tanks für die kalten Jahreszeiten gespeichert. Es ist eine Technologie, die wegen der boomenden Kombination Photovoltaik mit Wärmepumpe ins Hintertreffen geraten ist.

Zwei grosse, rote Solartanks in einer Werkhalle.
Legende: In diesen Tanks kann Wärme gelagert werden. SRF/Andreas Lüthi

Photovoltaik ist günstiger als die thermischen Systeme von Jennis Firma. «Ich bin nicht gegen Photovoltaik», sagt Josef Jenni. Das Problem sei aber, dass nicht der gesamte Strom daraus verwertet werden könne. Deshalb engagiere sich seine Firma dafür, dass der PV-Überschussstrom thermisch verwertet wird. Heute baut die Firma ihre grossen Speichertanks auch für Wärme, die mit Sonnenstrom, Wärmepumpen, Holzschnitzel oder als Abwärme in Industriebetrieben produziert wurde. «Die Energiewende ist auch eine Speicherfrage», so Jenni.

Der Betrieb bleibt in der Familie

Sein Sohn und eine seiner Töchter sind heute in der Firma aktiv, damit ist die Nachfolge geregelt. Dafür werde er von anderen Unternehmern beneidet, so Jenni.

Mann steht vor grossem roten Zylinder in einer Lagerhalle.
Legende: Die Firma von Josef Jenni in Oberburg im Emmental feiert in diesen Tagen das 50-Jahr-Jubiläum. SRF/Andreas Lüthi

Beharrlichkeit sei seine beste, aber auch seine schlechteste Eigenschaft, sage seine Frau jeweils. «Am Anfang wurde ich eher belächelt», sagt Josef Jenni rückblickend. Die Möglichkeiten der Solarenergie seien völlig unterschätzt worden, sämtliche Fachpersonen seien überzeugt gewesen, dass ganzjährig solarversorgte Häuser im Schweizer Mittelland nie funktionieren würden. «Es war schön, zu beweisen, dass es eben doch funktioniert.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6.5.2026, 17.30 Uhr ; 

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