Die Schweizer Armee schafft US-amerikanische F-35-Kampfflieger an. Wie viele und zu welchem exakten Preis ist noch unklar. Sicher ist sich das VBS, dass der erste Jet pünktlich ab Mitte 2027 in die Schweiz geliefert werde.
Damit diese Flugzeuge ihren Dienst leisten können, braucht es eine entsprechende neue Infrastruktur. Nicht nur Hangars, auch Räume für Simulatoren für die Ausbildung der Piloten oder für die Planung der Einsätze sind notwendig. Auf den Militärflugplätzen Payerne, Meiringen und Emmen muss deshalb rechtzeitig umgebaut sein.
Doch genau dies stellt die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK in einem aktuellen Bericht in Frage.
EFK-Bericht benennt Schwierigkeiten
Beim Militärflugplatz Payerne haben die Bauarbeiten im Frühjahr 2025 begonnen. Ein halbes Jahr verspätet, so die EFK. Die eingeplanten Reserven seien bereits aufgebraucht.
Bei den Militärflugplätzen Meiringen und Emmen betrage die Verspätung mindestens ein Jahr. Die Verantwortlichen hätten den Zeitbedarf unterschätzt, so lautet die Kritik im Bericht der Finanzkontrolle.
Ich bin zuversichtlich, dass wir alles rechtzeitig übergeben können.
Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse beschwichtigt. Marcel Adam, Leiter Kompetenzbereich Immobilien, ist für die Bauprojekte zuständig. Er sagt, dass Bauvorhaben und Inbetriebnahme der Jets aufeinander abgestimmt seien. «Ich bin zuversichtlich, dass wenn die Baustelle so weiterläuft, dass wir alles rechtzeitig übergeben können.»
Sollten die Flugplätze aber nicht rechtzeitig bereit sein, wäre eine Zwischenstationierung möglich. Doch Marcel Adam schliesst das aus. «Heute stehen in der Schweiz genügend Hangarplätze für die künftigen F-35 zur Verfügung.»
Die Umbauprojekte sollen 200 Millionen Franken kosten. Deutlich mehr, als ursprünglich geschätzt und genehmigt: Das Parlament sprach im Jahr 2022 einen Kredit über 120 Millionen Franken.
Es braucht einen Nachtragskredit
Diese Summe schätzte das VBS drei Jahre bevor überhaupt klar war, dass die Schweiz den F-35 beschafft. Also im Unwissen, was die Anforderungen an Flugplätze, Betrieb und Unterhalt sind.
Diese Kostenschätzung sei untauglich gewesen, kritisiert jetzt die Finanzkontrolle. So würden wir das nicht mehr machen, sagt die Armasuisse. Und die insgesamt 200 Millionen Franken genügen nur für das Nötigste.
«Wenn wir die Umbauarbeiten umsetzen, kann der Flugbetrieb wie von der Armee benötigt, aufgenommen werden», sagt Marcel Adam vom Bundesamt für Rüstung. Dann könne der F-35 in der Schweiz fliegen.
Damit alles realisiert werden kann, ist ein Nachtragskredit notwendig. Der Antrag dazu soll dieses Jahr gestellt werden.
Zudem gibt es bei Armasuisse noch weitere Bauprojekte, welche in Zusammenhang mit dem neuen Kampfjet stehen. «Diese Projekte umfassen in erster Linie Unterhaltsarbeiten an bestehenden Gebäuden, die künftig auch für den F-35 genutzt werden und neue Infrastrukturen, die aber für die Aufnahme des Flugbetriebs im Moment nicht zwingend sind und zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können», sagt Marcel Adam.
Diese Projekte würden noch einmal rund 50 Millionen Franken kosten, rechnet die EFK in ihrem Bericht vor. Und bemängelt: Transparenz über die gesamten Kosten für alle Bauprojekte, die mit der Beschaffung des F-35 zusammenhängen.