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Kinderhospiz in Zürich Das Flamingo Kinderhospiz bietet mehr als nur Pflege

  • Das Kinderhospiz in Fällanden ist erst das zweite schweizweit, das unheilbar kranke Kinder betreut.
  • Es bietet Platz für acht Kinder und ihre Familien.
  • Finanziert wird es hauptsächlich über Spenden.

Am 6. Januar ist für schwerstkranke Kinder und ihre Familien ein besonderer Tag: Dann macht das «Flamingo Kinderhospiz» in Fällanden seine Türen auf. Es soll ein Ort der Geborgenheit sein für Kinder, die keine Aussicht auf Genesung mehr haben. Und ein Ort zum Durchatmen für ihre Eltern. Denn das Leben mit einem unheilbar kranken Kind ist oft kaum zu bewältigen.

Ein Vater sitzt mit seinem Kind auf einer Schaukel
Legende: Im Kinderhospiz erfahren Familien nicht nur medizinische Betreuung. Es soll ein Ort sein, der Geborgenheit und Stabilität vermittelt. Stiftung Kinderhospiz Schweiz, Seraina Semmelroggen

Jeder Tag sei ein Hindernislauf, berichtet zum Beispiel die Familie von Keno. Allein die Nahrungsaufnahme über eine Sonde dauere vier Stunden. Täglich müssten 20 Medikamente verabreicht werden. Dazu kämen 60 medizinische, pflegerische und therapeutische Massnahmen. Seine Pflege, zahlreiche Termine und eine ständige Alarmbereitschaft bestimmen den Alltag der Familie seit nunmehr zwölf Jahren.

Jede betroffene Familie leistet Unermessliches.
Autor: Jürg Herren Präsident Stiftung Kinderhospiz Schweiz

Als beim damals Achtjährigen eine akute Phase der Krankheit eintrat und er rund um die Uhr medizinische Hilfe brauchte, konnte er nicht im Spital bleiben, denn er galt als austherapiert. «Wir waren völlig verzweifelt und hätten uns nichts dringender gewünscht als einen Ort wie das Flamingo Kinderhospiz», sagt Maike Nugor.

Warum braucht es Kinderhospize?

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Immer wieder taucht die Frage auf, ob schwerstkranke Kinder nicht zu Hause am besten aufgehoben seien. Dazu sagt die Stiftung Kinderhospiz:

«Gerade deshalb sind Kinderhospize hilfreich. Den grössten Teil der Betreuung schwerkranker Kinder übernehmen die Eltern daheim, professionell unterstützt von Kinderspitex-Diensten und weiteren Helferinnen und Helfern. Die Eltern sind sehr engagiert; die Aufgabe ist strapaziös. Betreuende Angehörige brauchen Verschnaufpausen, um ihre gesellschaftlich wertvolle Rolle weiterhin wahrnehmen zu können. Kinderhospize ermöglichen dies. Das Kind wird fachgerecht betreut, während die Eltern und Geschwister zu Kräften kommen. Die Familien können gemeinsam Zeit im Hospiz verbringen.

Dass Familien an den Rand ihrer Kräfte geraten, ist ein Szenario, das Jürg Herren nur zu gut kennt. Der Präsident der Stiftung Kinderhospiz Schweiz weiss, dass jede betroffene Familie Unermessliches leistet. «Ich habe miterlebt, wie Familien daran zerbrochen sind.»

Das Kinderhospiz Flamingo soll helfen, damit es nicht so weit kommt. Zusammen mit dem ersten Hospiz in Bern stehen nun schweizweit 16 Plätze zur Verfügung. Immerhin, meinen die Verantwortlichen, aber das sei immer noch zu wenig. Ein weiteres könnte in der Stadt Zürich dazu kommen: Die städtische FDP hat dazu einen Vorstoss eingereicht.

Ein Bett im Kinderhospiz Flamingo in Fällanden
Legende: Die hellen Zimmer sind mit viel Wärme und Liebe zum Detail eingerichtet. Finanziert wurde der Bau hauptsächlich durch Spenden. Der Zürcher Kantonsrat bewilligte sechs Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Stiftung Kinderhospiz Schweiz, Fotomedia Morgenegg AG

Solche Plätze seien dringend nötig, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Brenninkmeijer. «Im Kinderhospiz geht es darum, die Lebensqualität der Familien zu verbessern.» Zwar dürften die Kinder im Hospiz auch sterben, wenn die Zeit gekommen ist. Dennoch stehe das Leben und nicht das Sterben im Vordergrund.

Zuständig dafür ist ein Team von rund 20 diplomierten Pflegefachpersonen. Sie bieten rund um die Uhr professionelle Unterstützung an, die von medizinischer Pflege bis zur Seelsorge reicht.

Kinderbücher im Hospiz
Legende: Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten sind nicht einfach todkrank. Sie wollen leben und spielen wie alle andere Kinder auch, sind fröhlich und wissbegierig. SRF / Nina Thöny

Das Haus ist liebevoll eingerichtet. Im Spielzimmer können sich die schwerkranken Kinder ablenken, ein «Snoezelenraum» fördert ihre Sinneswahrnehmung mit Farben, Licht und Wasserbett. Auch die gesunden Geschwister kommen nicht zu kurz: In angeleiteten Gruppen finden sie Austausch und neue Freunde.

Der «Snoezelenraum», ein speziell eingerichteter Raum, der den Kindern Ruhe und Entspannung bietet
Legende: Ein Snoezelenraum ist ein speziell gestalteter Raum, der eine ruhige und entspannende Atmosphäre schafft. Der Begriff «Snoezelen» stammt aus dem Niederländischen und setzt sich aus «snuffelen» (schnüffeln) und «doezelen» (dösen) zusammen – eine Kombination aus Entdecken und Entspannen. Stiftung Kinderhospiz Schweiz, Fotomedia Morgenegg AG

Im Flamingo Kinderhospiz können gleichzeitig acht Kinder und ihre Familien eine Verschnaufpause vom Alltag einlegen. Möglich sind bis zu zwei Wochen am Stück, 28 Tage pro Jahr. Angehörige kommen für ihren Teil der Unterkunft und Verpflegung auf und zahlen 80 Franken pro Tag, ausser in Härtefällen.

Ungeklärte Finanzierung

Offen ist, wie die Pflegleistungen abgegolten werden. Denn anders als in anderen europäischen Ländern gibt es in der Schweiz noch keine gesetzlichen Tarife für Hospize.

Auf Bundesebene werden zwar Lösungen diskutiert, und die Stiftungen der Kinderhospize setzen sich dafür ein, dass die Leistungen einheitlich abgegolten werden. Doch noch ist es nicht soweit. Kinderhospize müssen sich deshalb hauptsächlich über Spenden finanzieren.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 5.1.2026, 6:31 Uhr ; 

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