Was ist passiert? Es sind Routinekontrollen der Gebäudeversicherung, die die Mängel ans Tageslicht bringen. In mehreren Churer Schulhäusern sinken die Belegungszahlen von grossen Sälen und Aulas – obwohl sich nichts an den Vorschriften geändert hat. Das berichtete die Zeitung «Südostschweiz» in der vergangenen Woche.
Welche Schulen sind betroffen? 18 Aulas und praktisch alle Schulhäuser in Chur haben die Weisung der Stadt erhalten, dass weniger Leute in die Räume dürfen. Betroffen ist unter anderem die Gewerbliche Berufsschule. Deren Direktor Martin Good sagt zu SRF: «Wir können nun eigentlich keine Veranstaltungen mehr durchführen. Am Freitag ist eine grosse Diplomfeier. Wir müssen nun umplanen. Auch interne Events mit Lehrpersonen müssen wir outsourcen. Da sind wir immer weit über 50 Personen.» Die Aula hat nur einen Notausgang.
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Bild 1 von 3. Die Aula der Gewerblichen Berufsschule Chur hat einen Notausgang. Deshalb dürfen nun deutlich weniger Personen gleichzeitig im Raum sein. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. Für eine Diplomfeier von Berufsmaturandinnen und -maturanden ist die Schule nun auf der Suche nach Ersatzorten. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Fast alle Churer Schulen sind betroffen, auch das Schulhaus Quader. Bildquelle: SRF.
Wo liegt der Ursprung des Problems? Laut Gebäudeversicherung an der Unwissenheit der Betreibenden. Will heissen: Die Schulen wissen gar nicht, wie viele Personen gemäss Vorschriften effektiv in die Säle dürfen. Die Direktionen der einzelnen Schulen verweisen bei der Verantwortung auf die Stadt. Die operative Leitung der Stadtschulen verweist auf den Stadtpräsidenten.
Wie bemerkte die Stadt Chur die Mängel? Im Rahmen einer Untersuchung der Gebäudeversicherung Graubünden. Die GVG hat zusammen mit dem zuständigen Departement alle Aulas kontrolliert und die Belegungen festgehalten. «Die Belegungszahlen aus dieser Kontrolle sind nichts Neues», sagt Stadtpräsident Hans Martin Meuli. Anlass der Kontrolle war eine Reorganisation im Gebäudeunterhalt. «Deshalb ist dieses Thema jetzt aufgekommen.»
Wegen Crans-Montana ist man nun sicher sensibler.
Gab es Veranstaltungen mit zu vielen Personen? Dies könne man nicht ausschliessen, sagt Stadtpräsident Meuli. Zu möglichen Versäumnissen in der Vergangenheit will er nichts sagen. «Wir haben die Zahlen jetzt kommuniziert. Die Betreiber müssen nun die Verantwortung übernehmen und schauen, dass in den Sälen die Personenhöchstzahl nicht überschritten wird.»
Sind die Behörden überrascht, dass so viele Schulen betroffen sind? Bislang habe man den Eindruck gehabt, dass so etwas geht, sagt Hans Martin Meuli. «Wegen Crans-Montana ist man nun sicher sensibler und schaut alles genauer an.» Für die Stadt Chur sei die Sicherheit der Menschen wichtig, betont Meuli.
Wie wird in Zukunft die Einhaltung der Höchstzahlen sichergestellt? Die Stadt sei dran, das Sicherheitskonzept aufzuarbeiten, heisst es. Wie genau dieses aussehen soll, ist noch unklar.