Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Kriminalstatistik 2025 In Zürich zeigt der Trend nach unten

Die Kriminalität im Kanton Zürich ist stärker zurückgegangen als in der gesamten Schweiz und in den Nachbarkantonen. Was sind die Gründe?

Im Kanton Zürich sind die Straftaten 2025 stärker zurückgegangen als in der gesamten Schweiz, nämlich um fünf Prozent. Gesamtschweizerisch gab es laut Bund im Durchschnitt ebenfalls weniger Kriminalität: 1.5 Prozent. «Es zeigt sich, dass sich konsequente Massnahmen auszahlen», sagt der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr.

Die Kantonspolizei ging konsequent dorthin, wo sich die Jugendlichen aufhalten, zum Beispiel an Jugendtreffs.
Autor: Mario Fehr Sicherheitsdirektor Kanton Zürich

Beispielsweise bei der Jugendkriminalität. Diese Straftaten sind im Kanton Zürich um zehn Prozent zurück gegangen – sie ist so tief wie seit 2018 nicht mehr. Schweizweit liegt der Wert bei minus fünf Prozent. Konkret haben im Kanton Zürich 2164 Jugendliche gegen das Strafgesetzbuch verstossen.

Mehrere Jugendliche bei Nacht in einer Schlägerei unter einer Strassenlaterne.
Legende: Die Jugendkriminalität im Kanton Zürich liegt erstmals so tief wie vor sieben Jahren. (Bild: nachgestellte Szene) KEYSTONE / Christof Schuerpf

Den Grund für diesen Rückgang sieht Mario Fehr in der Präventionsarbeit: «Die Kantonspolizei ging konsequent dorthin, wo sich die Jugendlichen aufhalten, zum Beispiel an Jugendtreffs oder in Schulklassen.» Es habe auch mehr Patrouillen und Kontrollen gegeben, etwa in der Partyszene. Hieb- und Stichwaffen seien konsequent eingezogen worden – über 1400.

Jugendlichen werde in der Präventionsarbeit klar gemacht, dass Konflikte anders zu lösen seien, sagt Mario Fehr weiter. «Aber wir sagen ihnen auch, dass sie bestraft werden, wenn sie sich falsch verhalten.» Nun würden sich erste Erfolge zeigen.

Nach wie vor braucht es alle – nicht nur die Polizei: Schulen, Präventionsabteilungen und vor allem auch die Eltern.
Autor: Jann Leutenegger Chef Kriminalpolizei Kanton Zürich

Zufrieden sei die Polizei aber nicht, sagt Jann Leutenegger, Chef der Kriminalpolizei des Kantons Zürich, gegenüber SRF. «Ich glaube, zufrieden sind wir in diesem Bereich nie.» Allerdings stimme es zuversichtlich, dass die Kantonspolizei einen guten Zugang zu den Jugendlichen habe.

Jann Leutenegger sagt: «Nach wie vor braucht es alle – nicht nur die Polizei: Schulen, Präventionsabteilungen und vor allem auch die Eltern.»

Auch beim Telefonbetrug hatte die Kantonspolizei einen Erfolg zu verkünden: Die vollendeten Betrüge nahmen um 60 Prozent ab. Auch die Cyberdelikte sind leicht – um 2.5 Prozent – zurückgegangen. Diese Zahlen führt der Kripo-Chef ebenfalls auf die Prävention zurück. «Wir haben einen ganzen Strauss an Massnahmen ergriffen, die nun offenbar wirken», sagt Jann Leutenegger. «Von der klassischen Informationsmassnahme bis zu Einflussnahmen auf Provider.»

Häusliche Gewalt hat zugenommen

Ein Bereich bereitet der Kantonspolizei Sorgen: Pro Tag rückte sie im Schnitt 21 bis 22 Mal wegen häuslicher Gewalt und familiärer Differenzen aus. Da gab es 2025 einen Anstieg: Total sind 7880 Meldungen bei der Polizei eingegangen – so viele wie noch nie.

Hier hat die Kriminalität abgenommen

«Ein grosses Problem», sagt Jann Leutenegger. Es handle sich bei häuslicher Gewalt um ein gesellschaftliches Phänomen. «Deshalb ist es als Polizei auch schwierig, dort einzugreifen und Massnahmen zu treffen.» Wenn es zu Delikten komme, rücke die Polizei schnell aus und suche das Gespräch mit den Betroffenen.

Mit sogenannten Gewaltschutzmassnahmen versuche die Polizei, die Delikte zu unterbrechen. Zum Beispiel könne sie die Person, die Gewalt ausübt, aus dem Haushalt wegweisen, und ihr etwa verbieten, ein bestimmtes Gebiet zu betreten.

Stadt Zürich ebenfalls besorgt

Auch Andrea Jug-Höhener, Chefin der Kriminalabteilung der Stadtpolizei Zürich, ist besorgt über die häusliche Gewalt. «Das findet in den eigenen vier Wänden statt», sagt sie. «Wir sind darauf angewiesen, dass wir davon erfahren.»

Deshalb setze auch die Stadt auf Prävention. Wichtig sei allerdings, dass sich Nachbarn, Angehörige und Drittpersonen, die davon erfahren, bei der Polizei meldeten.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 23.3.2026, 12:03 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel