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Kritik an «Lindas» Teuer und kaum genutzt: Schlechte Noten für Bundes-Datenplattform

  • Mit einer digitalen Plattform will das Schweizer Bundesarchiv die Daten von Verwaltungen von Bund, Kantonen und Gemeinden vernetzen und veröffentlichen.
  • Diese Plattform sei aber teuer und werde kaum genutzt.
  • Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK.

Teuer, kaum genutzt und ohne klare Strategie: Die Finanzkontrolle stellt der Bundes-Datenplattform «Lindas» ein schlechtes Zeugnis aus. Die IT-Dienstleistung Linked Data Service (Lindas) des Schweizerischen Bundesarchivs (BAR) soll Verwaltungsdaten von Bund, Kantonen und Gemeinden vernetzen und veröffentlichen. Der Aufbau kostete 2.2 Millionen Franken, eine Erneuerung für 1.5 Millionen Franken läuft derzeit.

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) beurteilt die Plattform in einem veröffentlichten Bericht jedoch als strategisch und operativ ungenügend ausgereift. Ein zentraler Kritikpunkt der EFK ist die ungenügende strategische Positionierung von «Lindas». «In der Konsequenz fristet Lindas ein Mauerblümchendasein und tut sich schwer, das bestehende Potenzial auszuschöpfen», heisst es im EFK-Bericht.

Hohe Kosten und unklarer Nutzen

Die EFK bemängelt weiter, dass die Wirtschaftlichkeit der Plattform nicht belegt sei. Den jährlichen Betriebskosten von rund 550'000 Franken stehe ein unklarer Nutzen gegenüber. Eine systematische Nutzenanalyse fehle. Das Preismodell wurde von Interessenten als zu hoch kritisiert, was unter anderem das Statistische Amt der Stadt Zürich zum Ausstieg bewog. Zum Zeitpunkt der Prüfung publizierten lediglich 13 Organisationen aus dem Bundesumfeld ihre Daten über «Lindas». Der verfügbare Speicher sei zu kaum einem Viertel ausgelastet.

Person am Tisch mit Laptop und Smartphone.
Legende: Linked Data Service (Lindas) ist eine IT-Dienstleistung des Bundesarchivs. Die Plattform ermöglicht es Maschinen, Informationen aus verschiedenen Quellen zu kombinieren. (Symbolbild) KEYSTONE/Christian Beutler

Gleichzeitig stehen dem Bundesarchiv für den Betrieb der Plattform nur 1.5 Vollzeitstellen zur Verfügung. Das Bundesarchiv stosse als kleines Amt mit dem Betrieb der Plattform an seine Grenzen. Die Finanzkontrolle stellt deshalb die Frage, ob «Lindas» im Bundesarchiv richtig angesiedelt ist.

Stellungnahme des Bundesarchivs

Das Schweizerische Bundesarchiv akzeptiert die Empfehlungen der EFK. Es hat bereits erste Arbeiten eingeleitet, um die strategischen und finanziellen Grundlagen zu klären, wie es in einer Stellungnahme festhielt. Ein externes Mandat wurde vergeben, um ein Nutzen- und Finanzierungsmodell zu erarbeiten. In Zusammenarbeit mit der Bundeskanzlei soll «Lindas» zudem klarer in den Datenstrategien des Bundes positioniert werden.

SRF 4 News, 10.6.2026, 23 Uhr ; 

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