Renoir, Monet oder Cézanne. Die Namen dieser Maler des Impressionismus sind wohl auch manchem geläufig, der nicht besonders kulturaffin ist. Ihre Bilder sind unter anderem im Museum Langmatt zu sehen. Das Badener Kunstmuseum verfügt über eine der bedeutendsten Privatsammlungen des französischen Impressionismus in Europa.
Doch in den letzten zwei Jahren war das Museum geschlossen. Die einst pompöse Badener Jugendstilvilla, in der das Museum untergebracht ist, war nahezu baufällig und musste dringendst saniert werden.
Die Bilder des Museums haben während der Bauarbeiten in Baden quasi eine Europa-Tournee gemacht. In Lausanne, Köln oder Wien konnte man die Gemälde der berühmten Impressionisten besichtigen. Insgesamt besuchten über 302'000 Menschen die drei Ausstellungen. Ein sehr gutes Ergebnis.
Auspacken, inspizieren, aufhängen
Am 9. Mai wird das Museum Langmatt nun seine Türen wieder öffnen. In den sorgfältig renovierten Räumen der Villa werden zur Zeit die wertvollen Gemälde der Impressionisten wieder ausgepackt. Gleichzeitig laufen auch noch die letzten Arbeiten für die Sanierung.
Es ist also viel los im Badener Museum Langmatt. Sehr zur Freude von Museumsdirektor Markus Stegmann: «Das fühlt sich richtig gut an. Ich bin sehr froh, unsere Bilder wieder wohlbehalten in der Langmatt zu haben.»
Für die Reise wurden die teuren Bilder in spezielle Kisten verpackt. «Das sind sogenannte Klimakisten», sagt Stegmann. Es sei wichtig, dass die Bilder nicht raschen Temperaturwechseln ausgesetzt seien, betont der Museumsdirektor. «Sprunghafte Klimawechsel mögen die Bilder nicht so.» Deshalb gönnt man ihnen nach dem Auspacken in Baden jeweils noch etwas Zeit, bevor sie an die Wände gehängt werden.
Auf grossen Tischen werden die Bilder von Experten genau begutachtet, um festzustellen, ob sie auf ihrer Rundreise Schaden genommen haben. Erst nach einem Tag der Akklimatisation werden sie behutsam an die Wände gehängt. Insgesamt werden im Gebäude etwa 80 Bilder ausgestellt.
Den Besucherinnen und Besuchern des renovierten Museums werde der sanierte Boden ins Auge stechen, sagt Stegmann. Der Boden wurde intensiv gepflegt, er hatte nämlich früher viele brüchige Stellen, die ausgeglichen wurden. Abgesehen von den üblichen Renovierungsarbeiten, die in den letzten Jahren erledigt wurden, verfüge das Museum neu auch über ein eigenes Lichtkonzept.
«Wir können das Licht nicht nur an- oder ausmachen, wir können auch die Lichttemperatur regulieren», so der Museumsdirektor. «Für die Impressionisten machen wir ein wärmeres, weicheres Licht, so wirken die Bilder atmosphärischer.»
Gratis «Entdeckungsfahrt» am Eröffnungswochenende
Die Wiedereröffnung des Museums wird am 9. und am 10. Mai gefeiert. An den beiden Festtagen stehen die renovierten Räumlichkeiten, der neue Pavillon, der Eingangsbereich und der historisch rekonstruierte Park von 11 bis 17 Uhr offen. «Man kann sich auf Entdeckungsfahrt begeben», wie Markus Stegmann sagt. Am Nachmittag können Kinder jeden Alters zudem im neuen Kunstvermittlungsraum selbst kreativ werden.