Die Messungen im Aargau: Auf zwei Aargauer Kantonsstrassen fanden im Juni Lärmmessungen mit Elektrofahrzeugen statt, mitten im Alltagsverkehr. Die Messungen sind Teil des nationalen Forschungsprojekts Nexus. Dahinter stehen die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und der TCS. Finanziert werden die Tests vom TCS und vom Bundesamt für Umwelt.
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Bild 1 von 3. Messmikrofone entlang der Strasse in Merenschwand AG halten fest, wie laut die E-Autos sind. Bildquelle: SRF / Mario Gutknecht.
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Bild 2 von 3. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts Nexus. Im Mai 2024 gab es erste Messungen zum Schall, jetzt zu Reifentyp und Strassenbelag. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Auf dem Dach der Autos sind GPS-Geräte montiert. Sie zeichnen den Standort und die Geschwindigkeit der Testautos zentimetergenau auf. Bildquelle: SRF / Mario Gutknecht.
Das Ziel: «Mit den Tests sollen wissenschaftliche Grundlagen zur Reduktion von Strassenlärm in der Schweiz geschaffen werden», heisst es beim Kanton Aargau, der über die Testfahrten informiert hat. Getestet wurden die Elektrofahrzeuge auf der Luzernstrasse in Merenschwand und auf der Landstrasse in Niederwil – ausserorts, auf einer geraden, 500 Meter langen Strecke. Nebst Elektrofahrzeugen waren auch Autos mit Verbrennermotor unterwegs. Sie mussten beschleunigen und bremsen – damit 16 Messmikrofone entlang der Strasse den Lärm messen konnten.
Erste Erkenntnisse zum Schall: Der TCS hatte im Mai 2024 bereits erste Tests zum Schall von Elektrofahrzeugen durchgeführt. Verglichen wurden damals neun Elektro- und neun Verbrennerfahrzeuge. Die Forscher fanden heraus, dass Elektrofahrzeuge bei Beschleunigungsvorgängen im Mittel drei Dezibel leiser sind als Verbrennerfahrzeuge. Aber: «Bei Konstantfahrt zeigen sich im Geschwindigkeitsbereich 30 bis 60 km/h keine Lärmunterschiede», heisst es im TCS-Bericht. Und das obwohl Elektrofahrzeuge meist schwerer sind als Verbrenner.
Die Rolle von Reifen und Belag: Im Juni haben die Forschenden im Aargau gemessen, wie Reifentyp und Belagseigenschaften sich auf den Lärm von Elektrofahrzeugen auswirken. Die Empa führte auf den zwei Aargauer Strassen Hunderte Messfahrten durch. Es waren sechs verschiedene Fahrzeuge mit unterschiedlichen Reifen unterwegs. Gemessen wurden zum Beispiel akustische Eigenschaften des Belags. Wie viel Schall wird reflektiert, wie viel geschluckt? Die Forschenden suchen nun die beste Kombination aus Belag, Pneu und Antrieb, um den Lärm zu reduzieren. Die Daten werden innerhalb eines Jahres ausgewertet.
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Bild 1 von 2. Messen auf der geraden Strecke in Merenschwand. Hier stimme die gerade Strecke und der Belag für die Tests, heisst es beim Kanton Aargau auf Anfrage. Bildquelle: SRF / Mario Gutknecht.
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Bild 2 von 2. Auch Radwechsel gehören dazu, wenn man unterschiedliche Reifentypen messen will. Bildquelle: SRF.
Lärm als nationaler Brennpunkt: Man spüre beim Thema Lärm den Druck der Öffentlichkeit, sagt Sascha Grunder, Leiter Test und Technik beim TCS: «Die Lärmproblematik haben wir seit Jahren. Lärm ist gesundheitsschädigend. Wir haben technische Lösungen. Jetzt müssen wir aufzeigen, wie man diese einsetzen kann, damit man die grössten Effekte hat.» In Bundesbern wurden in den letzten zehn Jahren 30 Vorstösse eingereicht, mit Forderungen nach lärmarmen Reifen, Tempo 30 innerorts oder nach Strassenbelägen, die Schall absorbieren. Auch Lärmblitzer werden gefordert, von Parlamentarierinnen und Parlamentariern von links bis rechts.