- Der jüngste Regen hat kaum geholfen: Die Schweiz leidet weiter unter Trockenheit.
- Die Pegelstände vieler Flüsse und Seen im Mittelland sind auf einem rekordtiefen Niveau.
Laut der Hydrologin Manuela Brunner vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF waren die Regenfälle nur «ein Tropfen auf den heissen Stein», wie sie in einer Mitteilung des Instituts erklärt.
In den Alpenflüssen ist die Lage leicht besser als im Mittelland, aber auch dort liegen die Pegel unter dem langfristigen Mittel. Die Hauptursachen für die anhaltende Trockenheit sind laut der Expertin die extrem trockenen Monate April und Mai sowie eine sehr dünne Schneedecke in den Alpen.
Normalerweise befinde sich die Schweiz zu dieser Jahreszeit in der Hochwasserphase, in der viel Niederschlag falle und die Schneeschmelze ihren Höhepunkt erreiche. In diesem Jahr sei das anders. Im Dischmatal bei Davos beispielsweise liege aktuell nur maximal halb so viel Schnee wie im langjährigen Mittel üblich.
Lage dürfte sich verschärfen
Einer Prognose des Bundes zufolge wird sich die Trockenheit in der kommenden Woche weiter verstärken. Die Wasserstände dürften tendenziell sinken und die Niedrigwassersituation sich insbesondere im Mittelland verschärfen, wie aus dem neuesten Trockenheitsbulletin hervorgeht.
Auch das Bodenfeuchtedefizit werde im Jura und im Mittelland zunehmen. Regional seien bereits jetzt leicht bis extrem niedrige Grundwasserstände zu beobachten.