Einige Tiere muss der Aargauer Bauer und SVP-Nationalrat Alois Huber vielleicht zum Metzger bringen, weil an seinen Südhängen dieses Jahr kein Futter mehr wachsen werde.
Huber ist beunruhigt, im letzten Jahrzehnt sei das Wasser im Aargau fast alle zwei Jahre knapp geworden. Abhilfe schaffen könnte ein besseres Wassermanagement. «Ich möchte, dass wir die Möglichkeit hätten, Niederschlagswasser besser aufzufangen. Es läuft sonst einfach ab und könnte vielleicht sogar noch Hochwasser auslösen. Da braucht es sicherlich Massnahmen der Politik, sonst geht es nicht», sagt Huber.
Dringender Handlungsbedarf
Das Regenwasser besser zu nutzen, ist für den Vizepräsidenten des Schweizer Bauernverbandes eine mögliche Massnahme in Notlagen wie jetzt.
Kurzfristig braucht es flexible Lösungen in der Umsetzung der agrarpolitischen Massnahmen.
Die SVP ist nicht gerade bekannt für einen grossen Einsatz beim Klimaschutz, bei den Landwirten hingegen sieht auch der Zürcher Nationalrat Martin Hübscher dringenden Handlungsbedarf: «Kurzfristig braucht es flexible Lösungen in der Umsetzung der agrarpolitischen Massnahmen, wie beispielsweise die Pflicht, dass die Kühe tagsüber auf die Weide müssen. Das muss überdacht werden. Und es braucht eine verbesserte Züchtung auf trockenheitstolerante Sorten und Kulturen», sagt Hübscher.
Die Bauernschaft müsse sich auf neue Wetterextreme vorbereiten und einstellen können. Das Klima retten könne die Schweiz nicht allein, sagt Hübscher. «Es ist wichtig, dass wir unseren Beitrag leisten. Das machen wir auch. Gerade in der Landwirtschaft sehr stark. Aber in erster Linie muss der Bund Massnahmen für die Anpassung umsetzen. Das ist das Zentralste für uns, dass wir da vorwärtskommen.»
Die Klimapolitik des Bundes hat versagt.
SVP-Umweltminister Albert Rösti hat kürzlich im SRF-Tagesgespräch einen Aktionsplan angekündigt; er soll Massnahmen aufzeigen für die Folgen des Klimawandels. Für die Grüne Partei ist es höchste Zeit dafür, bis jetzt habe der Bundesrat den Klimaschutz zu wenig umgesetzt, sagt Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter: «Wenn der Bundesrat öffentlich sagt, dass er die Klimaziele für 2030 massiv verfehlen wird, und das tut er, dann kann man es nicht anders ausdrücken, als dass die Klimapolitik des Bundes versagt hat.»
Vor einem Jahr haben die Grünen einen Hitze-Aktionsplan vorgestellt, sie wollen nun Druck machen und ihre Vorschläge erneut aufs Tapet bringen.