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Leben in Randregionen So gehen Kleinbetriebe in Bergregionen in die Zukunft

Nötige Investitionen stellen Betriebe vor Herausforderungen. Doch ohne Arbeitsplätze wandern auch die Menschen ab.

«So wie meine Sägerei jetzt aussieht, sind meine Kinder abgeneigt, sie zu übernehmen», sagt Walti Walker. Er steht in seinem Kleinbetrieb in Wassen im Kanton Uri, den er in vierter Generation führt. Neben ihm arbeitet ein weiterer Mitarbeiter hier.

Mann bedient Maschinen in einer Holzwerkstatt.
Legende: Aktuell arbeitet Walti Walker mit einer sogenannten Gattersäge. SRF

Damit der Betrieb eine Zukunft habe, sei der Kauf einer modernen Bandsäge notwendig, ist sich Walti Walker sicher. «Damit liesse sich mehr Holz sägen und eine höhere Qualität erzielen, was auch einen besseren Preis ergäbe.» Weiter sind der Kauf einer Trocknungsanlage und einer Hobelmaschine geplant – sowie ein neues Gebäude.

Das Geld fehlt vielerorts

«Das Berggebiet ist geprägt von Kleinbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitenden, wie die Sägerei Walker», sagt Kurt Zgraggen. Er ist der Geschäftsführer der Schweizer Berghilfe. Die Stiftung setzt sich für ein belebtes Berggebiet ein.

Ab wann gilt eine Region als Berggebiet?

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Gemäss dem Bundesamt für Statistik gelten in der Schweiz Flächen ab einer Höhe von 800 m ü. M. als Berggebiet. Auch tieferliegende Flächen mit einem Höhenunterschied von mindestens 225 Metern zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt werden dem Berggebiet zugerechnet.

Eine ganze Gemeinde gehört nach dieser Definition zum Berggebiet, wenn mehr als die Hälfte ihrer Fläche eines der oben genannten Kriterien erfüllt.

«Damit diese Betriebe wettbewerbsfähig bleiben und bestehen können, müssen sie grössere Einheiten verarbeiten können», ist auch Kurt Zgraggen überzeugt. Dafür müssten sie in den technologischen Fortschritt investieren. «Das stellt allerdings eine finanzielle Herausforderung dar, da es oftmals an genügend Kapital fehlt», sagt Kurt Zgraggen.

Genau hier setzt die Berghilfe an. «Unser Kerngeschäft ist es, Betriebe mit weniger als zehn Vollzeitstellen bei Investitionen finanziell zu unterstützen», sagt Kurt Zgraggen. Nur mit wettbewerbsfähigen Unternehmen liessen sich langfristig Arbeitsplätze im Berggebiet sichern. Das Geld der Berghilfe stammt aus Spenden.

Vier Sägereien im Kanton Uri

Auch Walti Walker kann die geplanten Investitionen nicht allein aus der Kasse seiner Sägerei stemmen. Die Berghilfe stockt sein Eigenkapital um mindestens 100’000 Franken auf. So soll es möglich werden, bei einer Bank einen Kredit zu erhalten.

Zwei Männer stehen zwischen grossen Baumstämmen vor einem Holzschuppen.
Legende: Säger Walti Walker im Gespräch mit Kurt Zraggen von der Schweizer Berghilfe. In den 1990er Jahren gab es im Kanton Uri noch mehr als ein Dutzend Sägereien, heute sind es vier. SRF

«Der Betrieb von Walti Walker ist die einzige von vier Sägereien im Kanton Uri, die wachsen will. Sie kann sich so einen Markt direkt vor der Haustüre erschliessen und hat eine Zukunft», begründet Kurt Zgraggen die Finanzspritze der Berghilfe. Zudem sieht er grundsätzlich viel wirtschaftliches Potenzial im Berggebiet. Beispielsweise werde mit dem Klimawandel der Sommertourismus in höheren, kühleren Lagen attraktiver.

Für Walti Walker bedeutet die Modernisierung seiner Sägerei, dass eine Nachfolge durch eines seiner Kinder möglich wird. «Mit etwas Neuerem, Modernem könnten sie es sich sicher vorstellen», sagt er, «aber zuerst mache ich jetzt noch zehn, fünfzehn Jahre weiter».

Regionaljournal Zentralschweiz, 12.3.2026, 17:30 Uhr ; 

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