«So wie meine Sägerei jetzt aussieht, sind meine Kinder abgeneigt, sie zu übernehmen», sagt Walti Walker. Er steht in seinem Kleinbetrieb in Wassen im Kanton Uri, den er in vierter Generation führt. Neben ihm arbeitet ein weiterer Mitarbeiter hier.
Damit der Betrieb eine Zukunft habe, sei der Kauf einer modernen Bandsäge notwendig, ist sich Walti Walker sicher. «Damit liesse sich mehr Holz sägen und eine höhere Qualität erzielen, was auch einen besseren Preis ergäbe.» Weiter sind der Kauf einer Trocknungsanlage und einer Hobelmaschine geplant – sowie ein neues Gebäude.
Das Geld fehlt vielerorts
«Das Berggebiet ist geprägt von Kleinbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitenden, wie die Sägerei Walker», sagt Kurt Zgraggen. Er ist der Geschäftsführer der Schweizer Berghilfe. Die Stiftung setzt sich für ein belebtes Berggebiet ein.
«Damit diese Betriebe wettbewerbsfähig bleiben und bestehen können, müssen sie grössere Einheiten verarbeiten können», ist auch Kurt Zgraggen überzeugt. Dafür müssten sie in den technologischen Fortschritt investieren. «Das stellt allerdings eine finanzielle Herausforderung dar, da es oftmals an genügend Kapital fehlt», sagt Kurt Zgraggen.
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Bild 1 von 3. Walter Walker führt die Sägerei seit 2006. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. In der Sägerei werden in erster Linie Paletten und Kisten hergestellt. Dafür wird mehrheitlich Holz aus dem Urner Oberland verwendet. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Im Kanton Uri stehen rund 10 Millionen Bäume. Drei Viertel davon sind Nadelhölzer. Bildquelle: SRF.
Genau hier setzt die Berghilfe an. «Unser Kerngeschäft ist es, Betriebe mit weniger als zehn Vollzeitstellen bei Investitionen finanziell zu unterstützen», sagt Kurt Zgraggen. Nur mit wettbewerbsfähigen Unternehmen liessen sich langfristig Arbeitsplätze im Berggebiet sichern. Das Geld der Berghilfe stammt aus Spenden.
Vier Sägereien im Kanton Uri
Auch Walti Walker kann die geplanten Investitionen nicht allein aus der Kasse seiner Sägerei stemmen. Die Berghilfe stockt sein Eigenkapital um mindestens 100’000 Franken auf. So soll es möglich werden, bei einer Bank einen Kredit zu erhalten.
«Der Betrieb von Walti Walker ist die einzige von vier Sägereien im Kanton Uri, die wachsen will. Sie kann sich so einen Markt direkt vor der Haustüre erschliessen und hat eine Zukunft», begründet Kurt Zgraggen die Finanzspritze der Berghilfe. Zudem sieht er grundsätzlich viel wirtschaftliches Potenzial im Berggebiet. Beispielsweise werde mit dem Klimawandel der Sommertourismus in höheren, kühleren Lagen attraktiver.
Für Walti Walker bedeutet die Modernisierung seiner Sägerei, dass eine Nachfolge durch eines seiner Kinder möglich wird. «Mit etwas Neuerem, Modernem könnten sie es sich sicher vorstellen», sagt er, «aber zuerst mache ich jetzt noch zehn, fünfzehn Jahre weiter».