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Mammografie für Früherkennung Schweizweit grosse Unterschiede bei der Brustkrebs-Vorsorge

Bei der Früherkennung von Brustkrebs hinkt die Zentralschweiz hinterher. Der Kanton Luzern will dies nun ändern.

Ab Juli 2026 werden alle Frauen, die im Kanton Luzern wohnen und zwischen 50 und 74 Jahre alt sind, mit einem persönlichen Schreiben zu einer Mammografie eingeladen. Diese Röntgenaufnahmen der Brust dienen der Früherkennung von Brustkrebs.

Nahaufnahme einer medizinischen Untersuchung mit zwei Personen.
Legende: Bei einer Mammografie wird die Brust fest zwischen zwei Plexiglasplatten zusammengedrückt, um Röntgenbilder zu machen. Keystone/Gaetan Bally

Die Kosten übernimmt die Grundversicherung, die Frauen tragen den Selbstbehalt von rund 15 Franken. Die Untersuchungen werden im Abstand von zwei Jahren wiederholt, wobei die Teilnahme am Luzerner Programm freiwillig ist.

Andere Kantone haben höheres Tempo

Mit dem Brustkrebs-Vorsorgeprogramm schliesst der Kanton Luzern eine Lücke. Die sechs Zentralschweizer Kantone sind nämlich im Vergleich mit den meisten anderen Kantonen im Hintertreffen.

Bisher gab es keine zentrale Organisation und wer keine Zusatzversicherung hatte, zahlte die Kosten einer präventiven Mammografie selbst.

Gewisse Kantone, vor allem in der Westschweiz, führten bereits in den 1990er Jahren Vorsorgeprogramme ein.

Debatten um Screening-Programme

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Der Kanton Thurgau prüft aktuell im Rahmen einer Ausgaben- und Verzichtsplanung auch die Einstellung des Brustkrebs-Vorsorgeprogramms. Mit der Streichung der Mammografien liessen sich jährlich rund 670'000 Franken einsparen. Unter anderem Frauenorganisationen und die Krebsliga kritisieren diese Pläne der Regierung.

Schweizweit fordert die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie gemeinsam mit zwei weiteren Fachgesellschaften einen Ausbau des Screenings. Frauen sollen bereits fünf Jahre früher Zugang erhalten, also ab 45 Jahren. Dies, weil Brustkrebs zunehmend häufiger bei unter 50-Jährigen auftrete.

Aktuell gibt es die Screening-Programme in 16 Kantonen, in sieben weiteren ist die Umsetzung beziehungsweise die Einführung geplant. Schlusslichter bilden Zürich, Ob- und Nidwalden. Hier sind politische Vorstösse hängig, die kantonale Mammografie-Programme fordern.

Nutzen der Vorsorge ist nachgewiesen

Der Durchbruch für den Kanton Luzern sei eine Zentralschweizer Studie aus dem Jahr 2024 gewesen, sagt die zuständige Gesundheitsdirektorin Michaela Tschuor. «Sie hat gezeigt, dass es in Kantonen mit einem strukturierten Screening-Programm weniger schwere Krankheitsverläufe gibt.»

Frau in blauem Blazer schaut zur Seite.
Legende: Ein Grund für die späte Einführung des Programms im Kanton Luzern könne sein, dass frühere Regierungen sich auf Studien stützten, die die Wirksamkeit infrage stellten, sagt die zuständige Regierungsrätin Michaela Tschuor. Keystone/URS FLUEELER

Wenn Tumore früh erkannt würden, sei die Behandlung von Brustkrebs weniger aggressiv, erklärt Ärztin Susanne Bucher, die das Brustzentrum am Kantonsspital Luzern leitet. Zudem seien auch die Heilungschancen besser.

Wir wollen Leid verhindern.
Autor: Michaela Tschuor Gesundheitsdirektorin Kanton Luzern

«Unsere Hoffnung ist es, dass wir mit diesem Programm Leid verhindern können», sagt Michaela Tschuor. Für alle Frauen sei es wichtig, dass der Kanton diesen Schritt nun mache.

Nach acht Tagen gibt es die Ergebnisse

In Luzern werden in den nächsten Wochen nun die ersten Einladungsschreiben und eine ausführliche Begleitbroschüre verschickt. Angesprochen sind Frauen, die keine aktuelle Diagnose Brustkrebs haben und deren letzte Mammografie mehr als 12 Monate zurückliegt.

Zwei Mammographie-Bilder nebeneinander, mit einer Hand, die auf das rechte Bild zeigt.
Legende: Auf den Bildern der Mammografie erkennen Fachleute gut- oder bösartige Veränderungen im Brustgewebe. DPA/HANNIBAL HANSCHKE

Die Teilnehmerinnen können auswählen, an welchem Radiologieinstitut sie ihre Mammografie durchführen lassen möchten. Die Bilder werden von zwei Fachärztinnen oder -ärzten unabhängig voneinander beurteilt.

Spätestens acht Tage nach dem Termin weiss die Frau, ob es weitere Untersuchungen braucht oder ob alles in Ordnung ist.

Regionaljournal Zentralschweiz, 18.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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