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Mangel an Ärztinnen und Ärzten Kanton Zürich schafft mehr Medizinstudienplätze

  • Als Reaktion auf den Ärztemangel will der Kanton Zürich künftig mehr Plätze für das Medizinstudium anbieten.
  • Das Kantonsparlament hat einem Kredit von 25 Millionen Franken zugestimmt.
  • Ab 2030 sollen an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich neu 700 Studienplätze pro Jahr zur Verfügung stehen. Aktuell sind es 430.

Der Kantonsrat sprach sich mit 174 Stimmen für den Objektkredit von 25 Millionen Franken für das Projekt «Med500+» und damit für den Ausbau der Studienplätze in Humanmedizin aus.

Neue Professuren und mehr Ausbildungsflächen

Mit «Med500+» werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um die Studienkapazitäten ab 2030 deutlich erhöhen zu können. Notwendig sind unter anderem Anpassungen am Curriculum, also am Studienplan. Das Studium soll praxisnäher werden und zeitgemässe Instrumente nutzen, etwa eine Simulationsklinik.

Erforderlich sind auch zusätzliche Ausbildungsflächen im Umfang von rund 24’000 Quadratmetern sowie zehn neue Professuren mit insgesamt rund 140 Vollzeitstellen.

Chirurgen im Operationssaal bei einer Operation.
Legende: Über 40 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz stammen derzeit aus dem Ausland. Keystone / GAETAN BALLY

Das übergeordnete Ziel ist es, dem akuten Mangel an Ärztinnen und Ärzten durch die Ausbildung inländischer, hochqualifizierter Fachkräfte entgegenzuwirken. Derzeit stammen über 40 Prozent der in der Schweiz praktizierenden Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland. Laut Studien könnten bis 2040 schweizweit zwischen 5500 und 8700 Ärztinnen und Ärzte fehlen.

Auch bessere Arbeitsbedingungen nötig

Der Ausbau der Studienplätze in Humanmedizin war im Kantonsrat unbestritten. «Das viele Geld, das wir für den Ausbau sprechen, dient dafür, dass wir mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden und weniger von ausländischen Fachkräften abhängig sind», sagte Sibylle Jüttner (SP). Der Bedarf steige auch in den nächsten Jahren.

Gleichzeitig mahnte Jüttner: «Mehr Studienplätze alleine lösen das Problem nicht.» Ebenso zentral sei, dass die Arbeitsbedingungen in den Spitälern und Praxen verbessert würden.

Reto Agosti (FDP) zeigte sich als Arzt erfreut über die 270 zusätzlichen Studienplätze, die den Fachärztemangel lindern sollen. Dennoch zweifelt er, ob dies ausreicht. Die Bevölkerung werde älter, medizinisch bedürftiger und wachse. «Zusätzliche Studienplätze entschärfen diese Situation nicht», sagte er.

Kritik an Numerus Clausus

Benjamin Walder (Grüne) warnte vor einem «Rattenschwanz». Er sehe die Gefahr des «Gärtlidenkens» der Regierung, da der Schwerpunkt zu stark auf das Studium gelegt werde. Wichtig sei zudem, genügend Aus- und Weiterbildungsplätze bereitzustellen.

Janine Vannaz (Mitte) zeigte sich «überglücklich» über den Kredit, den sie als Motionärin angestossen hatte. Sie kritisierte den Numerus Clausus, der Medizinstudienplätze künstlich begrenze – an medizinisch interessierten Gymiabgängerinnen und -abgängern mangle es ja nicht. Mit «Med500+» werde die ärztliche Versorgung gesichert und die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften verhindert, so Vannaz.

Bis 2036 fast eine halbe Milliarde Franken

Insgesamt wird der Ausbau der Kapazität den Kanton Zürich in der Ausbauphase bis 2036 fast eine halbe Milliarde Franken kosten. Es werde eine Mitfinanzierung durch den Bund und gegebenenfalls andere Kantone angestrebt, sagte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) im Vorfeld vor den Medien.

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SRF 4 News, 2.3.2026, 13 Uhr ; 

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