Patric Stalder ist unterwegs auf seiner täglichen Runde durch die Zuger Gemeinde Risch. Eine Baustelle auf einem Trottoir sticht dem Ortspolizisten ins Auge. Er redet mit den Arbeitern und regt an, bei der Absperrung noch ein Blinklicht anzubringen, für mehr Sicherheit.
Einige Minuten später trifft er auf eine Familie auf einem Vorplatz. Patric Stalder spricht sie an und überreicht einen Flyer der Zuger Polizei mit Tipps, wie man sich in der dunklen Jahreszeit besser gegen Einbrüche schützen kann.
Patric Stalder ist Dorfpolizist mit Leib und Seele: «Als Ortspolizist berate und vermittle ich. Ich will den Leuten zeigen, dass ich ihre Ansprechperson bin.» Für diese Aufgabe müsse man kommunikativ und offen sein.
Wir kennen die Stimmung in den Quartieren.
Seit dem 1. Januar 2026 sind im Kanton Zug sechs Polizisten und eine Polizistin in verschiedenen Dörfern unterwegs. Mit der Wiedereinführung der Ortspolizisten knüpft die Zuger Polizei an eine alte Tradition an. Das Ziel: Das Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der Polizei stärken.
«Wir sind da, wo die Menschen sind, und wir kennen die Stimmung in den Quartieren», sagt Patric Stalder. Er ist auch Leiter dieses Projekts bei der Zuger Polizei.
Das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung wird automatisch stärker.
In letzter Zeit sei die Präsenz der Polizei in den Dörfern etwas zu kurz gekommen. «Die Polizisten mussten aufgrund der Auftragslage immer mehr Arbeit im Büro erledigen – bei Ermittlungen und bei Einvernahmen», so Stalder. Jetzt soll sich das wieder ändern.
Bevölkerung fühlt sich sicherer
Dass der Ortspolizist in Risch zurück ist, schätzt Gemeinderat Patrick Wahl, der für das Ressort Sicherheit zuständig ist: «Das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung wird automatisch stärker.» Eine Person mit Ortskenntnis könne präventiv wirken.
Der regelmässige Austausch mit dem zuständigen Gemeinderat gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet des Ortspolizisten. Anschliessend schaut Patric Stalder noch kurz im Feuerwehrlokal vorbei. Es geht um eine Besprechung im Vorfeld des Fasnachtsumzuges.
Die Leute fragen, ob ich jetzt dieser neue Dorfpolizist bin.
Mittlerweile wird Patric Stalder auf der Strasse auch häufiger angesprochen. «Die Leute fragen, ob ich jetzt dieser neue Dorfpolizist bin», lacht er. Es freue ihn, dass die Bemühungen der Polizei wahrgenommen würden.
Die Erfahrungen aus dem Projekt werden nun laufend analysiert. Im Kanton Zug ist der Dorfpolizist nämlich bislang nicht flächendeckend zurück. Das Ziel der Zuger Polizei sei es, bis Ende 2027 in allen Kantonsgebieten mit Ortspolizisten vertreten zu sein.
Patric Stalder macht sich wieder auf den Weg. Dieses Mal in Richtung Bahnhof. Dort kommt er mit Studierenden ins Gespräch. Sie feiern den Abschluss von Prüfungen an der Hochschule. Patric Stalder weist sie freundlich darauf hin, nach dem Feiern die Bierdosen zu entsorgen.