Notrufe, Demonstrationen, Ausschreitungen an Fussballspielen und Grossanlässe – die Stadtpolizei Zürich hat viel zu tun. Viele Polizistinnen und Polizisten arbeiten am Limit, denn seit Jahren fehlt es an Personal. Das liegt unter anderem an der Unterbesetzung. 2025 waren rund 90 Stellen nicht besetzt.
Um die Mitarbeitenden zu entlasten, hat die Stadtpolizei Zürich vor knapp zwei Jahren auf der Regionalwache Oerlikon ein neues Arbeitszeitmodell getestet – mit mehr Ablösungen und mehr Rotationen. Neu erhalten die Mitarbeitenden zwei freie Tage am Stück – im besten Fall unter der Woche.
An den Wochenenden brauchen wir mehr verfügbares Personal.
Denn so stünden am Wochenende mehr Polizistinnen und Polizisten für Einsätze bereit, erklärt die Sprecherin der Stadtpolizei, Judith Hödl. «Wir haben immer mehr Ereignisse an den Wochenenden. Das heisst, wir brauchen dann auch mehr verfügbares Personal.»
Gleichzeitig habe man mehr Verbindlichkeit bei den freien Tagen schaffen wollen. Dadurch solle es weniger oft vorkommen, dass Polizistinnen und Polizisten kurzfristig für Zusatzeinsätze aufgeboten werden müssen.
Neues Modell braucht Zeit
Mit dem neuen Schichtmodell könnten Polizistinnen und Polizisten ausserdem mehr mitreden: Sie können ihre freien Tage im Voraus eingeben und haben damit mehr Planungssicherheit.
Nach dem erfolgreichen Pilotversuch hat die Stadtpolizei Anfang dieses Jahres das neue Arbeitszeitmodell auch in den drei übrigen Regionalwachen der Stadt eingeführt.
Auch Werner Karlen, Präsident des Polizeibeamtenverbands der Stadt Zürich, zieht eine positive Bilanz. Er unterstützt das neue Modell. Allerdings sei die Umstellung auf das neue Schichtmodell für das Kader und das Personal sehr gross.
«Es braucht Zeit, bis das Personal erkennt, wie es mit diesem neuen System umgehen soll und welche Möglichkeiten es bietet», sagt Karlen. Deshalb könne er erst in ein paar Monaten sagen, wie viel Entlastung das neue Modell den Polizistinnen und Polizisten in der Stadt Zürich tatsächlich bringt. Es sei aber auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Klar ist aber schon jetzt: Das Hauptproblem der Stadtzürcher Polizei, der Personalmangel, ist auch mit neuen Arbeitszeiten noch nicht gelöst.