Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Mehreinnahmen Aargau Verkehr Sicherheitsangestellte verhängen Bussen fürs Schwarzfahren

  • Das Bahn- und Busunternehmen Aargau Verkehr hat letztes Jahr 75 Prozent mehr Bussgelder eingenommen.
  • Viele der zusätzlichen Bussen wurden durch zusätzliches Sicherheitspersonal verhängt.
  • Die SBB hingegen verzichtet bewusst auf ein solches Modell und hält die Aufgaben getrennt.

Aargau Verkehr beförderte letztes Jahr über 29 Millionen Fahrgäste in den Kantonen Aargau, Luzern und Zürich. Das Unternehmen betreibt unter anderem die Limmattalbahn, die WSB (Wynen- und Suhrentalbahn), die Bremgarten-Dietikon-Bahn sowie diverse Buslinien. Fürs vergangene Geschäftsjahr meldet Aargau Verkehr insbesondere Rekordwerte bei den Fahrgastzahlen.

Besonders viele nutzen die Limmattalbahn

Box aufklappen Box zuklappen
Weisses Tram vor einem Hochhaus mit 'SHOPPI TIVOLI'-Schriftzug.
Legende: Aargau Verkehr hat auf praktisch allen Zügen seit Ende 2025 Viertelstundentakt. Dafür wurden mehr Personal und auch mehr Fahrzeuge nötig. Aargau Verkehr

2025 nutzten 29.2 Millionen Fahrgäste die Bahn- und Busangebote von Aargau Verkehr, ein Plus von 3.6 Prozent. Besonders stark entwickelte sich die Limmattalbahn von Killwangen AG nach Zürich: «Ihre Fahrgastzahl stieg von 6.1 auf knapp 6.5 Millionen und damit stärker als im Durchschnitt des gesamten Netzes», teilt Aargau Verkehr mit.

Rund 620 Angestellte

Finanziell bedeutet das, dass der Betriebsertrag 2025 auf 129 Millionen Franken angestiegen ist (ein Plus von 6.5 Prozent). Der leichte Konzernverlust von 0.3 Millionen Franken sei vor allem auf ungedeckte Kosten im Infrastrukturbereich zurückzuführen, teilt Aargau Verkehr mit. Total arbeiten rund 620 Angestellte für das Unternehmen.

Aargau Verkehr gehört dem Kanton Aargau, dem Bund und diversen Gemeinden.

Auch bei den Einnahmen durch Bussen kam einiges in die Kasse des Bahn- und Busunternehmens. Der Bussenertrag sei im Jahr 2025 um 75 Prozent gestiegen, auf total eine Million Franken, heisst es im neusten Finanzbericht. «Wir haben beim Kontroll- und Sicherheitspersonal aufgestockt. Gerade am Abend», erklärt Michael Briner, Mediensprecher von Aargau Verkehr. Mehr Kontrollstunden bedeuteten nun auch mehr Einnahmen, weil mehr Fahrgäste ohne gültiges Billett erwischt wurden.

Mehr Kontrollen, mehr Bussen

Die Kontrollstunden seien vor allem wegen der Sicherheit erhöht worden und nicht, um finanzielle Einnahmen zu generieren, betont Mediensprecher Michael Briner. Die höheren Bussgelder seien sozusagen ein «Nebeneffekt».

Bus und Tram auf Stadtstrasse mit historischen Gebäuden.
Legende: Eine Gelenkbus der Expressbus-Linie 444 (Bremgarten–Zürich Enge) am Bahnhof Enge. Aargau Verkehr ist in mehreren Kantonen tätig. Immer wieder werden in den Zügen und Bussen von Aargau Verkehr Fahrgäste ohne gültiges Billett erwischt. Aargau Verkehr

Bei Aargau Verkehr haben Security-Angestellte eine sogenannte Sicherheitsbefugnis. Sie dürfen also eine Person festhalten, bis die Polizei kommt. Sie dürfen Fahrgäste auch auf gültige Tickets überprüfen und Bussen verteilen.

BLS machte gute Erfahrungen

Auch die BLS setzt auf Ticketkontrollen durch Sicherheitspersonal. Sie führte das System als erstes Bahnunternehmen im Jahr 2020 ein. Die Sicherheitsangestellten kontrollieren die Billette und weisen die Fahrgäste beim gleichen Durchgang durch den Zug auf die Regeln hin.

Regionalzug nach Bern am Bahnhof.
Legende: Die BLS kennt das System, bei dem Kontrolleur und Sicherheitsangestellte ein und dieselbe Person sein können, schon länger. Die Erfahrungen seien gut, hiess es hier bereits 2022. Keystone / Christian Beutler

«Füsse runter!», «Billette bitte!», sagen BLS-Sicherheitsangestellte in einer früheren Reportage von SRF.

Der Vorteil sei, dass die Sicherheitsangestellten über die Billettkontrollen einen Erstkontakt zu den Fahrgästen herstellen könnten. Das helfe gerade in schwierigen Situationen. Die Einnahmen seien ebenfalls ein Thema, nannte die BLS den zweiten Vorteil damals. Die BLS beschäftigt aber weiterhin auch «reine» Kontrolleure, die keine Sicherheitsaufgaben übernehmen.

SBB tickt anders

Bei der SBB hingegen kontrolliert ausschliesslich die Zugbegleiterin die Tickets. Das Sicherheitspersonal ist für die Sicherheit zuständig. «Die SBB setzt ganz bewusst auf eine klare Rollenteilung, weil wir damit die beste Servicequalität und die grösstmögliche Sicherheit für die Reisenden und Mitarbeitenden erzielen», heisst es bei der SBB auf Anfrage.

Schaffnerin überprüft Tickets im Zug.
Legende: Die SBB setzt bewusst auf zwei Personen: Die Zugbegleiterin und der Transportpolizist haben verschiedene, getrennte Aufgaben. «Diese Spezialisierung erlaubt es den Mitarbeitenden, sich vollumfänglich auf ihre jeweilige Kernaufgabe zu konzentrieren», sagt die SBB auf Anfrage. Keystone / Christian Beutler

Die Kundenbegleiterinnen und -begleiter seien für die Betreuung der Fahrgäste, die Abfertigung der Züge, die Kundeninformation und die Fahrausweiskontrollen zuständig. Die Transportpolizei mit rund 200 Polizistinnen und Polizisten sei für die Sicherheit auf Arealen des öffentlichen Verkehrs und in Zügen da.

Die beiden würden einander auf gewissen Strecken oder in gewissen Zügen begleiten, sprich Transportpolizei und Zugbegleiterin sind gemeinsam unterwegs, mit getrennten Aufgaben. Eine Änderung der Aufgabenverteilung sei nicht geplant, so die SBB weiter.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 8.4.2026, 06:31 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel