Alwin Probst steht in einem Raum, umgeben von Skeletten. Man sieht einen Affen, ein Pferd und erahnt bei weiteren Skeletten, welche Tiere es sein könnten. Die Skelette werden nicht zerlegt, bevor sie gezügelt werden, sagt der Präparator des Naturhistorischen Museums Basel. «Das wäre viel zu aufwändig.»
Unzerlegte Skelette von einem Ort an einen anderen zu bringen, ist aber auch nicht einfach. Probst berührt eines und sagt: «Wenn ich hier wackle, sieht man, wie sich alles bewegt. Beim Transport muss deshalb alles sehr gut gesichert werden.»
Anspruchsvoll ist auch die Vogeleier-Sammlung, so Probst. Die Eier sind so gut verpackt, dass auch dann nichts passiert, wenn eine Schachtel runterfällt.
Neben den individuellen Verpackungen und Sicherungen stellt auch die schiere Anzahl der Objekte eine Herausforderung dar. Ein Museum zu zügeln sei vergleichbar mit dem Zügeln von 400 Privatwohnungen, so Probst. Der Museumsumzug selbst dauert denn auch ein Jahr, die Vorbereitungen sogar deutlich länger.
Es ist ein Mammutprojekt.
Deshalb sind Probst und sein Team auch schon seit rund neun Jahren daran, die zwölf Millionen Objekte für den Transport vorzubereiten. Dazu mussten sie jede Sammlung einzeln untersuchen: Muss etwas zuerst geflickt werden? Welches Objekt kann wie verpackt werden? «Es ist ein Mammutprojekt», sagt André Puschnig, der am Museum für den Umzug verantwortlich ist.
So viel Zeit braucht es, weil das Museum nicht nur viele, sondern auch viele unterschiedliche Objekte zügeln muss. Neben den Skeletten und den Eiern beherbergt das Naturhistorische Museum Basel über fünf Millionen Käfer, Insekten, Schmetterlinge und andere Wirbellose, sechs Millionen Exemplare von Säugetieren, Fischen, Sauriern, Mollusken, Hunderttausende Vögel, Amphibien und Reptilien, Zehntausende Mineralien und vieles mehr.
All die kleinen, filigranen Objekte wie auch die riesigen Ausstellungsstücke müssen von der Basler Augustinergasse nahe des Münsterplatzes in den Neubau am Bahnhof St. Johann gebracht werden.
Vom ehrwürdigen Altbau in den modernen Neubau
-
Bild 1 von 2. Das Naturhistorische Museum Basel zügelt vom altehrwürdigen Berribau in der Augustinergasse nahe des Münsters … . Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
-
Bild 2 von 2. ... in einen Neubau am Bahnhof St. Johann. Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
Bei diesem Grossumzug gehe es aber nicht darum, möglichst schnell zu zügeln, sondern möglichst gut, sagt Markus Maushart, Geschäftsführer des Zügelunternehmens «Welti-Furrer»: «Wir müssen nicht in 100 Tagen zügeln, sondern ohne Schaden.» Insgesamt kostet der Transport eine Million Franken.
Das Museum kann ab Februar 2027 im neuen Gebäude im St.-Johann-Quartier einziehen. Der eigentliche Umzug beginnt dann im März. Am neuen Ort soll das Naturhistorische Museum Basel Mitte 2029 eröffnen.