Was ist ein digitaler Brief? Eigentlich ist ein digitaler Brief nichts anderes als eine digital verschickte, schriftliche Mitteilung, vergleichbar mit einem E-Mail oder einem konventionellen Brief. «Die digitalen Briefe zählen zur postalischen Grundversorgung, und diese kann man nutzen, wenn man will», sagt die Leiterin Digital Services der Post, Nicole Burth.
Wofür braucht es überhaupt digitale Briefe? Dazu sagt Nicole Burth: «E-Mail ist kein guter Weg, um sensible Daten auszutauschen. Beim digitalen Brief sind alle Adressen verifiziert, und die Sendung hat einen Zeitstempel.» Ein elektronisches Siegel garantiert, dass der digitale Brief unverändert zugestellt wurde. Das verunmöglicht Betrugsversuche wie Phishing. «Mit diesem Service sind wir erstmals digital in der Grundversorgung präsent. Damit gehen wir auf das Bedürfnis der Bevölkerung ein, Sicherheit bei der Digitalisierung zu gewährleisten», so die Vertreterin der Post.
Was braucht man, um einen digitalen Brief zu erhalten? Voraussetzung ist, dass man sich vorgängig in der Post-App registriert. Diese App kann man auf dem Smartphone oder auf dem Computer nutzen. Um die Post-App vollumfänglich nutzen zu können, braucht man ein Kundenlogin der Post. Zurzeit seien schon 1.2 Millionen Adressen verifiziert und rund eine halbe Million davon habe dem Empfang digitaler Post bereits zugestimmt, sagte Burth am Medientermin.
Wie funktioniert der Service? Unternehmen und Behörden oder Privatpersonen geben ihre Post digital auf. Dafür reicht die Postadresse. Die Post übernimmt die Sendung und stellt sie zu. Jede Sendung ist rechtssicher und mit einem Siegel versehen. Die Empfängerin oder der Empfänger wählt selbst aus, wie er seine Post erhalten will: digital in der Post-App oder analog im Briefkasten.
Wie teuer ist ein digitaler Brief? Einen digitalen Brief zu erhalten, ist gratis. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Brief physisch als Brief oder auf der App zugestellt wird. Einen digitalen Brief zu verschicken, kostet ein Porto von 40 Rappen. Wünscht der Empfänger oder die Empfängerin eine physische Zustellung, berechnet die Post zusätzlich den Aufwand für Druck und Papier. B-Post kostet 1.45 Franken, A-Post 1.65.
Was passiert, wenn man kein Smartphone hat? «Personen ohne Smartphone können die App auf dem Computer nutzen», sagt die Leiterin Digital Services. Und: «Wer keine digitalen Briefe erhalten will oder kann, erhält sie gedruckt an die Postadresse.» Wer via App einen digitalen Brief verschickt, erhält eine Mitteilung, ob der Empfänger ihn digital erhält oder nicht. Die Briefe werden unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen gescannt, der grösste Teil davon wird maschinell verarbeitet. «Ausnahmen sind Briefe, die mit Bostitch zusammengehalten werden: Die Bostitche müssen von Hand entfernt werden», so Burth.
Kann ich die gesamte Post digital erhalten? Dafür braucht man als Privatperson ein Abonnement für 9.90 Franken im Monat. Dann wird sämtliche Briefpost gescannt.
Darf der Sender die Kosten für die physische Zustellung eines digitalen Briefes dem Empfänger verrechnen? Dazu gebe es keine Vorschriften, sagt Nicole Burth. Ob das Drucken eines Briefes dem Empfänger verrechnet werde, hänge von der gegenseitigen Beziehung ab.