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Murtenschlacht Wie ein 1000‑Quadratmeter-Panorama digital neu zum Leben erwacht

Das grösste Digitalbild der Welt ist nun in Bern zu sehen. Es lässt die Schlacht von Murten neu aufleben.

Wer die neue Ausstellung im Bernischen Historischen Museum (BHM) betritt, steht gleich zu Beginn vor einem Monument der Schweizer Geschichte: einem kleinen Teil des insgesamt hundert Meter langen Panoramabildes zur Schlacht von Murten.

Zu gross für das Museum

Erst drei Mal wurde das Murten-Panorama in seiner über 130-jährigen Geschichte in voller Grösse ausgestellt: kurz nach seiner Entstehung um 1900 in Zürich und Genf, zuletzt 2002 an der Landesausstellung in Murten.

Besuchende mitten in der Projektion
Legende: Auflösung in 1.6 Terapixel: Im Bernischen Historischen Museum (BHM) ist das Digitalbild der Murtenschlacht das Herzstück der Ausstellung anlässlich des Erinnerungsjahrs «550 Jahre Schlacht bei Murten». Bernisch Historisches Museum/Stefan Wermuth

Und auch in Bern ist nur ein Teil des originalen Panoramas sichtbar. Gerade mal knapp zwei Meter von einer Rolle sind ausgerollt, die schiere Grösse des Originals lässt nicht mehr zu. «Es war eine Zitterpartie, die Rolle überhaupt in die Ausstellung zu hieven», sagt BHM-Direktor Thomas Pauli. Nur mit viel Aufwand sei das gelungen. Eine Rolle ist zehn Meter lang und wiegt mehrere hundert Kilogramm.

Das Murten-Panorama in Zahlen

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Das Panorama der Schlacht von Murten entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Der Maler Louis Braun erschuf das gewaltige Ölgemälde in München innerhalb eines Jahres:

  • Das Murten-Panorama ist über 100 Meter lang und rund 10 Meter hoch.
  • Das Gemälde besteht aus drei Rollen mit ähnlichen Längen.
  • Die Leinwand besteht aus zahlreichen Teilen, die in der Höhe zusammengenäht wurden. Das Gesamtgewicht der Leinwand wird auf 1.5 Tonnen geschätzt.

Der Höhepunkt der Ausstellung liegt ein paar Schritte weiter: ein abgedunkelter Rundraum mit einer 360-Grad-Projektion. Hier ist das vollständig digitalisierte Panorama zu sehen. «Beim Reinkommen muss man sich kurz balancieren – alles bewegt sich», sagt Thomas Pauli lachend.

Weltweit grösstes Digitalbild

Verantwortlich für die digitale Version ist ein Team der ETH Lausanne. Mit einer Spezialkonstruktion fuhren die Forschenden über das empfindliche Objekt und nahmen 27'000 hochauflösende Fotografien auf.

Das Ergebnis ist das weltweit grösste Digitalbild eines historischen Objekts. Ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde inklusive. Für Museumsdirektor Thomas Pauli ist die Digitalisierung mehr als ein technischer Triumph: «Sie ist auch ein Beitrag zur Langzeitarchivierung. Sollte das Original jemals Schaden nehmen, bleibt diese hochauflösende Form erhalten.»

Es ist wie ein riesiges Wimmelbild. Man kann sich vollkommen darin verlieren.
Autor: Aline Minder Programmverantwortliche BHM

Mittels Joystick können Besucherinnen und Besucher durch das Bild navigieren. Mit wenigen Bewegungen zoomt man in die Schlacht: zu Rüstungen, Pferden und anderen Details.

Braucht es noch das Original?

«Es ist wie ein riesiges Wimmelbild», sagt Aline Minder, Programmverantwortliche des BHM. «Man kann sich vollkommen darin verlieren.» Zum Beispiel in der Szene, in der die Eidgenossen den Schatz von Karl dem Kühnen plündern. «Mittels digitaler Version kann man sich spielerisch mit dem Bild auseinandersetzen und bekommt einen einen Eindruck von der Monumentalität des Bildes.»

Wozu braucht es also noch das Originalbild – wenn es nun eine praktischere digitale Version gibt? Das Digitalbild sei kein Ersatz für das Original, ist Aline Minder überzeugt: «Auf der digitalen Version sind beispielsweise die silbern glänzenden Applikation, die auf Rüstungen und Waffen angebracht sind, nicht zu sehen. Damit wollte der Maler, die Szenerie wohl realistischer erscheinen lassen.»

Und auch für Museumsdirektor Thomas Pauli ist klar, jedes Original ist unverzichtbar. «Die Geschichte hinter den realen Dingen zur erzählen, bleibt der Kernauftrag eines Museums», sagt der Museumsdirektor. Das Digitalbild könne dabei aber eine neue Perspektive hinzufügen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 26.2.2026, 17:30 Uhr ; 

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