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Museum auf dem Berg Neue Bühne für die legendäre Rigi-Lok

Die historische Lok 7 wird Teil eines neuen Museums über die Geschichte der Rigi. Zieht sie mehr Publikum auf den Berg?

Auf Rigi Kulm in der Zentralschweiz steht in einer alten Remise die Lok 7. Die tonnenschwere, grünlackierte Dampflokomotive hat Baujahr 1873. Einst war sie das touristische Zugpferd. 1959 kam sie ins neu gegründete Verkehrshaus der Schweiz, als eines der ersten Exponate.

2020 erfuhr die Lok 7 eine Auferstehung: Sie wurde wieder fahrtüchtig gemacht und ist seither bei rund zwölf Extrafahrten pro Jahr auf der Rigi unterwegs. «Kaum ist die LoK 7 unterwegs, scharen sich die Leute um sie. Sie ist mit dem stehenden Kessel weltweit die Letzte ihrer Art», sagt Ivan Steiner, Leiter Marketing bei den Rigi Bahnen.

Bei Nebel ins Museum

Nun erhält die Lok auf Rigi Kulm ein eigenes Museum. Dort ist jedoch nicht nur die Dampflok zu sehen. Vielmehr wird auch die Geschichte der Rigi erzählt. Gäste können die Historie des ersten Berggasthauses der Alpen, des weltweit ersten Skigebietes oder der ersten Bergbahn Europas mittels KI-unterstützter Videotechnik mitverfolgen.

Es geht darum, in den frequenzschwachen Zeiträumen ein zusätzliches Angebot zu schaffen.
Autor: Florian Eggli Leiter Institut Tourismus und Mobilität, Hochschule Luzern

Wenn also die Rigi nebelverhangen ist, keine Sicht auf See und Berge bietet, lockt das Gipfelmuseum. Die Ausstellung sei das perfekte Schlechtwetterprogramm, heisst es bei den Rigi-Bahnen.

Dem pflichtet Florian Eggli vom Institut für Tourismus und Mobilität an der Hochschule Luzern bei: «Es geht darum, in den frequenzschwachen Zeiträumen ein zusätzliches Angebot zu schaffen.» Davon profitiere auch die Gastronomie und die Menschen, die auf dem Berg arbeiten, weil so eine konstante Nachfrage entstehe. Die Idee sei nicht neu, auch andere Alpendestinationen böten den Besucherinnen und Besuchern eine Schlecht­wetter­alternative.

Andere Museen auf Gipfeln

Dass das neue Museum auf der Rigi für einen zusätzlichen Touristenansturm sorgt und den Berg noch mehr an die Grenze bringt, glaubt Florian Eggli hingegen nicht. Viel Ansturm gäbe es jeweils an schönen Tagen. Und dieses Angebot ziele auf das Gegenteil: «Beim Massentourismus geht es um einen schnellen Besuch, um ein Foto ganz nach dem Motto ‹been there, done that›. Beim Kulturtourismus geht es um die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Rigi.»

Mit einem solchen Format versuchten die Bergdestinationen eher, Publikums-Peaks zu entflechten – die Leute besser zu verteilen, sie auch zu anderen Zeiten auf den Berg zu holen.

Berginszenierungen gab es schon immer

Stellt sich die Frage, warum die Natur nicht ausreicht und weshalb es eine solche Inszenierung auf dem Berg überhaupt braucht. Die Rigi habe auch früher schon verstanden, sich zu präsentieren, sagt Florian Eggli: «Der Sonnenaufgang auf der Rigi war das Spektakel und der Grund, wieso die Leute auf die Rigi kamen. Es gab dafür extra einen Aussichtsturm, der unnötig war. Man braucht keinen Turm auf dem höchsten Punkt des Berges. Da ging es darum, die Bedeutung des Sonnenaufgangs zu bestärken, eben zu inszenieren.»

Der Berg Rigi bei Sonnenaufgang.
Legende: Die Rigi bei Sonnenaufgang. Auf dem Berg ist er noch viel beeindruckender. Deshalb gingen vor allem früher viele Leute extra auf den Berg. Keystone/Christian Beutler

Die Ausstellung rund um die Lok 7 auf Rigi Kulm nimmt diese alte Idee auf. Sie bringt Nostalgie auf den Berg zurück – jedenfalls für die nächsten sieben Jahre.

Regionaljournal Zentralschweiz, 01.04.2026, 17:30 Uhr ; 

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