- Der Freiburger SP-Staatsrat Jean-François Steiert tritt im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl an.
- Zehn Jahre in der Kantonsregierung seien eine gute Zeitspanne, sagt der Direktor für Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt vor den Medien.
- Nun wolle er «neuen Kräften» Platz machen, erklärte der 65-jährige Magistrat.
«Eine solche Entscheidung zu treffen, ist nie einfach», sagt Jean-François Steiert gegenüber Radio SRF. Die Arbeit habe ihm viel Freude bereitet. «Gleichzeitig muss man überlegen, wie effizient man ist, wenn man allzu lange bleibt – oder ob es nicht besser ist, den Platz für jemand anderen freizumachen.»
In seiner Amtszeit habe er zahlreiche Projekte umsetzen können, die für die Zukunft des Kantons von Bedeutung seien. Steiert nannte etwa das Mobilitäts- und Klimagesetz, bei dem wichtige Fortschritte erzielt worden seien. Hinzu kämen grosse öffentliche Bauvorhaben wie die Renovierung und Erweiterung der Kantons- und Universitätsbibliothek oder der Bau des Laborgebäudes für Agroscope.
Zehn Jahre lang musste Jean-François Steiert in der Kantonsregierung gegen eine bürgerliche Mehrheit ankämpfen. Wie viel hat ihm dies abverlangt? «Ob links oder rechts, das steht bei der Regierung nicht im Vordergrund, wir arbeiten lösungsorientiert», sagt er. Am Ende sei die persönliche Überzeugung oft wichtiger gewesen als die Parteizugehörigkeit.
Einsatz für ein bezahlbares Gesundheitssystem
Wie es nach seinem Rücktritt weitergeht, das sei noch offen, sagt Jean-François Steiert. «Aber ich werde mich sicher weiterhin für meine politischen Überzeugungen einsetzen.» Ein besonderes Augenmerk wolle er dabei auf den Einsatz für ein bezahlbares Gesundheitssystem legen. Diesen Bereich habe er nie ganz aufgegeben und dort zwei, drei Mandate inne. Die Gesundheit sei ein Schlüsselbereich der Schweizer Politik, und er habe «noch ein wenig Energie», um sein Engagement dort fortzuführen.
Ständerat? Man soll grundsätzlich nie etwas ausschliessen.
Auf die Frage, ob er nächstes Jahr eine Ständeratskandidatur ins Auge fasse, antwortet er: «Man soll grundsätzlich nie etwas ausschliessen, aber nächstes Jahr ist nächstes Jahr.»
Der Sozialdemokrat wurde 2016 in den Freiburger Staatsrat gewählt und war während seiner gesamten Amtszeit für die Bereiche Raumplanung, Umwelt und Infrastruktur zuständig. Zuvor war er Nationalrat. Dieses Amt hatte er für den Wechsel in den Staatsrat niedergelegt.
Am 8. November finden im Kanton Freiburg Gesamterneuerungswahlen statt. Die SP hat einen Sitz in der Kantonsregierung.