In einer langen Debatte zur Brandkatastrophe in Crans-Montana hat der Walliser Grosse Rat ein Postulat für die Einführung einer kantonalen Gebäudeversicherung mit grosser Mehrheit gutgeheissen. Das Postulat der Oberwalliser SP-Grossrätin Silvia Eyer fordert die «Einführung einer kantonalen, öffentlich-rechtlichen Gebäudeversicherung».
Sämtliche kantonalen und kommunalen Bauten sollen über diese kantonale Gebäudeversicherung versichert werden. Mit der Versicherung sollen Feuer- und Elementarschäden gedeckt und die Prävention gefördert werden.
Die FDP, die SVP Unterwallis und die Grünen unterstützten den Vorstoss der SP mit 103 zu 12 Stimmen bei 9 Enthaltungen. Das Postulat geht zur Beantwortung an den Walliser Staatsrat.
Das Wallis ist einer von wenigen Kantonen in der Schweiz, die noch keine solche Versicherung haben. In neunzehn Schweizer Kantonen besteht die Pflicht, eine Gebäudeversicherung bei einer kantonalen Gebäudeversicherung abzuschliessen. Im Wallis besteht diese nicht.
Blatten und Crans-Montana erhöhten Druck
Noch vor wenigen Jahren hatte das Kantonsparlament einen entsprechen Vorstoss der SP abgelehnt. Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hat das Thema politisch neuen Auftrieb erhalten. Bereits nach dem Bergsturz in Blatten im Lötschental hatte die SP einen entsprechenden Vorstoss eingereicht, der nun in der Frühlingssession des Walliser Grossen Rats angenommen worden ist.
Sollte das Wallis dereinst tatsächlich eine kantonale Gebäudeversicherung einführen, würde die Brandschutz-Kontrollpflicht durch die Gemeinden wegfallen und an die Gebäudeversicherung übergehen.