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Neubau Hitachi-Campus Das Buhlen um Hitachi Energy in Wettingen AG und Otelfingen ZH

Hitachi Energy plant einen neuen Hauptsitz. Derzeit buhlen zwei Gemeinden um den Konzern. Im Aargau gibt es Widerstand.

Das Technologieunternehmen Hitachi Energy prüft Standorte für einen neuen Schweizer Hauptsitz. Hitachi Energy hat seinen Hauptsitz in Zürich, aber schweizweit total zwölf Standorte. Diese will der Konzern reduzieren auf einem grossen Campus in Wettingen AG oder in Otelfingen ZH. Das Interesse der Regionen am Grosskonzern ist gross, die Kritik aber auch, vor allem im Aargau.

Gebäude von Hitachi mit Bäumen und Strassenschildern.
Legende: Der Hauptsitz des global agierenden Konzerns Hitachi Energy ist derzeit in Zürich Oerlikon. Hitachi Energy hat schweizweit zwölf Standorte, mehrere davon im Aargau, in Baden, in Wettingen und in Lenzburg. Keystone/Gaetan Bally

Die Gemeinde Wettingen und der Aargauer Regierungsrat rollen Hitachi den roten Teppich aus. Sie wollen die Firma ins Gebiet Tägerhardächer holen. Das Gebiet ist 10 Hektar gross. 1000 bestehende Arbeitsplätze sollen gesichert werden und 2000 neue hinzukommen. Der neue Hauptsitz könnte Wettingen 10 Millionen Franken Steuern pro Jahr einbringen.

Das Areal Tägerhardächer in Wettingen AG

Für den Standort Wettingen spreche mehr als Steuereinnahmen, sagt Markus Haas, Gemeindeammann von Wettingen. «Hitachi ist seit über hundert Jahren in der Region tief verankert. Mit Industrie, Forschung, hochwertigen Arbeitsplätzen. Wir können mit der Ansiedlung Arbeitsplätze sichern.» Das Projekt sei für den Energiekanton Aargau und die ganze Region enorm wichtig.

Widerstand aus Nachbarschaft

Widerstand gibt es aus der Wettinger Nachbargemeinde Würenlos. Sie würde keine Steuereinnahmen erhalten, hätte aber mit Mehrverkehr und steigenden Immobilienpreisen zu kämpfen, befürchtet sie. Würenlos wolle bis vor Bundesgericht kämpfen, sagte der Gemeinderat.

Geplanter Hitachi-Campus Wettingen

Anton Möckel, Gemeindeammann von Würenlos, argumentiert mit dem Landschaftsschutz: «Das Negative für den Gemeinderat ist, dass Hitachi in einem Siedlungsgürtel bauen will, den wir seit Jahren schützen müssen.» Man sei in Würenlos wirtschaftsnah, aber man möchte die grüne Lunge mitten im dicht bebauten Limmattal erhalten.

Naturschutzverband mit Forderungen

Der Naturschutzverband Pro Natura Aargau findet, der Standort sei raumplanerisch hochsensibel, aber die Ansiedlung von Hitachi Energy sei für den Aargau eine Chance. Man sei gesprächsbereit, um Lösungen zu entwickeln.

Dem Naturschutzverband schwebt vor, dass man einen Teil der Kantonsstrasse, die durchs Gebiet geht, überdacht, unter anderem als Wildtierkorridor und neue Kulturlandfläche. «Wenn man es gezielt schafft, die Lebensräume dort zu vernetzen, dann könnte das Projekt der Natur sogar helfen», sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

Wenn zwei sich streiten …

Gut möglich, dass das aktuelle Hin und Her im Aargau um die Ansiedlung von Hitachi Energy der Konkurrenzgemeinde Otelfingen ZH nützt. Hitachi verhandelt nebst Wettingen auch mit Otelfingen an der Grenze zum Aargau.

Hier könnte Hitachi das Gelände des ehemaligen Jelmoli-Verteilzentrums und angrenzende Parzellen übernehmen. Das 11 Hektar grosse Areal sei für die Industrienutzung vorgesehen, gab die Gemeinde im März bekannt. «Das Interesse vonseiten der Gemeinde ist gross. Die Anfrage von Hitachi passt sehr gut», sagte Barbara Schaffner, Gemeindepräsidentin von Otelfingen, gegenüber SRF.

Betongebäude mit Treppe und kahlen Bäumen an grauem Tag.
Legende: Das ehemalige Jelmoli-Gebäude in Otelfingen ZH, erstellt von Architekt Roland Rohn. Es steht zum Teil unter Schutz. SRF

In Otelfingen fordern die Mieterinnen und Mieter im Jelmoli-Gebäude Alternativlösungen, falls sie das Gebäude verlassen müssten. Es gehört der Immobilienfirma Swiss Prime Site. Zudem steht das Jelmoli-Verteilzentrum zum Teil unter Schutz. Die Unternehmenssteuern wären in Otelfingen höher als im Aargau.

Das Buhlen um den Grosskonzern Hitachi geht weiter. Bis wann Hitachi entscheidet, ist unklar, heisst es auf Anfrage beim Unternehmen.

Das ist Hitachi Energy

Box aufklappen Box zuklappen
Hitachi-Schild an metallener Struktur.
Legende: Keystone/Gaetan Bally

Hitachi Energy ist eine Tochtergesellschaft des japanischen Industriekonzerns Hitachi mit Hauptsitz in Zürich und weiteren Standorten im Aargau.

Hitachi Energy produziert Leistungshalbleiter. Halbleiter können Elektrizität leiten. «Heute stellt unser vielfältiges Sortiment an Halbleitern sicher, dass E-Fahrzeuge und Züge reibungslos laufen, Strom effizient erzeugen und Windturbinen zuverlässig funktionieren», heisst es auf der Firmenwebsite.

Geschichte des Unternehmens

Hitachi Energy wurde 2021 offiziell gegründet. Die Geschichte beginnt aber viel früher, unter anderem mit den Erfindungen der BBC, später ABB. 2020 schlossen sich Hitachi und ABB Power Grids zu einem Joint Venture zusammen. 2022 veräusserte die ABB ihre Beteiligung und Hitachi Energy wechselte vollständig zu Hitachi Ltd.

Hitachis Vision definiert die Firma selbst so: «Wir setzen uns dafür ein, das Energiesystem der Welt nachhaltiger, sicherer, belastbarer und erschwinglicher zu machen, den Zugang zu Elektrizität für alle zu verbessern und Gesellschaften zu befähigen, sich zu entfalten.»

Die Firma ist in 60 Ländern tätig und beschäftigt 56’000 Angestellte.

Schweiz Aktuell, 26.5.2026, 19 Uhr ; 

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