Seit den 1850er-Jahren werden in Olten Eisenbahnwagen und Züge gewartet und saniert. Zuerst in den Werkstätten der Centralbahn, seit 1902 in jener der SBB. Das Werk in Olten wurde über die Jahre aus- und umgebaut und ist heute der wichtigste Standort des Unternehmens. 1200 Personen arbeiten hier im Unterhalt. Sie revidieren an diesem Standort jährlich rund 1000 Eisenbahnwagen.
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Bild 1 von 3. Wandbild an den Werkstätten der SBB. Hier wird gezeigt, was in den Hallen gemacht wurde: Wartung der Achsen und Drehgestelle. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. Blick in eine Reparaturhalle 1949. Damals wie heute brauchen Eisenbahnwagen viel Platz. Und die Beleuchtung zum Arbeiten muss gut sein. Bildquelle: SBB Historic.
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Bild 3 von 3. 1863 in den Werkstätten der Centralbahn. Mit viel Muskelkraft wird geschmiedet, gehämmert oder gedreht. Bildquelle: SBB Historic.
Nun ist die neuste Erweiterung abgeschlossen. Für rund 50 Millionen Franken baute die SBB eine Halle, in der Wagen geschweisst und geklebt, sandgestrahlt und lackiert werden können. Der Anbau ist 6500 Quadratmeter gross – ungefähr die Fläche eines Fussballfelds.
Das richtige Klima – auch fürs Kleben
Wegen des immer grösseren Angebots und den damit zusätzlichen Fahrzeugen braucht die SBB mehr Kapazitäten für den Unterhalt. In der neuen Oltner Anlage werden nun unter anderem die Doppelstock-Triebzüge der Zürcher S-Bahn und andere Doppelstöcker saniert. Nun erhalten sie nach 15 Jahren einen grossen Service. Damit sollen die Züge weit über die geplante Lebensdauer von 25 Jahren hinaus fahren können.
Eisenbahnen warten: Das bedeutet immer noch tonnenschwere Drehgestelle wechseln, Klimageräte tauschen, Polster und Beleuchtung erneuern oder WC-Kabinen einbauen – mechanische oder elektronische Arbeiten. Alles wird aus den Wagen ausgebaut, Komponenten und Wagenkonstruktion revidiert – ein Doppelstock-Wagen wird vier Tage lang sandgestrahlt – und dann wird alles wieder eingebaut.
Heute wird aber weniger geschweisst oder geschraubt als früher. Die meisten Züge bestehen nicht mehr aus Stahl, sondern grösstenteils aus Aluminium. Kabinen oder Fenster werden geklebt. Dazu braucht es das richtige Klima in der Halle. Die richtige Temperatur und bessere Luft bedeuten auch bessere Arbeitsbedingungen.
Die Checkliste auf der Datenbrille
Die Instandhaltung wird immer komplexer. In der Werkstätte Olten setzen die SBB deshalb auch Datenbrillen ein. Die Brille ist sprachgesteuert und mit Kamera und Licht ausgerüstet.
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Bild 1 von 2. Die Datenbrille kann beispielsweise Checklisten anzeigen. Mit der Kamera kann der Mitarbeiter Mängel festhalten oder per Videotelefonie ein Problem mit Kollegen besprechen. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 2. Sind die Schweissnähte im leergeräumten Wagen noch gut? Per Videotelefonie kann sich der Mitarbeiter mit Kollegen besprechen und ihnen Aufnahmen senden. Bildquelle: SRF.
Den Mitarbeitenden wird auf einem kleinen Bildschirm vor dem Auge etwa eine Checkliste angezeigt für die Abnahme eines sanierten Wagens. Die Liste führt durch die Arbeiten, bei Bedarf können einzelne Arbeitsschritte angezeigt werden. Dank der Brille haben sie beide Hände frei für die Arbeiten.
Unterstützung bei Fragen gibt es per Videotelefonie. Die Arbeiter können Situationen mit Experten besprechen und ihnen Livebilder senden.