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Neue SBB-Werkstätte Wie diese Brille hilft, Züge zu reparieren

Die SBB haben in Olten für 50 Millionen eine neue Werkhalle gebaut. Züge werden mit moderner Technik instand gehalten.

Seit den 1850er-Jahren werden in Olten Eisenbahnwagen und Züge gewartet und saniert. Zuerst in den Werkstätten der Centralbahn, seit 1902 in jener der SBB. Das Werk in Olten wurde über die Jahre aus- und umgebaut und ist heute der wichtigste Standort des Unternehmens. 1200 Personen arbeiten hier im Unterhalt. Sie revidieren an diesem Standort jährlich rund 1000 Eisenbahnwagen.

Nun ist die neuste Erweiterung abgeschlossen. Für rund 50 Millionen Franken baute die SBB eine Halle, in der Wagen geschweisst und geklebt, sandgestrahlt und lackiert werden können. Der Anbau ist 6500 Quadratmeter gross – ungefähr die Fläche eines Fussballfelds.

Das richtige Klima – auch fürs Kleben

Wegen des immer grösseren Angebots und den damit zusätzlichen Fahrzeugen braucht die SBB mehr Kapazitäten für den Unterhalt. In der neuen Oltner Anlage werden nun unter anderem die Doppelstock-Triebzüge der Zürcher S-Bahn und andere Doppelstöcker saniert. Nun erhalten sie nach 15 Jahren einen grossen Service. Damit sollen die Züge weit über die geplante Lebensdauer von 25 Jahren hinaus fahren können.

Unvollständiger Zug im Wartungswerk.
Legende: Leer geräumt und bereit für die Sanierung. Vier Tage lang arbeiten mehrere Personen, bis ein Doppelstock-Wagen komplett sandgestrahlt ist. SRF

Eisenbahnen warten: Das bedeutet immer noch tonnenschwere Drehgestelle wechseln, Klimageräte tauschen, Polster und Beleuchtung erneuern oder WC-Kabinen einbauen – mechanische oder elektronische Arbeiten. Alles wird aus den Wagen ausgebaut, Komponenten und Wagenkonstruktion revidiert – ein Doppelstock-Wagen wird vier Tage lang sandgestrahlt – und dann wird alles wieder eingebaut.

Mann in oranger Arbeitskleidung hält technische Ausrüstung.
Legende: In der neuen Halle gibt es auch ein klimatisiertes «Klebegleis». Teamleiter Dritan Beluli zeigt eine Klebepistole, mit der gearbeitet wird. SRF

Heute wird aber weniger geschweisst oder geschraubt als früher. Die meisten Züge bestehen nicht mehr aus Stahl, sondern grösstenteils aus Aluminium. Kabinen oder Fenster werden geklebt. Dazu braucht es das richtige Klima in der Halle. Die richtige Temperatur und bessere Luft bedeuten auch bessere Arbeitsbedingungen.

Die Checkliste auf der Datenbrille

Die Instandhaltung wird immer komplexer. In der Werkstätte Olten setzen die SBB deshalb auch Datenbrillen ein. Die Brille ist sprachgesteuert und mit Kamera und Licht ausgerüstet.

Den Mitarbeitenden wird auf einem kleinen Bildschirm vor dem Auge etwa eine Checkliste angezeigt für die Abnahme eines sanierten Wagens. Die Liste führt durch die Arbeiten, bei Bedarf können einzelne Arbeitsschritte angezeigt werden. Dank der Brille haben sie beide Hände frei für die Arbeiten.

Unterstützung bei Fragen gibt es per Videotelefonie. Die Arbeiter können Situationen mit Experten besprechen und ihnen Livebilder senden.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 06.02.2026, 17:30 Uhr ; 

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