Variationen bei Schwarzmarkt-Cannabis: Bisher gibt es wenige Daten zu Cannabisprodukten, die auf dem Schweizer Schwarzmarkt angeboten werden. Die neue Studie von Sucht Schweiz gibt nun etwas Aufschluss. Sie zeigt einerseits, dass es grosse Unterschiede bei den Preisen gibt – zwischen 1 und 37 Franken pro Gramm variiert der Preis der untersuchten Produkten. Aber auch was den THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) angeht, gibt es grosse Unterschiede. «Wir haben Produkte gefunden von 1 Prozent THC bis hin zu 60 Prozent THC. Das sind sehr grosse Schwankungen», sagt Frank Zobel, Vize-Direktor von Sucht Schweiz und Mit-Autor der Studie. Die Studie zeigt zudem, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Preis und dem THC-Gehalt der Produkte gibt. Der Schwarzmarkt gleich somit einer Lotterie.
Die Produkte werden immer stärker und billiger.
Problem mit Cannabis-Harz: Cannabis-Harz ist konzentrierter als Blüten, trotzdem ist der Durchschnittspreis pro Gramm gemäss der Studie für Blüten höher als für Harz. Damit ist Harz mittlerweile das Produkt mit dem höchsten Wirkstoffgehalt und gleichzeitig dem tiefsten Preis auf dem Schwarzmarkt. Zudem wird Harz im Gegensatz zu Blüten in der Regel importiert. «Das ist ein allgemeiner Trend in den Drogenmärkten, die Produkte werden immer stärker und billiger», sagt Frank Zobel. Der Cannabisgehalt in Harzen sei in letzter Zeit gestiegen, auf mittlerweile rund 30 Prozent. Stärkere Produkte seien gerade für jene gefährlich, die wenig Erfahrung mit Cannabisprodukten haben oder eine weniger starke Kontrolle über ihren Konsum.
Vergleich mit Produkten aus Pilotversuch: In der Studie wurden die Cannabisprodukte vom Waadtländer Schwarzmarkt mit jenen verglichen, die im Rahmen des Pilotprojekt der Stadt Lausanne angeboten werden. Zwar sei der durchschnittliche THC-Gehalt der Harze höher und bei grossen Mengen sind die Preise auf dem Schwarzmarkt niedriger. Gemäss Frank Zobel sind die Produkte aus dem Pilotprojekt aber dennoch konkurrenzfähig mit dem Schwarzmarkt. «Die meisten Teilnehmenden der Pilotstudie sind froh, dass sie aus dem Schwarzmarkt wegkommen.» Gemäss Frank Zobel sollte man zudem vorsichtig sein mit stärkeren Produkten und billigeren Preisen in einem legalen Markt, denn das könne den problematischen Konsum ankurbeln.
Cannabis soll entkriminalisiert werden: Der Umgang mit Cannabis soll in der Schweiz neu geregelt werden und Erwachsene sollen einen legalen Zugang zu Cannabis erhalten. Die Gesundheitskommission des Nationalrats schlägt im neuen Cannabisproduktegesetz vor, Erwachsenen einen geregelten Zugang zu Cannabisprodukten zu gewähren. Denkbar wäre etwa ein Verkauf in Apotheken oder lizenzierten Fachgeschäften. Herstellung und Handel sollen reguliert werden, ohne den Konsum zu fördern. Cannabis soll aber weiterhin als Betäubungsmittel gelten. Das Gesetz tritt nach einer Beratung im Parlament frühstens 2027 in Kraft. Derzeit laufen neben dem Pilotprojekt in der Stadt Lausanne auch in anderen Schweizer Städten Pilotprojekte zur legalen Cannabisabgabe.