- Hitachi Energy will mehrere Schweizer Standorte auf einem neuen Campus konzentrieren.
- Anstatt nach Wettingen AG will das Technologieunternehmen nach Otelfingen ZH ziehen.
- Hitachi und die Gemeinde Wettingen bestätigen eine Erstmeldung der Aargauer Zeitung.
Das Interesse der Regionen am neuen Campus von Hitachi Energy ist gross. Hitachi will mit dem Neubau 1000 bestehende Arbeitsplätze sichern und 2000 neue schaffen.
Die Aargauer Gemeinde Wettingen wollte Hitachi Energy auf der grünen Wiese im Gebiet Tägerhardächer ansiedeln. Die Gemeinde und die Kantonsregierung hatten sich nebst Arbeitsplätzen auch Steuereinnahmen erhofft.
Allerdings gab es vehemente Kritik aus der Wettinger Nachbargemeinde Würenlos AG: Der Gemeindeammann setzte sich für den Erhalt der Landschaft ein und drohte mit dem Gang bis vor Bundesgericht.
Zürcher Gemeinde Otelfingen macht das Rennen
Mit dem Streit im Aargau wurde klar, dass ein lachender Dritter das Rennen machen könnte: Otelfingen ZH, nicht weit von Wettingen entfernt. Hier wurden Hitachi Energy das ehemalige Jelmoli-Gebäude und angrenzende Parzellen angeboten.
Geplanter Hitachi-Campus in Otelfingen ZH statt Wettingen AG
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Bild 1 von 3. So sieht der Campus von Hitachi Energy in Otelfingen ZH dann mal aus. Die Visualisierung hat Hitachi auf der Plattform Linkedin geteilt. Bildquelle: Hitachi Energy/Nightnurse Images, Zürich.
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Bild 2 von 3. So sieht das Gelände heute aus: Das ehemalige Jelmoli-Gebäude in Otelfingen ZH, erstellt von Architekt Roland Rohn. Es steht zum Teil unter Schutz. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. So hätte das in Wettingen aussehen können. Die Visualisierung der Architekten zeigt den geplanten Campus. Bildquelle: Theo Hotz Partner Architekten und SKK Landschaftsarchitekten.
Hier möchte das Technologieunternehmen nun also den neuen Campus errichten. Das bestätigen Hitachi Energy und die Gemeinde Wettingen gegenüber SRF. Bis 2030 werden die fünf Standorte Baden AG, Dättwil AG, Untersiggenthal/Turgi AG, Seon AG und Altstetten ZH auf dem neuen Campus zusammengeführt, teilt Hitachi mit.
Die Lage in der bestehenden Industriezone, die planbare Realisierung und die gute Erreichbarkeit hätten den Ausschlag gegeben, sagt Hitachi-Mediensprecher Andreas Bachmann. «Der neue Campus (in Otelfingen) verfügt über einen eigenen Bahnhof und unterstützt die langfristige Strategie von Hitachi.»
Das Areal in Otelfingen ZH ist elf Hektar gross. Das Gebäude gehört der Immobilienfirma Swiss Prime Site. Allerdings steht das Jelmoli-Verteilzentrum zum Teil unter Schutz.
Otelfingen freut’s, Wettingen und Aargau bedauern's
«Der Gemeinderat freut sich ausserordentlich über den heutigen Entscheid von Hitachi, sich in Otelfingen anzusiedeln», schreibt Otelfingen auf der Gemeindewebsite. «Die Ansiedlung der Energiesparte von Hitachi markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte von Otelfingen – vergleichbar mit der Ansiedlung von Jelmoli in den 60er-Jahren.»
Ende Juni hätte das Aargauer Parlament über eine entsprechende Anpassung des Richtplans diskutiert. Das fällt jetzt weg. Die gesamte bisherige Planung ist hinfällig. Der Kanton Aargau habe die rund tausend Arbeitsplätze halten wollen, teilt die Aargauer Regierung mit. «Wir bedauern, dass diese Arbeitsplätze nicht im Kanton Aargau gesichert werden konnten.»
Man hoffe trotzdem auf positive regionale Effekte über die Kantonsgrenzen hinweg und habe wertvolle Erfahrungen für weitere Ansiedlungsprojekte sammeln können, heisst es in der Mitteilung der Aargauer Regierung weiter.
Auch die Gemeinde Wettingen bedauert den Entscheid, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung. «Hitachi hatte im Rahmen seiner langfristigen Kapazitätsplanung die Wahl zwischen zwei qualitativ hochwertigen Standorten in unmittelbarer Nachbarschaft.» Die Wahl sei auf Otelfingen gefallen.
Die Enttäschung ist der ganzen Region Baden-Wettingen gross.
Die Enttäuschung sei in der ganzen Region Baden-Wettingen gross, sagt der Wettinger Gemeindeammann Markus Haas gegenüber SRF. Wettingen verliere bestehende Arbeitsplätze im Energie-Cluster Baden-Wettingen und im Energiekanton Aargau. «Das schmerzt enorm.»