Noch sieht es eher karg aus rund um den neuen Weiher auf dem Campus Irchel der Universität Zürich. Eine Ente taucht ihren Kopf ins Wasser, im Uferbereich wachsen einige grüne Büschel.
Und doch soll dieser Weiher ein Paradies für bauchige Schnauzenschnecken, eine gefährdete Wasserschnecke, und die Wasserfeder, eine seltene Wasserpflanze, werden. «Das Ziel ist ganz klar, dass man die zwei Arten hier wieder etablieren kann», sagt Philipp Schmid von der Quadra GmbH, die für die Gestaltung des neuen Lebensraums zuständig ist.
Grund für die Züglete ist ein Neubau
Die bauchige Schnauzenschnecke und die Wasserfeder erhalten beide ein neues Zuhause, weil der Campus Irchel der Universität Zürich modernisiert wird. Da die Universität ein neues Gebäude bauen will, verschwinden die beiden bisherigen Teiche.
Damit seltene Tier- und Pflanzenarten dennoch erhalten bleiben, haben der Kanton Zürich und die Universität im Irchelpark einen neuen Weiher angelegt, mit flachen Ufern, tieferen Wasserstellen und Pflanzen.
Wir haben ein Problem, weil die Arten langsam zurückgehen.
Er soll das ersetzen, was die alten Teiche bislang geboten haben – und im besten Fall sogar bessere Bedingungen schaffen, wie der Zürcher Baudirektor Martin Neukom (Grüne) bei der Eröffnung am Dienstag sagte: «Der neue Weiher ist ökologisch etwas wertvoller als die alten.»
Der Erhalt seltener Tiere und Pflanzen sei wichtig, sagt Neukom. «Wir haben ein Problem, weil die Arten langsam zurückgehen.»
Wenig Wissen für den speziellen Umzug
Die bauchige Schnauzenschnecke ist klein, ihr Häuschen wird gerade mal acht Millimeter gross. Sie steht auf der Roten Liste bedrohter Arten. Projektleiter Philipp Schmid sagt, sie lebe häufig auf der Wasserfeder.
Das ist auch ein Ausprobieren und braucht Kreativität.
Den beiden Arten einen neuen Lebensraum zu schaffen, sei gar nicht so einfach. Für beide gebe es noch wenig Erfahrung, ob und wie man sie zügeln könne. «Das ist auch ein Ausprobieren und braucht Kreativität», sagt Schmid.
Klar sei, dass die kleinen Schnecken auf Pflanzen im Wasser angewiesen seien. Deshalb habe man die Pflanzen zuerst umgesiedelt und erst danach die Schnecken. Weitere Zügelaktionen sollen folgen, wenn sich die Wasserpflanzen im neuen Weiher etabliert haben.
Weitere seltene Arten sollen folgen
In diesem Jahr stünden noch Gärtnerarbeiten an. Sein Team begrünt etwa die Umgebung und bringt Saatgut aus. Später, sagt Schmid, sei die Kontrolle wichtig. Zu diesem Zweck misst das Team etwa Wasserstände und die Wasserqualität.
Auch danach geht das Projekt weiter. Rund um den neuen Weiher im Irchelpark sollen sich zahlreiche Arten ansiedeln können – von Amphibien über Libellen bis zu Wildbienen und Kleinsäugern, eine ganze Palette.