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Neues Ticketing-System Einsteigen ohne nachzudenken im ÖV

Zug, Tram oder Bus fahren wird noch einfacher: Kosten werden künftig automatisch berechnet, ohne Ein- und Auschecken. Eine neue App dazu wird jetzt getestet.

Es ist, als wäre man mit einem Generalabonnement unterwegs: Egal, welches Verkehrsmittel man wann und wo nutzt – beim Einsteigen muss man an nichts mehr denken. Der Unterschied zum GA: Man bezahlt nicht pauschal, sondern nur für die tatsächlich genutzten Fahrten.

Eine Hand hält ein Smartphone mit der offenen SBB-App.
Legende: Kein Ein- und Auschecken mehr. Es braucht nur noch die entsprechende App um ÖV zu fahren. Keystone/Christian Beutler

Michaela Ruoss vom Branchenverband des öffentlichen Verkehrs, Alliance Swisspass, spricht von einem weiteren innovativen Schritt hin zu einer noch einfacheren Nutzung des öffentlichen Verkehrs. «Bei dieser Technologie müssen Nutzende nicht mehr daran denken, sich vor der Fahrt ein- und nach der Fahrt auszuchecken, wie dies heute beim automatischen Ticketing der Fall ist.

Hop-on, Hop-off statt Check-in und Check-out

Mit «Be in - Be out» kurz Bibo erkennt die App selbst, wann man sich im ÖV befindet, und rechnet den entsprechenden Preis nach der Fahrt ab. Man hat also automatisch ein gültiges Billett.

Das gelte natürlich auch beim Umsteigen. Auch bei der SBB begrüsst man die Weiterentwicklung des digitalen Ticketings. Denn das bisherige Check- in und Check- out das manuell ausgelöst werden muss, führt immer wieder zu unangenehmen Überraschungen, etwa wenn Fahrgäste zu spät einchecken und dadurch gebüsst werden – wie jüngste Fälle zeigen.

SBB-Zug fährt in Bahnhof ein.
Legende: Einfach einsteigen ohne nachzudenken. Dies soll auf dem gesamten ÖV-Netz in der Schweiz bald möglich sein. Keystone/Peter Schneider

SBB-Digital-Business-Leiter Parand Rohani ist deshalb überzeugt, dass mit dem neuen Bibo-System ein Kundenbedürfnis erfüllt werden kann.

Rollmaterial ist bereits parat

Das gesamte Rollmaterial der SBB sei bereits mit den nötigen Bluetooth-Installationen ausgestattet, die für die Erkennung der App erforderlich sei, so Rohani. Dabei handelt es sich um sogenannte Beacons – also kleine Signal-Sender. Ausnahmen betreffen laut Alliance Swiss Pass lediglich internationale Züge wie TGV oder ICE und wenige Spezialfälle.

Wie sich das System in der Praxis bewährt, wird ab Ende April in einem zweimonatigen Feldversuch mit rund 3000 ÖV-Nutzerinnen und -Nutzern getestet. Die SBB wartet nun die Resultate ab, will aber das neue System in der SBB-Mobile-App integrieren, sobald noch offene Fragen geklärt sind.

Bibo-Feldversuch

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Zwischen 27. April und Ende Juni 2026 können die myRIDE-Feldtest-Nutzenden Bibo testen. Ziel dieser Testphase ist es, herauszufinden, wie zuverlässig die automatische Reiseerfassung heute funktioniert, wie fair die Preise berechnet werden und wie Reisende das neue System annehmen.

Auch die Kundenorganisation «Pro Bahn» begrüsst Bibo – vorausgesetzt, dass weiterhin Alternativen bestehen. So sollen Fahrgäste nach wie vor das bisherige Easy Ride System mit Ein- und Auschecken nutzen können oder Tickets am Schalter beziehungsweise Automaten kaufen können. Laut der SBB bleibt dies gewährleistet.

Wie sieht es aus mit dem Datenschutz?

Auch beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeits­beauftragten (EDÖB) sieht man betreffend des neuen Systems keine grundsätzlichen Probleme.

Viele Leute auf dem Perron. Auf dem Gleis steht ein Zug der Appenzeller Bahnen.
Legende: Bahnfahren soll mit dem neuen «Bibo»-System noch attraktiver werden, hofft die SBB. Keystone/Gian Ehrenzeller

So schreibt der EDÖB auf Anfrage, man stehe mit der Alliance Swisspass betreffend der Einführung des neuen Systems in Kontakt und begleite das Projekt, sodass man in einer strategisch sinnvollen Phase des Projekts von Amtes wegen oder nach Erhalt von Anzeichen beratend oder aufsichtsrechtlich tätig werden könne, etwa durch die Sichtung und Prüfung einer Datenschutz-Folgenabschätzung.

Heute Morgen, 13.04.2026, 6 Uhr

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