- Am Montag wird der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, erstmals von der Walliser Staatsanwaltschaft in Sitten befragt.
- Dies im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe vom 1. Januar.
- Für einige Opferanwälte ist das viel zu spät.
«Drei Monate und zwölf Tage sind seit der Brandkatastrophe vergangen, das ist schon etwas spät», sagt der Opferanwalt Sébastien Fanti im Vorfeld der Anhörung. Dies, obwohl Gemeindepräsident Nicolas Féraud bereits am 6. Januar schwerwiegende Versäumnisse eingeräumt habe.
Romain Jordan, ein Genfer Anwalt mehrerer Opferfamilien, erwartet von dieser Befragung folgende Antworten: «Weshalb diese Versäumnisse, weshalb keine Kontrollen, weshalb hat die Gemeinde derart viele Fehler gemacht – und wer ist dafür verantwortlich?»
Nicolas Féraud traf in Begleitung seines Anwalts gegen 8.30 Uhr ein. Er wurde von Journalistinnen, Fotografen und Kamerateams erwartet. Aber er entschied sich dafür, einen Seiteneingang beim Gebäude in Sitten zu nutzen.
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana ist der achte von insgesamt neun Beschuldigten, die in diesem Fall befragt werden. Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen.
Beim Brand in der Bar «Le Constellation» waren in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben gekommen, 115 sind verletzt worden.
Fünf Tage später hat die Gemeinde Crans-Montana eingeräumt, dass die Bar seit 2019 nicht mehr kontrolliert worden war. Damals sagte Nicolas Féraud: «Wir können uns nicht erklären, warum diese Kontrollen nicht durchgeführt wurden.»