710 Wanderkilometer in 28 Tagen – diese Strecke ist Alex Hürzeler gewandert. Der ehemalige Aargauer Regierungsrat hat ein Versprechen eingelöst. Er sagte 2023 an einer Veranstaltung öffentlich, dass er bei einem Aargauer Medaillengewinn an den Olympischen Sommerspielen oder Paralympics 2024 vom Austragungsort Paris nach Hause wandern werde.
Die Aargauer Sportschützin Chiara Leone holte an den Olympischen Spielen als Erste Gold – und Alex Hürzeler musste die Wanderschuhe schnüren.
Nebst Leones Goldmedaille haben ihn zwei weitere Medaillen mit Aargauer Bezug angespornt: Para-Schwimmerin Nora Meister holte Silber und Ilaria Olgiati gewann Bronze im Rollstuhl-Badminton.
Die Wanderung nahm Alex Hürzeler ab Frühling 2025 in drei Etappen in Angriff: von Paris nach Troyes in neun Tagen, von Troyes nach Vesoul in zehn Tagen und aktuell – im Mai 2026 – von Vesoul zu seinem Heimatort Oeschgen AG in neun Tagen.
Per Smartphone durchs Niemandsland
SRF traf den wanderfreudigen Politiker kurz vor seinem Ziel, am Rheinufer bei Kaiseraugst AG. Den Weg habe er jeweils mit einer App auf dem Smartphone gefunden, erzählt Alex Hürzeler.
Aus dem Privatalbum
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Bild 1 von 5. Wenige Menschen, aber viele Tiere habe er getroffen, erzählt Alex Hürzeler. Bildquelle: Alex Hürzeler.
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Bild 2 von 5. Nebst Kühen auch Esel, Pferde und Wildschweine. Bildquelle: Alex Hürzeler.
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Bild 3 von 5. Vor dem Viadukt von Chaumont in Frankreich. Die Brücke wurde im 19. Jahrhundert gebaut. Bildquelle: Alex Hürzeler.
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Bild 4 von 5. Weite und Ruhe – eine Abwechslung zu den vielen Regierungsratssitzungen, die Hürzeler während seines Amtes als Bildungsdirektor erlebt hat. Bildquelle: Alex Hürzeler.
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Bild 5 von 5. Schloss Fontainebleau in Frankreich ist Unesco-Weltkulturerbe. Auch hier kam Alex Hürzeler entlang. Bildquelle: Alex Hürzeler.
In der weiten Landschaft in Frankreich habe es nämlich kaum Menschen, die man nach dem Weg fragen könne. «Die kleinen Dörfer gibt es zwar noch. Man sieht ab und zu ältere Menschen, Schulkinder jedoch sehr selten. Die fahren mit dem Schulbus in grössere Ortschaften. Es war daher nicht einfach, Unterkünfte oder Trinkwasser zu finden.»
Vom pulsierenden Leben in Paris auf das französische Land – da sehe man dann vor allem Tiere: Kühe, Pferde, Esel, Wildschweine, erzählt der 60-jährige Aargauer weiter. «Ich habe nie ans Aufgeben gedacht. Das Wetter war fast immer gut.»
Alex Hürzeler war jahrelang Aargauer Bildungs- und Sportdirektor. Nach seinem Rücktritt Ende 2024 hatte er Zeit für die Wanderung. Nach all den Regierungsratssitzungen sei das Wandern eine willkommene Abwechslung gewesen, erzählt er.
Zu Hause warten die Goldmedaillen-Gewinnerinnen
Körperlich habe er die Distanzen überraschend gut überstanden. «Die Muskeln hab’ ich am Abend aber schon gespürt. Und Blasen am rechten Fuss.»
Nahe der Heimat angekommen, sagte er: «Man spürt rasch, ich bin wieder in der Schweiz. Es hat gute Wanderwege und Verpflegungsmöglichkeiten.»
Zu Hürzelers Ankunft gab es ein Fest im Dorf, samt Festwirtschaft und mit Goldmedaillen-Gewinnerin Chiara Leone. Sie wanderte gar eine Teilstrecke mit bis nach Oeschgen AG. Auch Para-Schwimmerin Nora Meister und Para-Badmintonspielerin Ilaria Olgiati waren am Fest mit dabei.
Alex Hürzeler hat sein Versprechen also eingelöst. «Ich freue mich, wieder zu Hause zu sein. Und schön, sind die Medaillengewinnerinnen vor Ort. So können wir in den Erfolgen von 2024 in Paris schwelgen.»