Bettwanzen werden auch in Graubünden zunehmend zum Thema. Bereits zwei SAC-Hütten mussten wegen eines Befalls Massnahmen ergreifen. Für den Bündner Schädlingsbekämpfer Sandro Derungs ist das ein deutliches Zeichen, dass sich das Problem in den Alpen verschärft.
In dieser Saison sei die Situation aussergewöhnlich, sagt Derungs gegenüber SRF. In den vergangenen Jahren habe es in Berghütten häufiger Bettwanzen gegeben. Die Parasiten würden meist unbemerkt über Rucksäcke, Kleidung oder Schlafsäcke von Wandernden eingeschleppt.
Vor 25 Jahren hatten wir in der Schweiz praktisch keine Bettwanzen.
In Österreich, Italien und Frankreich seien sie bereits seit Jahren ein Problem. In Deutschland treffe es jede 20. Hütte einmal pro Jahr, schreibt der Deutsche Alpenverein. In der Schweiz gibt es laut dem Schweizer Alpenclub (SAC) nur vereinzelte Fälle von Bettwanzen.
Gefährlich seien die blutsaugenden Insekten für den Menschen allerdings nicht. «Es ist wie bei Mücken. Sie sind lästig und jede ist eine zu viel», sagt Schädlingsbekämpfer Derungs.
30 Jahre gegen Schädlinge im Einsatz
Aufwendig wird es, wenn die Bettwanzen einmal in einer Hütte angekommen sind. Die Tiere versteckten sich in Ritzen, Holzverkleidungen oder Matratzen und seien nur schwer aufzuspüren. Hinzu kämen die oft abgelegenen Standorte der Berghütten. Die Bekämpfung kostet laut Derungs je nach Ausmass des Befalls zwischen 1000 und 9000 Franken pro Hütte.
Der 54-jährige Domat/Emser ist seit rund 30 Jahren als Schädlingsbekämpfer in Graubünden und in der Ostschweiz unterwegs. Dabei hat er einen deutlichen Wandel erlebt: «Vor 25 Jahren hatten wir in der Schweiz praktisch keine Bettwanzen.»
Alpenvereine setzen auf Prävention
Dass Bettwanzen in Alpenhütten zunehmend zum Problem werden, zeigt auch der Blick ins Ausland. Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol haben kürzlich gemeinsam Präventionskampagnen lanciert. Der SAC wiederum empfiehlt seinen Gästen, nach Hüttenübernachtungen Schlafsäcke und Kleidung bei 60 Grad zu waschen oder die Ausrüstung für mehrere Tage einzufrieren. So soll verhindert werden, dass die Tierchen von Hütte zu Hütte wandern.
Noch handelt es sich in der Schweiz um Einzelfälle. Doch die bisherigen Meldungen dieses Sommers zeigen: Auch die Bündner Berghütten bleiben von der internationalen Bettwanzenwelle nicht verschont.