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Parasiten in Berghütten Schon zwei Bündner SAC-Hütten von Bettwanzen befreit

Bereits zwei SAC-Hütten in Graubünden sind in diesem Sommer von Bettwanzen befallen worden. Für Schädlingsbekämpfer Sandro Derungs ist das ungewöhnlich früh. Der 54-Jährige beobachtet seit Jahren eine Zunahme der Parasiten in den Alpen und spricht von einer «aussergewöhnlichen Situation».

Bettwanzen werden auch in Graubünden zunehmend zum Thema. Bereits zwei SAC-Hütten mussten wegen eines Befalls Massnahmen ergreifen. Für den Bündner Schädlingsbekämpfer Sandro Derungs ist das ein deutliches Zeichen, dass sich das Problem in den Alpen verschärft.

Zimmer mit Etagenbetten und Decken auf jedem Bett.
Legende: Bettwanzen verstecken sich in Ritzen, Holzverkleidungen oder Matratzen. (Symbolbild) Keystone/Gaetan Bally

In dieser Saison sei die Situation aussergewöhnlich, sagt Derungs gegenüber SRF. In den vergangenen Jahren habe es in Berghütten häufiger Bettwanzen gegeben. Die Parasiten würden meist unbemerkt über Rucksäcke, Kleidung oder Schlafsäcke von Wandernden eingeschleppt.

Vor 25 Jahren hatten wir in der Schweiz praktisch keine Bettwanzen.
Autor: Sandro Derungs Schädlingsbekämpfer aus Domat/Ems

In Österreich, Italien und Frankreich seien sie bereits seit Jahren ein Problem. In Deutschland treffe es jede 20. Hütte einmal pro Jahr, schreibt der Deutsche Alpenverein. In der Schweiz gibt es laut dem Schweizer Alpenclub (SAC) nur vereinzelte Fälle von Bettwanzen.

Person packt Wanderausrüstung neben einer Bergschutzhütte.
Legende: Über Rucksäcke und Kleidung können die Bettwanzen von Hütte zu Hütte mitwandern. Keystone/Alessandro Della Bella

Gefährlich seien die blutsaugenden Insekten für den Menschen allerdings nicht. «Es ist wie bei Mücken. Sie sind lästig und jede ist eine zu viel», sagt Schädlingsbekämpfer Derungs.

30 Jahre gegen Schädlinge im Einsatz

Aufwendig wird es, wenn die Bettwanzen einmal in einer Hütte angekommen sind. Die Tiere versteckten sich in Ritzen, Holzverkleidungen oder Matratzen und seien nur schwer aufzuspüren. Hinzu kämen die oft abgelegenen Standorte der Berghütten. Die Bekämpfung kostet laut Derungs je nach Ausmass des Befalls zwischen 1000 und 9000 Franken pro Hütte.

«Jäck» spürt Bettwanzen auf

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Ein Hund steht auf einem Felsen mit Wald im Hintergrund.
Legende: Bettwanzen-Jäger auf vier Pfoten: Terrier «Jäck» unterstützt Schädlingsbekämpfer Sandro Derungs. ZVG/Archiv

Seit zwei Jahren hat Sandro Derungs Unterstützung von Spürhund «Jäck». Der Terrier ist darauf trainiert, Bettwanzen aufzuspüren.

Mit einer Trefferquote von über 95 Prozent könne der Hund die kleinen Parasiten selbst in schwer zugänglichen Verstecken anzeigen, erzählt Derungs.

Der 54-jährige Domat/Emser ist seit rund 30 Jahren als Schädlingsbekämpfer in Graubünden und in der Ostschweiz unterwegs. Dabei hat er einen deutlichen Wandel erlebt: «Vor 25 Jahren hatten wir in der Schweiz praktisch keine Bettwanzen.»

Alpenvereine setzen auf Prävention

Dass Bettwanzen in Alpenhütten zunehmend zum Problem werden, zeigt auch der Blick ins Ausland. Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol haben kürzlich gemeinsam Präventionskampagnen lanciert. Der SAC wiederum empfiehlt seinen Gästen, nach Hüttenübernachtungen Schlafsäcke und Kleidung bei 60 Grad zu waschen oder die Ausrüstung für mehrere Tage einzufrieren. So soll verhindert werden, dass die Tierchen von Hütte zu Hütte wandern.

Noch handelt es sich in der Schweiz um Einzelfälle. Doch die bisherigen Meldungen dieses Sommers zeigen: Auch die Bündner Berghütten bleiben von der internationalen Bettwanzenwelle nicht verschont.

Die Bettwanze

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Nahaufnahme eines braunen Insekts mit segmentiertem Körper auf heller Oberfläche.
Legende: Bettwanzen haben eine Lebenszeit von etwa sechs Monaten. Keystone/APA/CDC/Harvard University Piotr Naskrecki

Bettwanzen saugen bereits ab dem ersten Entwicklungsstadium Blut von ihrem Hauptwirt, dem Menschen. Da sind sie etwa 1.5 Millimeter gross. Ausgewachsen sind sie bei 8.5 Millimeter. Bettwanzen werden rund ein halbes Jahr alt, sind nachtaktiv und stechen oft mehrmals nebeneinander. Auf der Haut ist deshalb oftmals eine «Wanzenstrasse» zu sehen. Ein Weibchen legt in seinem Leben bis zu 150 Eier.

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Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 15.7.2026, 6:31 Uhr ; 

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