Sportlich gesehen war es die beste Weltmeisterschaft, die die Schweizer Nati je gespielt hat, trotz des Ausscheidens im Viertelfinale gegen Argentinien.
Doch auch finanziell betrachtet, hat sich die Reise zur bisher grössten Fussball-WM nach Amerika gelohnt. Für den Schweizerischen Fussballverband und die Spieler schüttet die Fifa nun eine satte Prämie aus. Unter dem Strich bleiben mehrere Millionen Franken «Gewinn» übrig.
19 Millionen US-Dollar für den SFV
Der letzte Elfmeter von Rubén Vargas im WM-Achtelfinale gegen Kolumbien war im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Mit dem Erreichen des Viertelfinals erhalten die Nati und der Schweizerische Fussballverband SFV ein Preisgeld von 19 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 15 Millionen Franken). Auf der anderen Seite schlagen aber auch die Kosten für das WM-Abenteuer zu Buche.
«Wir haben höhere Einnahmen erzielt, das ist klar. Aber wir haben massiv mehr Ausgaben, sodass wir wahrscheinlich netto mit den Steuern ungefähr dort landen, wo wir nach der WM in Katar gelandet sind», erklärt der Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes SFV, Peter Knäbel.
Peter Knäbel rechnet mit drei Millionen Franken an Einnahmen, die nach der WM dem Schweizerischen Fussballverband SFV übrigbleibt.
Wenn man die Gruppenphase nicht überstanden hätte, hätte es ein Loch in die Kasse gerissen.
Inzwischen ist das Überstehen einer WM-Vorrunde und darüber hinaus für die Schweizer Nati auch zur finanziellen Pflicht geworden. Florian Hohmann, Dozent für finanzielle Führung an der Universität St. Gallen, erklärt: «Wenn man die Gruppenphase nicht überstanden hätte, hätte es ein Loch in die Kasse gerissen.»
Mittlerweile sei der Erfolg auch budgetiert. «Das Geld, das man einnimmt, ist schon verplant für den Amateur- und den Profifussball», sagt Hohmann.
Fifa zahlt insgesamt rund 870 Millionen Dollar Preisgeld
Insgesamt zahlt die Fifa an die teilnehmenden Mannschaften und Verbände rund 870 Millionen Dollar Preisgeld aus. Für das Erreichen des Sechzehntelfinales gibt es von der Fifa pro Team 9 Millionen US-Dollar. Der Achtelfinal bringt 11 Millionen ein. Eine Viertelfinalteilnahme wird mit 19 Millionen belohnt. Wer es ins Halbfinale schafft, erhält rund 28 Millionen. Und das Weltmeister-Team, genauer: dessen Verband, wird um 50 Millionen Dollar reicher.
Die Fifa bezahlt relativ wenig
«Erst wollte die Fifa wollte weniger auszahlen, da haben die Verbände sich beschwert», so Hohmann.
Danach sei die Fifa mit den Auszahlungen auf rund 870 Millionen Dollar hochgegangen. «Das ist aber relativ wenig», schätzt der Dozent ein.
Es wären 6.5 Prozent, die die Fifa an die teilnehmenden Verbände ausschütten würden.
Die Fifa gebe selber an, dass sie ungefähr 13 Milliarden in diesem WM-Zyklus verdienen würde. «Es wären 6.5 Prozent, die sie an die teilnehmenden Verbände ausschütten würden», sagt Florian Hohmann.