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Pride Festival in Zürich Das grösste Schweizer Festival für queere Menschen ist abgesagt

Das Zürich Pride Festival findet in diesem Jahr nicht statt. Auf den Umzug hat die Absage jedoch keinen Einfluss.

Der Grossanlass Zürich Pride findet in diesem Jahr in deutlich reduzierter Form statt. Das zweitägige Festival wurde gestern Abend an einer ausserordentlichen Generalversammlung des Vereins Zürich Pride ersatzlos gestrichen. Allerdings: Der Demonstrations-Umzug am 20. Juni soll wie geplant durchgeführt werden.

Dem Entscheid der Generalversammlung war ein Hin und Her vorausgegangen. Einerseits plagen den Verein finanzielle Sorgen, weshalb die Pride-Verantwortlichen noch vor wenigen Tagen planten, das Festival nicht mehr auf der Landiwiese, sondern auf dem kleineren Turbinenplatz durchzuführen.

Zudem wollte der Verein mit der Einführung von Ticketpreisen die Finanzierung des Anlasses sicherstellen. Zuletzt hatten verschiedene, grosse Unternehmen ihr Sponsoring für die Pride reduziert oder beendet. Die Veranstalter hätten mit mindestens 100’000 Franken weniger auskommen müssen.

Nun aber die neuerliche Kehrtwende: Die Mitglieder haben an der Generalversammlung entschieden, das Pride-Festival, an dem jeweils zehntausende Menschen teilgenommen haben, definitiv abzusagen.

Planung des Festivals wurde zur Belastungsprobe

Der Ortswechsel auf den Turbinenplatz und das Ticketing seien nicht gut angekommen, sagt Pride-Geschäftsleiterin Julia Müller gegenüber SRF. «Die Community hat deshalb den Antrag gestellt, dieses Jahr ausfallen zu lassen, damit wir uns erholen und 2027 mit neuen Ideen starten können.»

Wir sind erleichtert, dass wir uns erholen können. Ansonsten wäre der ganze Vorstand vermutlich ausgebrannt.
Autor: Julia Müller Geschäftsleiterin Verein Zürich Pride

Man habe gemerkt, dass die Zukunft der Pride die Vereinsmitglieder beschäftige, sagt Müller weiter. Rekordhohe 80 Mitglieder hätten sich an der ausserordentlichen Generalversammlung beteiligt. Und am Schluss habe sich eine deutliche Mehrheit – inklusive Vorstand – für die Absage entschieden.

«Wir sind erleichtert, dass wir uns nun erholen können», gesteht Müller. «Ansonsten wäre der ganze Vorstand vermutlich ausgebrannt.» Man habe die letzten drei Monate intensiv mit der Planung 2026 verbracht. Nun aber sei man froh, mehr Zeit für eine Neuausrichtung zu haben.

Klar dürfte jedoch schon heute sein, dass das Festival in Zukunft kleiner ausfallen wird – aus finanziellen Gründen. Julia Müller sagt: «Vor zehn Jahren war es in, queere und nachhaltige Angelegenheiten zu sponsoren. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.» Die Weltlage habe sich diesbezüglich verändert.

Deshalb wird die Pride ziemlich sicher auch nicht mehr auf der Zürcher Landiwiese stattfinden. «Dort sind die Kosten extrem hoch, weil der Platz am See liegt, sehr beliebt ist und die Infrastruktur mit Strom und Wasser verlegt werden muss.»

Neuausrichtung startet im Sommer

Müller schliesst eine Rückkehr auf das Kasernenareal in der Zürcher Innenstadt, wo auch schon Pride-Festivals stattgefunden haben, nicht aus. Am liebsten wäre ihr jedoch ein Volksfest – dezentrale Strassenfeste verteilt über die ganze Stadt. «Man darf ja träumen.»

Nun wolle man den nötigen Raum nutzen, um im Sommer mit der Planung des Festivals 2027 zu starten. Sichtbarkeit ginge bis dahin nicht verloren, es bleibe in diesem Jahr der Umzug. «Die grösste Sichtbarkeit ist die Demonstration. Und diese werden wir gross und bunt gestalten.»

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 18.2.2026, 12:03 Uhr ; 

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