Der frühere US-Aussenminister John Kerry, Filmregisseur Marc Forster oder auch Swatch-Gründer Nicolas Hayek haben eines gemeinsam: Sie alle gingen einst in der Schweiz zur Schule.
Genauer gesagt im Institut Montana, einer Privatschule auf dem Zugerberg. Eine Einrichtung, die Zug eine internationale Note verlieh – Jahrzehnte, bevor der Kanton mit Expats, Blockchain und dem Crypto Valley von sich reden machte.
Schule sollte den Weltfrieden fördern
Die Gründung reicht in die 1920er-Jahre zurück: Dr. Max Husmann, Absolvent der Universität Zürich, träumte von einer internationalen Schule. Einer Schule, die junge Menschen lehren würde, eine friedliche Welt aufzubauen.
Auf der Suche nach einem Standort stiess er auf das Areal eines früheren Hotels auf dem Zugerberg – und gründete hier 1926 das Institut Montana.
Bilder aus den Anfangszeiten der Zuger Privatschule
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Bild 1 von 6. Dr. Max Husmann, die Lehrer und Schüler im Jahr 1927. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 2 von 6. Das Institut Montana im Jahr 1930. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 3 von 6. Dr. Max Husmann, die Lehrer und Schüler beim gemeinsamen Mittagessen, um 1930. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 4 von 6. Schüler beim Üben des Maschinenschreibens auf Schreibmaschinen, um 1930. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 5 von 6. Schüler im Chemieunterricht, um 1933. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 6 von 6. Englischunterricht im Freien vor dem Chalet Suisse mit Lehrerin Emily Assenmacher, um 1933. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
Es war die Zeit zwischen den Weltkriegen. Als sich der Nationalismus anbahnte. «Max Husmann wollte Integration fördern, als der Zeitgeist eher der Segregation entsprach.» Dies sagt Alexander Biner, heutiger Verwaltungsratspräsident.
Einst als Knabenschule gegründet, nahm das Montana ab den 1980er-Jahren auch Mädchen auf. Heute besuchen rund 380 Schülerinnen und Schüler aus 55 Nationen das Institut. «Hier herrscht ein diverses Umfeld, in dem man viel über andere Kulturen lernt», sagt ein Jugendlicher.
In der Mensa, beim Lunch, hört man immer wieder unterschiedlichste Sprachen.
Eine Schülerin meint: «In der Mensa, beim Lunch, hört man immer wieder unterschiedlichste Sprachen, weit mehr als nur Deutsch und Englisch.»
Krisen bleiben ausserhalb des Klassenzimmers
Internationalität, Toleranz, Integration: Diese Werte seien Gründer Max Husmann wichtig gewesen – dafür stehe das Montana noch heute ein, sagt Alexander Biner. Gerade in Krisenzeiten sei das Institut eine Art «Oase».
Gezeigt habe sich das etwa während der Pandemie. Anders als andere Schulen blieb das Montana während Corona offen. Und war ein sicherer Hafen für Lernende, die nicht nach Hause konnten.
Einblicke in den Alltag der Privatschule
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Bild 1 von 9. Rund 380 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das Institut Montana in Zug. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 2 von 9. Sie stammen aus 55 verschiedenen Nationen. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 3 von 9. Auf dem Campus lernen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 19 Jahren. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 4 von 9. Das Schulgeld beträgt pro Jahr über 30'000 Franken (Tagesschule) respektive über 70'000 Franken (Internat). Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 5 von 9. Rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler lebt im Internat. Hier gibt es Doppelzimmer ... Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 6 von 9. ... und Einzelzimmer. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 7 von 9. Auch ein Wohnzimmer darf nicht fehlen. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 8 von 9. So sieht die Aula der Privatschule aus. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
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Bild 9 von 9. Das Institut Montana bietet Klassen von der Primar- über die Sekundarstufe bis hin zum Gymnasium an, ebenso internationale High-School-Abschlüsse. Bildquelle: zvg / Institut Montana.
Eine «Oase» ist das Montana auch seit 2022, als Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet hat. Im Institut gebe es Schülerinnen und Schüler beider Nationen, so Biner. «Wir sagten von Beginn weg: Der Konflikt findet statt, aber wir führen ihn hier auf dem Zugerberg nicht weiter.»
Schulgeld beträgt mehrere Zehntausend Franken
Das jährliche Schulgeld beläuft sich auf über 30'000 Franken (Tagesschule) respektive über 70'000 Franken (Internat).
Aussenstehende begegnen einer Privatschule nicht selten mit Vorurteilen. Etwa, dass eine solche von einer abgeschotteten Elite besucht werde. Von Kindern aus Familien, die mit dem Leben der ansässigen Zuger Bevölkerung nichts zu tun haben.
Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Familie in der Gegend wohnen.
Biner sagt: «So einfach ist es nicht. Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Familie in der Gegend wohnen.»
Nur ein Drittel der rund 380 Lernenden lebe im Internet. Zwei Drittel pilgerten täglich aus der Region auf den Zugerberg. Hier zeige sich die Entwicklung von Zug als Wirtschaftsstandort, so Biner. Heute komme die ganze Familie nach Zug zum Arbeiten. Stichwort Expats.
1970, als er selbst im Montana die Schulbank drückte, sei das Verhältnis anders gewesen. Damals habe es gerade mal eine Handvoll Tagesschüler gegeben. Der Rest stammte grösstenteils aus dem Ausland und besuchte das Internat.
Eines verbindet die Lernenden, einst wie heute: Das Montana lässt sie Kontakte knüpfen, die weit über den Zugerberg hinausreichen – und teils wohl noch Jahre danach halten.