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Privatschule auf dem Zugerberg 55 Nationen gehen hier ein und aus: Blick ins Institut Montana

Seit 1926 thront auf dem Zugerberg das Institut Montana. Die Schule wurde früh zu einem Hort der Internationalität.

Der frühere US-Aussenminister John Kerry, Filmregisseur Marc Forster oder auch Swatch-Gründer Nicolas Hayek haben eines gemeinsam: Sie alle gingen einst in der Schweiz zur Schule.

Dach eines Hauses mit Blick auf einen grossen See und hügelige Landschaft.
Legende: Institut Montana, eine Schule mit Weiblick – auch im übertragenen Sinne. zvg / Institut Montana

Genauer gesagt im Institut Montana, einer Privatschule auf dem Zugerberg. Eine Einrichtung, die Zug eine internationale Note verlieh – Jahrzehnte, bevor der Kanton mit Expats, Blockchain und dem Crypto Valley von sich reden machte.

Schule sollte den Weltfrieden fördern

Die Gründung reicht in die 1920er-Jahre zurück: Dr. Max Husmann, Absolvent der Universität Zürich, träumte von einer internationalen Schule. Einer Schule, die junge Menschen lehren würde, eine friedliche Welt aufzubauen.

Auf der Suche nach einem Standort stiess er auf das Areal eines früheren Hotels auf dem Zugerberg – und gründete hier 1926 das Institut Montana.

Bilder aus den Anfangszeiten der Zuger Privatschule

Es war die Zeit zwischen den Weltkriegen. Als sich der Nationalismus anbahnte. «Max Husmann wollte Integration fördern, als der Zeitgeist eher der Segregation entsprach.» Dies sagt Alexander Biner, heutiger Verwaltungsratspräsident.

Lächelnder Mann in Jacke vor einem Porträt in einem Zimmer.
Legende: Lebte einst selbst im Internat und präsidiert nun den Verwaltungsrat: Alexander Biner. SRF / Michael Zezzi

Einst als Knabenschule gegründet, nahm das Montana ab den 1980er-Jahren auch Mädchen auf. Heute besuchen rund 380 Schülerinnen und Schüler aus 55 Nationen das Institut. «Hier herrscht ein diverses Umfeld, in dem man viel über andere Kulturen lernt», sagt ein Jugendlicher.

In der Mensa, beim Lunch, hört man immer wieder unterschiedlichste Sprachen.
Autor: Schülerin Institut Montana

Eine Schülerin meint: «In der Mensa, beim Lunch, hört man immer wieder unterschiedlichste Sprachen, weit mehr als nur Deutsch und Englisch.»

Krisen bleiben ausserhalb des Klassenzimmers

Internationalität, Toleranz, Integration: Diese Werte seien Gründer Max Husmann wichtig gewesen – dafür stehe das Montana noch heute ein, sagt Alexander Biner. Gerade in Krisenzeiten sei das Institut eine Art «Oase».

Gezeigt habe sich das etwa während der Pandemie. Anders als andere Schulen blieb das Montana während Corona offen. Und war ein sicherer Hafen für Lernende, die nicht nach Hause konnten.

Einblicke in den Alltag der Privatschule

Eine «Oase» ist das Montana auch seit 2022, als Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet hat. Im Institut gebe es Schülerinnen und Schüler beider Nationen, so Biner. «Wir sagten von Beginn weg: Der Konflikt findet statt, aber wir führen ihn hier auf dem Zugerberg nicht weiter.»

Schulgeld beträgt mehrere Zehntausend Franken

Das jährliche Schulgeld beläuft sich auf über 30'000 Franken (Tagesschule) respektive über 70'000 Franken (Internat).

Umstrittenes Darlehen an Privatschule

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Eine Privatschule war jüngst auch Thema in der Politik: Das Zuger Kantonsparlament hat Ende April über ein Darlehen von 15 Millionen Franken an die «International School of Zug and Luzern» debattiert. Auf dem Campus in Hünenberg gehen rund 1200 Kinder und Jugendliche aus über 60 Nationen zur Schule – nun soll er ausgebaut werden.

Pro: Bedeutende Bildungsakteurin

Das Darlehen ist umstritten: Für die einen ist die Privatschule in Hünenberg eine bedeutende Bildungsakteurin und eine wichtige Arbeitgeberin. Überdies sei die internationale Schule auch ein entscheidender Standortfaktor für internationale Firmen.

Contra: Schule für Privilegierte

Gegnerinnen und Gegner argumentieren, es gehe hier um eine Privatschule «für Kinder eines kleinen, privilegierten Bevölkerungskreises». Nur ein gewisses Segment könne sich das Schulgeld leisten.

Knapp – mit 38 zu 34 Stimmen – hat der Zuger Kantonsrat entschieden, in einer weiteren Sitzung das Darlehen zu behandeln. Dann wird definitiv entschieden, ob der Kanton 15 Millionen an den Ausbau der Privatschule gibt.

Aussenstehende begegnen einer Privatschule nicht selten mit Vorurteilen. Etwa, dass eine solche von einer abgeschotteten Elite besucht werde. Von Kindern aus Familien, die mit dem Leben der ansässigen Zuger Bevölkerung nichts zu tun haben.

Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Familie in der Gegend wohnen.
Autor: Alexander Biner Verwaltungsratspräsident

Biner sagt: «So einfach ist es nicht. Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Familie in der Gegend wohnen.»

Nur ein Drittel der rund 380 Lernenden lebe im Internet. Zwei Drittel pilgerten täglich aus der Region auf den Zugerberg. Hier zeige sich die Entwicklung von Zug als Wirtschaftsstandort, so Biner. Heute komme die ganze Familie nach Zug zum Arbeiten. Stichwort Expats.

Jubelndes Mädchen im roten Fussballtrikot auf dem Spielfeld.
Legende: Das Institut Montana bietet auch zahlreiche ausserschulische Aktivitäten. zvg / Institut Montana

1970, als er selbst im Montana die Schulbank drückte, sei das Verhältnis anders gewesen. Damals habe es gerade mal eine Handvoll Tagesschüler gegeben. Der Rest stammte grösstenteils aus dem Ausland und besuchte das Internat.

Eines verbindet die Lernenden, einst wie heute: Das Montana lässt sie Kontakte knüpfen, die weit über den Zugerberg hinausreichen – und teils wohl noch Jahre danach halten.

Regionaljournal Zentralschweiz, 1.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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