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Rad-WM 2024 Tod von Muriel Furrer: Untersuchung geht von Selbstunfall aus

  • Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung zum tödlichen Sturz von Muriel Furrer bei der Rad-WM 2024 abgeschlossen.
  • Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass es sich um einen Selbstunfall ohne Fremdeinwirkung handelte.

Der Tod von Muriel Furrer schockierte im September 2024 weit über die Radsportwelt hinaus. Die 18-jährige Schweizer Juniorin stürzte während des WM-Rennens in Zürich abseits der Kameras und erlag am nächsten Tag im Spital ihren schweren Verletzungen.

Nun hat die Zürcher Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zum Fall abgeschlossen, wie Sprecher Erich Wenzinger gegenüber SRF bestätigt. Es sei nichts gefunden worden, was strafrechtlich relevant sei.

Blumen, Foto und Schweizer Flagge an Baumstamm neben Fluss.
Legende: Der Todesfall der jungen Radrennfahrerin 2024 löste im ganzen Land Betroffenheit aus. Reuters/Denis Balibouse

Die Untersuchungen zeigten, so Wenzinger, dass von einem Selbstunfall auszugehen sei. «Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Veranstalter, andere Fahrerinnen oder Drittpersonen am Sturz der Rennfahrerin mitverantwortlich sein könnten.»

Wenzinger betont, dass auch die Sicherheit auf der Rennstrecke gewährleistet gewesen sei. Und auch bei der medizinischen Notfallversorgung seien keine Strafrechtsverletzungen festgestellt worden – weder bei der Bergung noch bei der Notfallversorgung im Unispital Zürich.

Lange Rettungszeit hatte mehrere Gründe

Damit bringt die Staatsanwaltschaft nun ein wenig Licht in dieses dunkle Kapitel der Zürcher Rad-Weltmeisterschaft. Lange war die Kritik nämlich insbesondere auch an den Veranstaltern gross, weil die schwer verletzte Radfahrerin nach ihrem Unfall sehr lange nicht gefunden und versorgt wurde.

«Insgesamt ist es 82 Minuten gegangen – vom Sturz der Fahrerin bis sie gefunden wurde», sagt Erich Wenzinger von der Zürcher Staatsanwaltschaft. Dafür gebe es drei Gründe. «Erstens wurde der Sturz von niemandem gesehen. Zweitens lag die Fahrerin im Unterholz und war von der Strasse aus nicht zu sehen. Und drittens wurde beim Anlass nicht mit einem Live-Tracking gearbeitet.»

Das Fehlen dieses Live-Trackings – also das Tragen eines Senders während des Rennens – könne man dem Veranstalter aber nicht vorwerfen, weil das Tracking auch bei anderen vergleichbaren Rennen, anderen Rad-Weltmeisterschaften, nicht eingesetzt wurde.

Tour de Suisse setzt auch 2026 auf Live-Tracking

Erst bei der Tour de Suisse im letzten Jahr kamen im Radsport zum ersten Mal überhaupt GPS-Sender zum Einsatz. «Ein System für eine solche Art Velorennen auf öffentlichen Strassen hat es nicht gegeben», sagt Tour-de-Suisse-Sprecher Ueli Anken. «Und es ist bis heute nicht ab Stange kaufbar.»

Darum seien die Arbeiten am System aufwändig gewesen. «Man sieht nicht so einfach, ob sich ein Fahrer im Tross nicht mehr bewegt.» Dafür habe man zuerst eine Lösung schaffen müssen, sagt er. Der Pilot letztes Jahr habe aber so gut funktioniert, dass das System weiterentwickelt wurde und auch dieses Jahr wieder eingesetzt werde.

Entscheid kann noch angefochten werden

Wie es nun aber in Sachen Untersuchung weitergeht, ob sie wie von den Behörden angekündigt, eingestellt werden kann, ist derzeit noch offen. Ob die Familie diesen Entscheid nämlich anfechten will, hat sie noch nicht kommuniziert.

Die Eltern nähmen zur Kenntnis, dass kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliege, schreibt die Beratungsfirma MME legal, die die Familie Furrer unterstützt, auf Anfrage von SRF. Wichtig sei, dass aus dem Vorfall die richtigen Schlüsse gezogen und vergleichbare Situationen künftig verhindert würden.

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Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 30. März 2026, 12:03 Uhr ; 

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