Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Radicant-Debakel BLKB macht im Krisenjahr weniger Gewinn

  • Die Basellandschaftliche Kantonalbank BLKB schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn von 154.4 Millionen Franken ab.
  • Der Kanton Baselland als Eigentümer erhält eine Ausschüttung von 95.6 Millionen Franken.
  • Gewinn und Ausschüttung sind wegen des Abschreibers bei der Tochter Radicant tiefer als im Vorjahr.

Die BLKB hat zwar auch in ihrem Krisenjahr einen Gewinn gemacht. Allerdings fällt dieser deutlich kleiner aus, als er hätte ausfallen können, sagt Bankratspräsident Thomas Bauer.

Weisse Luftballons mit BLKB-Logo vor Schaufenster.
Legende: Der Gewinn der Basellandschaftlichen Kantonalbank hat unter der Radicant gelitten. Dennoch ist die Ausschüttung an den Kanton in etwa so hoch wie im Jahr zuvor. KEYSTONE/Georgios Kefalas

Grund ist der 100-Millionen-Abschreiber wegen der früheren Tochterbank Radicant: «Wir bedauern die Entwicklung rund um Radicant», so Bauer. Sie entspreche «nicht den Ansprüchen, die die BLKB an sich selber stellt».

Die Bank hat genügend Kapital und Kraft, um einen solchen Rückschlag zu verdauen.
Autor: Thomas Bauer Bankratspräsident BLKB

Bauer spricht von einem «geschäftlichen Misserfolg», den die BLKB aber stemmen könne. «Die Bank hat genügend Kapital und Kraft, um einen solchen Rückschlag zu verdauen.»

Fast gleich viele Millionen für den Kanton

Die Jahreszahlen waren nach dem Debakel um die Digitalbank Radicant mit besonderer Spannung erwartet worden. 2025 ging der Gewinn um sieben Prozent zurück, auf rund 154 Millionen Franken. Der Kanton Baselland erhält trotzdem rund 95 Millionen.

Im Geschäftsjahr 2024 hatte die BLKB noch einen Gewinn von 166 Millionen Franken gemacht. Das war ein Anstieg um mehr als neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für den Kanton gab es eine Gewinnausschüttung von gut 96 Millionen.

Radicant-Aus kostet bis 190 Millionen

Im vergangenen Jahr machte die Bank vor allem Negativschlagzeilen, rund um ihre ehemalige Tochter Radicant. Wegen der Onlinebank musste die BLKB über 100 Millionen Franken abschreiben.

Alles in allem werde Radicant die BLKB 180 bis 190 Millionen Franken kosten, sagt Bauer. «Darin sind auch die Kosten einberechnet fürs Herunterfahren der Radicant.» Das soll bis Ende 2026 erledigt sein.

Der Gewinn der BLKB hätte also noch deutlich höher ausfallen können, wären der Radicant-Abschreiber und die Liquidationskosten nicht gewesen. Unklar ist, wie gross der Imageverlust ist, den die BLKB dadurch erlitten hat.

Köpfe rollen wegen der Digitalbank

Den Stecker zog die BLKB bei Radicant im Herbst des vergangenen Jahres. Zuvor war ein geplanter Verkauf gescheitert. Als Folge verliessen Bankratspräsident Thomas Schneider und CEO John Häfelfinger die Kantonalbank im Sommer 2025. Der Radicant-CEO wurde ausgewechselt und Radicant-Verwaltungsratspräsident Marco Primavesi trat auf Ende 2025 zurück.

Das Radicant-Debakel wird auch politisch aufgearbeitet. Eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Kantonsparlaments untersucht den Fall.

Regionaljournal Basel, 26.3.2026, 12:03 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel