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Radsport in der Schweiz Dieses neue Konzept soll die Tour de Suisse retten

Am Mittwoch beginnt das legendäre Radsport-Event der Schweiz. Dieses Jahr wird vieles anders. Was genau und warum?

Was ändert sich? Schon letzten Herbst wurde bekannt, dass das Radrennen für die Austragung im Jahr 2026 relativ grundlegend neu aufgestellt wurde. Die ursprünglich elf Etappen des Männerrennens wurden im Laufe der Jahre auf acht Etappen reduziert, und in diesem Jahr sind es nur noch fünf. Das Frauenrennen hat dieses Jahr eine Etappe mehr als letztes Jahr. Im Ganzen sind es immer noch zehn Etappen.

Geschichten der Tour der Suisse – es gibt noch viele mehr!

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Eine Person hebt eine Pistole in die Luft vor Radfahrern auf der Startlinie in einem Stadion.
Legende: Eddy Merckx in Zürich. Keystone/STR

Die Tour de Suisse ist knapp 100 Jahre alt. Erstmals durchgeführt wurde sie im Jahr 1933. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Rennen nur zweimal ausgetragen. Legendär waren in den 50er-Jahren die Duelle zwischen Ferdi Kübler und Hugo Koblet.

1967 übernahm Sepp Voegeli die Verantwortung für die Veranstaltung. Mit einer grosszügigen Gage konnte er Eddy Merckx 1974 überzeugen, an der Rundfahrt teilzunehmen. Der erfolgreichste Radprofi aller Zeiten (525 Siege) feierte drei Etappenerfolge und war Erster im Bergpreis und in der Punkte- und Kombinationswertung.

Ab 2015 wurde die TDS auch ein Rennen für Kinder und ein Rennen für Jedermann. 2020 wurde die Tour aus Gründen der Pandemie digital und seit 2021 gibt es auch ein Rennen für Frauen. Als 2023 die viertägige Rundfahrt zum ersten Mal als UCI-Women’s-World-Tour-Rennen durchgeführt wurde, gewann die Schweizerin Marlen Reusser die Gesamtwertung. 

Was ändert sich sonst an der Durchführung der Tour de Suisse? Anders als früher, als die Etappen von A nach B führten, handelt es sich dieses Jahr um Rundkurse. Die Etappen beginnen und enden am gleichen Ort. Anders als früher finden auch die Rennen der Frauen an den gleichen Tagen an den gleichen Orten statt. Die Frauen starten jeweils am Morgen, die Männer am Nachmittag.

Gruppe von Radfahrern auf einer kurvigen Landstrasse, beobachtet von zwei Männern am Strassenrand.
Legende: Tour de Suisse früher: Bild aus dem Jahr 2011. Archiv/REUTERS/Denis Balibouse

Das Feld der Teilnehmenden ist dieses Jahr hochkarätig: Bei den Männern starten Tadej Pogacar (SLO), Primoz Roglic (SLO) oder Tom Pidcock (GBR). Die Schweiz wird nach Angaben der Organisatoren unter anderem durch Mauro Schmid, Rückkehrer Marc Hirschi und Silvan Dillier vertreten. Bei den Frauen nehmen Demi Vollering (NED), Lotte Kopecky (BEL) oder die Schweizerinnen Marlen Reusser und Elise Chabbey teil. Dies ist – so das OK – das «beste Starterfeld der Geschichte der Tour de Suisse Women». Am Start ist zudem das Schweizer Frauen-Nationalteam.

Es gibt pro Tag zwei Rennen und zwei Siegerehrungen. Die Tour de Suisse ist damit nicht mehr ganz so schnell vorbei, wie man sich gewohnt war.
Autor: Gabriela Buchs CEO von Cycling Unlimited

Was erwartet man von den Neuerungen? Es gehe vor allem darum, ein grösseres Erlebnis für Sportlerinnen und Sportler, Fans und Unterstützende zu schaffen, wie Gabriela Buchs, CEO von Cycling Unlimited, sagt: «Zwar sind es nur noch fünf Etappen bei den Männern, aber es gibt pro Tag zwei Rennen und zwei Siegerehrungen. Damit wächst das Gesamterlebnis für alle. Das Rennen ist nicht mehr ganz so schnell vorbei, wie man sich das sonst gewohnt war.» Vor allem für die Frauenrennen sieht Gabriela Fuchs grosse Vorteile: «Die Frauenrennen finden nun auf der gleichen Bühne wie die der Männer statt.» Sonst habe sich nicht viel verändert, sagt Buchs: Nach wie vor werden ganz verschiedene Regionen der Schweiz abgefahren, auch die Anforderungen an Höhenmeter und Kilometer bleiben sich gleich. An den Austragungsorten werden neben den Rennen ganztägig Veranstaltungen für Besucherinnen und Besucher abgehalten.

Etappenplan (Männer/Frauen)

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  • 1. Etappe: 17. Juni in Sondrio (144 km / 109 km)
  • 2. Etappe: 18. Juni in Locarno (158 km / 105 km)
  • 3. Etappe: 19. Juni in Bad Ragaz (158 km / 120 km)
  • 4. Etappe: 20. Juni in Aarburg (EZF über 23.8 km)
  • 5. Etappe: 21. Juni in Villars-sur-Ollon (151 km / 100 km)

    Warum wurde das Ganze neu konzipiert? Tourdirektor Olivier Senn sagt dazu: «Wir hatten verschiedene Herausforderungen in verschiedenen Bereichen.» Einerseits gehe es um die Vorbereitung der Fahrer auf die Tour de France. Sie bereiten sich nun mit kürzeren Rennen – wie der Tour de Suisse – darauf vor, und trainieren danach wieder in der Höhe. Andererseits: «Es war auch eine finanzielle Frage, wie wir Kosten sparen können. Alles wird teurer, auch bei uns, und die Einnahmen halten nicht Schritt damit. Und auch die Sponsoren haben andere Erwartungen, wir müssen ihnen andere Möglichkeiten geben, um sich zu präsentieren.» Den Sponsoren seien mittlerweile Interaktionen mit den Zuschauerinnen und Zuschauern wichtig.

    Wie nachhaltig ist die Tour de Suisse? Senn erklärt, dass Nachhaltigkeit immer eine Rolle spiele, bei allem, was für die Tour de Suisse geplant werde. Doch: «Die Tour de Suisse hat einen recht grossen logistischen Aufwand, weil wir ein Radrennen durch die ganze Schweiz machen. Aber wir bewegen weniger Fahrzeuge als früher mit dem neuen Konzept und an den einzelnen Standorten können wir der Frage der Nachhaltigkeit mehr Rechnung tragen.»

    Morgengast, SRF 1, 16.06.2026, 7:14 Uhr;liea

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