Was ändert sich? Schon letzten Herbst wurde bekannt, dass das Radrennen für die Austragung im Jahr 2026 relativ grundlegend neu aufgestellt wurde. Die ursprünglich elf Etappen des Männerrennens wurden im Laufe der Jahre auf acht Etappen reduziert, und in diesem Jahr sind es nur noch fünf. Das Frauenrennen hat dieses Jahr eine Etappe mehr als letztes Jahr. Im Ganzen sind es immer noch zehn Etappen.
Was ändert sich sonst an der Durchführung der Tour de Suisse? Anders als früher, als die Etappen von A nach B führten, handelt es sich dieses Jahr um Rundkurse. Die Etappen beginnen und enden am gleichen Ort. Anders als früher finden auch die Rennen der Frauen an den gleichen Tagen an den gleichen Orten statt. Die Frauen starten jeweils am Morgen, die Männer am Nachmittag.
Das Feld der Teilnehmenden ist dieses Jahr hochkarätig: Bei den Männern starten Tadej Pogacar (SLO), Primoz Roglic (SLO) oder Tom Pidcock (GBR). Die Schweiz wird nach Angaben der Organisatoren unter anderem durch Mauro Schmid, Rückkehrer Marc Hirschi und Silvan Dillier vertreten. Bei den Frauen nehmen Demi Vollering (NED), Lotte Kopecky (BEL) oder die Schweizerinnen Marlen Reusser und Elise Chabbey teil. Dies ist – so das OK – das «beste Starterfeld der Geschichte der Tour de Suisse Women». Am Start ist zudem das Schweizer Frauen-Nationalteam.
Es gibt pro Tag zwei Rennen und zwei Siegerehrungen. Die Tour de Suisse ist damit nicht mehr ganz so schnell vorbei, wie man sich gewohnt war.
Was erwartet man von den Neuerungen? Es gehe vor allem darum, ein grösseres Erlebnis für Sportlerinnen und Sportler, Fans und Unterstützende zu schaffen, wie Gabriela Buchs, CEO von Cycling Unlimited, sagt: «Zwar sind es nur noch fünf Etappen bei den Männern, aber es gibt pro Tag zwei Rennen und zwei Siegerehrungen. Damit wächst das Gesamterlebnis für alle. Das Rennen ist nicht mehr ganz so schnell vorbei, wie man sich das sonst gewohnt war.» Vor allem für die Frauenrennen sieht Gabriela Fuchs grosse Vorteile: «Die Frauenrennen finden nun auf der gleichen Bühne wie die der Männer statt.» Sonst habe sich nicht viel verändert, sagt Buchs: Nach wie vor werden ganz verschiedene Regionen der Schweiz abgefahren, auch die Anforderungen an Höhenmeter und Kilometer bleiben sich gleich. An den Austragungsorten werden neben den Rennen ganztägig Veranstaltungen für Besucherinnen und Besucher abgehalten.
Warum wurde das Ganze neu konzipiert? Tourdirektor Olivier Senn sagt dazu: «Wir hatten verschiedene Herausforderungen in verschiedenen Bereichen.» Einerseits gehe es um die Vorbereitung der Fahrer auf die Tour de France. Sie bereiten sich nun mit kürzeren Rennen – wie der Tour de Suisse – darauf vor, und trainieren danach wieder in der Höhe. Andererseits: «Es war auch eine finanzielle Frage, wie wir Kosten sparen können. Alles wird teurer, auch bei uns, und die Einnahmen halten nicht Schritt damit. Und auch die Sponsoren haben andere Erwartungen, wir müssen ihnen andere Möglichkeiten geben, um sich zu präsentieren.» Den Sponsoren seien mittlerweile Interaktionen mit den Zuschauerinnen und Zuschauern wichtig.
Wie nachhaltig ist die Tour de Suisse? Senn erklärt, dass Nachhaltigkeit immer eine Rolle spiele, bei allem, was für die Tour de Suisse geplant werde. Doch: «Die Tour de Suisse hat einen recht grossen logistischen Aufwand, weil wir ein Radrennen durch die ganze Schweiz machen. Aber wir bewegen weniger Fahrzeuge als früher mit dem neuen Konzept und an den einzelnen Standorten können wir der Frage der Nachhaltigkeit mehr Rechnung tragen.»