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Riskanter Spass im Wasser Freiwillige bringen Asylsuchenden das Schwimmen bei

Hitze und Sonne locken ans Wasser – für Unerfahrene kann das gefährlich werden. Für Geflüchtete gibt es deshalb spezielle Kurse.

Klare Seen, Flüsse und Freibäder gehören für viele Menschen in der Schweiz zum Sommer. Doch die vermeintliche Idylle birgt Risiken: Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz 43 Menschen ertrunken. Nach der ersten Hitzewelle dieses Jahres verzeichnet die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) bereits rund 20 tödliche Wasserunfälle.

Eindrücke aus dem Schwimmkurs

Besonders gefährdet sind Menschen, die wenig Schwimmerfahrung haben oder die Gefahren von offenen Gewässern nicht kennen. Dazu gehören auch geflüchtete Personen. Viele von ihnen sind in Ländern aufgewachsen, in denen Schwimmen nicht Teil des Alltags ist oder der Zugang zu Schwimmbädern und sicheren Lernmöglichkeiten fehlt. Der Umgang mit Seen, Flüssen und Baderegeln muss zuerst erlernt werden.

Risiken werden oft unterschätzt

Um diese Lücke zu schliessen, haben verschiedene Sektionen der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG gemeinsam mit Sektionen des Schweizerischen Roten Kreuzes SRK Kurse für Geflüchtete lanciert. Die ersten Angebote dieses Jahres sind diesen Monat gestartet.

Die Teilnehmenden lernen, Gefahren einzuschätzen und den richtigen Umgang mit Schweizer Gewässern. Vor allem aber lernen sie, dass offene Gewässer Risiken bergen, die oft unterschätzt werden.

«Hatte immer Angst vor Wasser»

In der SLRG-Sektion Weinfelden haben sich dieses Jahr acht junge Männer für den Kurs angemeldet. Die Teilnehmenden sind im Asylsystem integriert und besuchen Ausbildungen.

«Ich hatte immer Angst vor Wasser», sagt Bapiny, 18, aus dem Südsudan. Für ihn ist der Kurs wichtig, um Vertrauen zu gewinnen und sich auch in tiefem Wasser sicherer zu fühlen.

«Für Menschen, die nicht in der Schweiz aufgewachsen sind, ist es schwieriger einzuschätzen, wie sich Wasser verhält», sagt Christoph Merki, Mediensprecher der SLRG. Entscheidend sei deshalb, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen, wie man sich richtig verhalte.

Der Kurs ist für die Teilnehmenden kostenlos, die Instruktorinnen und Instruktoren arbeiten freiwillig.

Grosse Badekultur – aber keine Selbstverständlichkeit

Die Schweiz hat eine ausgeprägte Badekultur. Viele Kinder lernen früh schwimmen, Seen und Flüsse gehören im Sommer zum Alltag. Auch im Lehrplan 21 ist die Sicherheit im Wasser ein Thema.

Und trotzdem gibt es Lücken: Gemäss SLRG haben 13 Prozent der 13- bis 15-Jährigen nie einen sogenannten Wassersicherheitsunterricht besucht. Das sei ein Risiko, sagt Christoph Merki. Denn nur wer die Gefahren und Risiken kennt, kann sich auch davor schützen.

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Tagesschau, 14.07.2026, 19:30 Uhr; noes

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