- Die ersten Zugvögel sind nach dem Überwintern im Süden wieder in ihren Brutgebieten in der Schweiz eingetroffen.
- Vor allem einige der sogenannten Kurzstreckenzieher seien bereits wieder zurück, heisst es von der Vogelwarte Sempach.
- In den nächsten Wochen werden weitere Vogelarten wieder hierher zurückkehren.
Auf der Beobachtungsplattform ornitho.ch wird aktuell ein Anstieg der Sichtungen von Staren und Singdrosseln verzeichnet. Zwar überwintern einzelne Stare in der Schweiz, ein Teil von ihnen fliegt für die kalte Jahreszeit aber nach Südeuropa. Auch Singdrosseln gelten als Kurzstreckenzieher, die den Winter im Mittelmeerraum verbringen.
Neben den vermehrten Sichtungen einiger Kurzstreckenzieher hat auch der Vogelzugradar der Vogelwarte Sempach in den letzten Nächten einen Anstieg der Vogelbewegungen registriert.
Das Radargerät auf dem Dach der Vogelwarte zeichnet rund um die Uhr die Bewegungen der Vögel auf, die über die Vogelwarte ziehen. Da rund zwei Drittel der Zugvögel nachts ziehen, deute ein Anstieg der nächtlichen Vogelbewegungen auf den Start des Vogelzuges hin, hiess es von der Vogelwarte.
Mehr Wintergäste in der Schweiz als üblich
Neben den Vögeln, die in der Schweiz brüten aber weiter südlich überwintern, gibt es auch Vögel, die ihre Brutgebiete weiter nördlich haben und die Schweiz als Winterquartier nutzen. Noch habe keiner dieser Wintergäste die Schweiz in Richtung Norden verlassen, sagte Livio Rey von der Vogelwarte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dies sei jeweils erst im März und April der Fall.
Generell hat dem Experten zufolge der eher kalte Winter im Norden dazu geführt, dass nordische Wintergäste dieses Jahr vermehrt in der Schweiz überwintert haben. Dazu gehörten etwa Zwergsäger oder Rothalstaucher.
Fahrplan richtet sich nach innerer Uhr
Das Wetter kann den Fahrplan für die Rückkehr in die Brutgebiete der Vögel laut der Vogelwarte um einige Tage verschieben. Der Wintereinbruch in der letzten Woche führte laut Rey dazu, dass früh aus dem Mittelmeerraum zurückkehrende Arten eher noch im Süden blieben. Auf Langstreckenzieher, die um Moment noch in Afrika südlich der Sahara sind, hat dies aber keinen Einfluss.
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Entscheidend für den Zeitpunkt der Rückkehr ist für die meisten Vogelarten eine in den Genen verankerte innere Uhr. Diese richtet sich nach der Tageslänge. Bei einer bestimmten Tages- und Nachtlänge werden Hormone aktiviert, die die Vögel rastlos machen.
Diese starke innere Uhr wird zunehmend zu einem Problem für die Vögel. Denn durch die Klimaerwärmung beginnt in Europa der Frühling jedes Jahr früher. Zwar haben viele Zugvögel laut Beobachtungen ihren Zeitplan deshalb in den letzten 30 Jahren geringfügig angepasst. Allerdings erfolgt diese Anpassung bei vielen Arten zu langsam. Dadurch verpassen sie die besten Bedingungen für ihre Brutzeit. Für einige Vogelarten wurde denn auch nachgewiesen, dass sie dadurch weniger Junge haben oder diese weniger gut ernähren.