Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Rückkehr aus dem Süden Die ersten Vogelarten sind wieder zurück in der Schweiz

  • Die ersten Zugvögel sind nach dem Überwintern im Süden wieder in ihren Brutgebieten in der Schweiz eingetroffen.
  • Vor allem einige der sogenannten Kurzstreckenzieher seien bereits wieder zurück, heisst es von der Vogelwarte Sempach.
  • In den nächsten Wochen werden weitere Vogelarten wieder hierher zurückkehren.

Auf der Beobachtungsplattform ornitho.ch wird aktuell ein Anstieg der Sichtungen von Staren und Singdrosseln verzeichnet. Zwar überwintern einzelne Stare in der Schweiz, ein Teil von ihnen fliegt für die kalte Jahreszeit aber nach Südeuropa. Auch Singdrosseln gelten als Kurzstreckenzieher, die den Winter im Mittelmeerraum verbringen.

Drei Stare auf einem Draht bei blauem Himmel.
Legende: Einige Stare sind letzten Herbst gar nicht zum Überwintern in den Süden geflogen, andere sind bereits wieder zurück aus ihrem Winterquartier und nochmals andere werden bald folgen. Keystone/Alaa Badarneh

Neben den vermehrten Sichtungen einiger Kurzstreckenzieher hat auch der Vogelzugradar der Vogelwarte Sempach in den letzten Nächten einen Anstieg der Vogelbewegungen registriert.

Vögel richten sich nach klarem Zugplan

Box aufklappen Box zuklappen

Die verschiedenen Zugvögel richten sich für ihre Rückkehr nach einem klaren Zeitplan. Vogelarten, die im Mittelmeerraum überwintert haben und daher eine kürzere Route zurücklegen müssen, treffen generell früher ein als jene, die aus dem weit entfernten tropischen Afrika heimkehren.

Ende Februar kehren in der Regel neben den Staren die Rotmilane zurück – falls sie zum Überwintern überhaupt noch in den Süden geflogen sind. Mit den Zwergdommeln und Sumpfrohrsängern machen die letzten Vögel erst Mitte Mai den Abschluss des Vogelzuges.

Ausserdem treffen jeweils nicht alle Individuen einer Art gleichzeitig in ihren Brutgebieten ein. Bei den Rauchschwalben werden die ersten Exemplare in der Schweiz beispielsweise meist um den 20. März gesichtet, die letzten erst Ende Mai. Bei vielen Arten treffen die Männchen zudem mehrere Tage vor den Weibchen ein, um einen guten Brutplatz zu besetzen.

Das Radargerät auf dem Dach der Vogelwarte zeichnet rund um die Uhr die Bewegungen der Vögel auf, die über die Vogelwarte ziehen. Da rund zwei Drittel der Zugvögel nachts ziehen, deute ein Anstieg der nächtlichen Vogelbewegungen auf den Start des Vogelzuges hin, hiess es von der Vogelwarte.

Mehr Wintergäste in der Schweiz als üblich

Neben den Vögeln, die in der Schweiz brüten aber weiter südlich überwintern, gibt es auch Vögel, die ihre Brutgebiete weiter nördlich haben und die Schweiz als Winterquartier nutzen. Noch habe keiner dieser Wintergäste die Schweiz in Richtung Norden verlassen, sagte Livio Rey von der Vogelwarte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dies sei jeweils erst im März und April der Fall.

Rotmilan im Flug vor blauem Himmel.ü
Legende: Bald werden bei uns auch jene Rotmilane wieder ihre Kreise am Himmel ziehen, die für die Überwinterung in den Süden gezogen sind. Keystone/Boris Rössler

Generell hat dem Experten zufolge der eher kalte Winter im Norden dazu geführt, dass nordische Wintergäste dieses Jahr vermehrt in der Schweiz überwintert haben. Dazu gehörten etwa Zwergsäger oder Rothalstaucher.

Fahrplan richtet sich nach innerer Uhr

Das Wetter kann den Fahrplan für die Rückkehr in die Brutgebiete der Vögel laut der Vogelwarte um einige Tage verschieben. Der Wintereinbruch in der letzten Woche führte laut Rey dazu, dass früh aus dem Mittelmeerraum zurückkehrende Arten eher noch im Süden blieben. Auf Langstreckenzieher, die um Moment noch in Afrika südlich der Sahara sind, hat dies aber keinen Einfluss.

Link zum Thema:

Entscheidend für den Zeitpunkt der Rückkehr ist für die meisten Vogelarten eine in den Genen verankerte innere Uhr. Diese richtet sich nach der Tageslänge. Bei einer bestimmten Tages- und Nachtlänge werden Hormone aktiviert, die die Vögel rastlos machen.

Diese starke innere Uhr wird zunehmend zu einem Problem für die Vögel. Denn durch die Klimaerwärmung beginnt in Europa der Frühling jedes Jahr früher. Zwar haben viele Zugvögel laut Beobachtungen ihren Zeitplan deshalb in den letzten 30 Jahren geringfügig angepasst. Allerdings erfolgt diese Anpassung bei vielen Arten zu langsam. Dadurch verpassen sie die besten Bedingungen für ihre Brutzeit. Für einige Vogelarten wurde denn auch nachgewiesen, dass sie dadurch weniger Junge haben oder diese weniger gut ernähren.

SRF 4 News, Nachrichten, 22.2.2026, 12:30 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel