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Saurier-Forschung Mona Lisa der Dinosaurier: Schweizer Sensationsfund in den USA

In den USA stösst ein Schweizer Team auf einen seltenen Wunderfund: den Schädel eines jungen Camarasauriers.

«Da dreht man durch, wenn man einen Kiefer findet, bei dem noch die Zähne drin sind. Und dann sieht man auch das Nasenbein, den ganzen Schädel, den Hinterkopf. Das sind so seltene Momente.» Momente, die sich für Forscherinnen und Saurierexperten anfühlen wie ein Sechser im Lotto.

Yolanda Schicker-Siber ist die Direktorin des Sauriermuseums im zürcherischen Aathal, und sie schwärmt von einem der spektakulärsten Funde ihres Grabungsteams. Im US-Bundesstaat Wyoming entdeckten sie nämlich einen praktisch komplett erhaltenen Schädel eines jungen Camarasauriers.

Nur zwei Exemplare weltweit

Der Fund gleicht einer Sensation, obschon es zuerst gar nicht danach aussah: An der Grabungsstätte tauchten im Gestein lediglich ein paar Knochen auf. Mit der Bewilligung des Landbesitzers packte das Saurierteam den ganzen Felsbrocken ein und verfrachtete ihn in die Schweiz.

Das Schweizer Grabungsteam im Einsatz in den USA

Normalerweise finden Forscher von dieser Dinosaurierart nur zersplitterte Einzelteile. Die Kopfknochen sind derart filigran. Deshalb konnte Präparator Nils Knötsche sein Glück kaum fassen, als er im Gestein keine einzelnen Splitter, sondern einen gut erhaltenen Saurierkopf entdeckte.

«In meiner 25-jährigen Karriere als Präparator habe ich noch nie einen so gut erhaltenen Schädel eines jungen Camarasauriers gesehen», sagt er. Er schätzt, dass 99 Prozent des Schädels noch erhalten sind. «Das ist wirklich eine prähistorische Mona Lisa.»

Spezialisten an der Arbeit: Seltener Saurierfund wird präpariert

Tatsächlich wurde in den letzten hundert Jahren weltweit nur einmal ein weiteres Exemplar gefunden, das ähnlich gut erhalten ist – das war 1925, ebenfalls in den USA.

Zahnschmelz sagt viel über das Leben der Tiere aus

Der Paläontologe Emanuel Tschopp von der Freien Universität Berlin will nun die beiden Schädel der Jungsaurier miteinander vergleichen. Und erhofft sich davon neue Erkenntnisse über die Ur-Echsen.

Gerade aus den Zähnen können die Forscher sehr viel herauslesen, so Tschopp. «Man sieht anhand der chemischen Zusammensetzung des Zahnschmelzes, ob die Tiere gewandert sind, was sie gefressen haben oder welches Klima damals herrschte.»

Frau mit Brille vor Dinosaurierschädel.
Legende: Museumsdirektorin Yolanda Schicker-Siber freut sich, den Schädel des Camarasauriers bald ausstellen zu können. SRF

Den Sensationsfund können Interessierte im Sauriermuseum im Kanton Zürich ansehen. Später wird er dann von den Wissenschaftlern genauer unter die Lupe genommen – um dem Geheimnis der Urzeit-Echsen einen Schritt weiter auf die Spur zu kommen.

Schweiz aktuell, 2.4.2026, 19 Uhr ; 

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