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Schnelles Internet für alle Wie steht es um das Glasfasernetz in Ihrer Gemeinde?

Bis 2035 soll es in der Schweiz ein flächendeckendes Glasfasernetz geben. Regionen haben zum Teil kaum damit angefangen.

Die Schweiz will verbunden sein durch schnelles Internet. Deswegen treibt der Bundesrat einen Ausbau der leistungsfähigeren Glasfaserkabel voran. Der Bundesrat hat sich dem «sehr schnellen Internet» mit einem Förderprogramm bis zu 730 Millionen Franken verschrieben.

Der Fokus liegt dabei auf dem ländlichen Raum, damit kein digitaler Stadt-Land-Graben entsteht. 2019 sprach sich das Stimmvolk von Teufen AR genau dafür aus: Jedes noch so abgelegene Haus soll einen Glasfaseranschluss haben. Gemeindepräsident Reto Altherr sagt: «Die Streusiedlung gehört hier dazu. Alle Einwohner sollen gleich behandelt werden.»

So funktioniert ein Glasfaserkabel

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Nahaufnahme eines Kabelquerschnitts mit bunten Drähten.
Legende: Fasern in Röhrli in einem Rohr in einem Rohr. Keystone/DPA/Klaus-Dietmar Gabbert

Beim Verlegen der Glasfaserkabel spricht Thomas Schwarz, Verantwortlicher für Glasfaser bei den SAK, von einem «Rohr-in-Rohr-in-Rohr-System»: «Im Boden liegen Rohre mit etwa zehn Zentimeter Durchmesser. In diese Rohre hinein kommen kleinere Rohre. In diese kleineren Rohre kommen nochmals Plastikröhrli. Und da drin liegen die Glasfaserkabel.» Ein Prinzip wie bei einer Matrjoschka.

Die Glasfaserkabel sind sehr filigran. In einem Kabel mit der Dicke eines Daumens sind 500 Fasern drin. Diese Fasern können dank winzig kleiner Spiegel innen drin extrem schnell Daten übermitteln, erklärt Thomas Schwarz: «Hier drin würde man sich selbst sehen. Das passiert auch mit den Signalen. Es hat einen Laser, der hier reinleuchtet wie ein Morse-System. Das Geblinke wird über Kilometer übertragen, entschlüsselt, die Daten werden aufbereitet und kommen so beim Kunden an.»

Ein Blick auf die Karte zeigt den digitalen Graben teilweise. Ländliche, gebirgige Regionen wie die Kantone Jura, Graubünden, Tessin oder Uri sind nur zu einem kleinen Teil an die Glasfaserinfrastruktur angeschlossen.

Die zehn grössten Schweizer Städte haben ein gut ausgebautes Glasfasernetz. Vorneweg gehen Winterthur (99.8 Prozent), St. Gallen (99.7) und Zürich (99.5). Auch Basel, Lausanne, Bern, Luzern und Genf erreichen einen Wert von über 93 Prozent.

Person hält bunte Kabelstränge auf einer Baustelle.
Legende: Der vollständige Glasfaserausbau in der Schweiz soll bis 2035 abgeschlossen sein – ein ambitioniertes Ziel, aber mit dem neuen Breitbandfördergesetz des Bundes nicht unmöglich. Keystone/TI-Press/Carlo Reguzzi

Hinterher hinken bei den grössten Städten Biel mit 85.9 Prozent, vor allem aber Lugano. Dort ist mit 51.5 Prozent gerade mal etwas mehr als die Hälfte aller Wohn- und Geschäftsgebäude mit Glasfaser versorgt.

Insgesamt gibt es in der Schweiz 2110 Gemeinden, jede mit eigenen Herausforderungen – sei es die Grösse, die Topografie, die Lage. 75 Gemeinden besitzen bislang nicht einen einzigen Glasfaseranschluss, dabei stechen die Kantone Waadt (28) und Bern (16) heraus.

Acht Gemeinden erreichen bei der Glasfaserquote 100 Prozent: Dozwil TG, Abtwil AG, Hemishofen SH, Buckten BL, Berken BE, Scheuren BE, Bellmund BE und Meienried BE. Bemerkenswert: Dies sind alles ländliche Gemeinden mit einer teilweise winzigen Bevölkerungszahl. Berken zum Beispiel hat nur 45 Einwohner.

Kaum Baustellen und Verkehrsbehinderungen

Die Fortschritte der einzelnen Gemeinden könnten unterschiedlicher nicht sein. Für den Ausbau zuständig sind private Telekommunikationsfirmen und die lokalen Infrastrukturbetreiber.

Die Vermutung liegt nahe, dass, wo Glasfaserkabel gezogen werden, die Strassen aufgerissen werden müssen und so Baustellen und Ampeln zu sehen sind. Doch dem ist nicht so. Für den Einzug von Glasfaserkabeln können die bestehenden Leitungen genutzt werden.

Person mit orangefarbenem Helm in einem Schacht.
Legende: Für den Einzug von Glasfaserkabeln sind keine langwierigen Baustellen und Verkehrsbehinderungen nötig. Durch ein effizientes System mit einem Luftkompressor können die Kabel von einem Ort mehrere hundert Meter weit gezogen werden. Keystone/Alessandro Della Bella

Und damit zurück nach Teufen AR. Dort baut der regionale Energieversorger SAK das Netz aus. Die Zahl der Baustellen sei überschaubar, sagt Benjamin Jost, Bauleiter Glasfasernetz: «Die Aussengebiete, die wir erschlossen haben, unterteilen wir in verschiedene Teilzonen und schätzen anhand der bestehenden Werkleitungspläne ab, wo Grabungen nötig sind.»

Mit Luft zum Ziel

Seit 15 Jahren bauen die St.-Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke das Netz aus, investierten dafür rund 100 Millionen Franken und verlegten bereits 6000 Kilometer Kabel. Und dies nur mit punktuellen Grabungen. Das ist möglich, indem man die bestehenden Rohre nutzt.

Benjamin Jost erklärt: «Wir blasen mit einem Kompressor Luft durch ein Rohr. Mithilfe des Luftstroms schieben wir ein Kabel ein. Die Luft minimiert die Reibung zwischen Kabel und Rohr.» So könne man relativ einfach ein Kabel auf einer Länge mehrerer hundert Meter bis zu einem Kilometer durch ein Rohr schieben.

Dieses System wird bis 2035 noch Tausende Male angewandt werden müssen. Bis das Ziel erreicht ist.

Regionaljournal Ostschweiz, 16.7.2026, 6:31 Uhr ; 

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