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Schüsse auf Marienbild Gericht verurteilt Sanija Ameti zu einer Geldstrafe

  • Sanija Ameti stand am Mittwoch wegen Störung der Glaubensfreiheit vor dem Zürcher Bezirksgericht.
  • Die 33-Jährige verweigerte jegliche Aussage.
  • Das Bezirksgericht Zürich verurteilt Ameti zu einer bedingten Geldstrafe sowie einer Busse.

Die ehemalige Zürcher GLP-Politikerin steht vor Gericht, weil sie im September 2024 auf Instagram einen Post veröffentlichte, auf dem zu sehen ist, wie sie auf eine Reproduktion der Darstellung Madonna mit Kind schiesst. Unter dem Bild stand «Abschalten». Sie löschte den Post rasch wieder, doch die öffentliche Empörung blieb.

In den Sozialen Medien entwickelte sich ein regelrechter Shitstorm. Ameti verlor ihren Job als Kommunikationsberaterin in einer PR-Agentur und wurde von GLP-Präsident Jürg Grossen zum Austritt aus der Partei aufgefordert. Die Empörung über ihren Post war so gross, dass Sanija Ameti und ihre Familie zeitweise unter Polizeischutz gestellt werden mussten. Unterdessen ist die 33-Jährige aus der GLP ausgetreten und wird im März ihren Sitz im Zürcher Stadtparlament nicht mehr verteidigen. Auch das Co-Präsidium der Operation Libero wird sie abgeben.

Sanija Ameti erscheint am Mittwoch vor Gericht. Weigert sich aber die Fragen des Richters zu beantworten.
Legende: Sanija Ameti erscheint am Mittwoch vor Gericht. Weigert sich aber die Fragen des Richters zu beantworten. Keystone/Claudio Thoma

Zum Gerichtsprozess kommt es, weil Ameti, die in einer muslimischen Familie aufgewachsen ist, sich selber aber als Atheistin bezeichnet, angezeigt wurde. Von den vielen Privatklägerschaften sind einige auch im Gerichtssaal vor Ort, etwa der Coronamassnahmenkritiker Nicolas Rimoldi und der Präsident der Jungen SVP Schweiz Nils Fiechter.

Mit dem Wegschiessen von Maria und Jesuskind habe Ameti maximale Geringschätzung gegenüber gläubigen Christen zum Ausdruck gebracht, sagte der Staatsanwalt vor Gericht. Die öffentliche Inszenierung ihrer Schiessübung sei eine bewusste Provokation von Ameti gewesen, die schon in der Vergangenheit gerne provoziert habe. Wegen Störung der Glaubensfreiheit fordert die Staatsanwaltschaft eine bedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 100 Franken sowie eine Busse über 2500 Franken.

Tiefere Strafe als gefordert

Die Verteidigung will einen Freispruch für Sanija Ameti. Ihr Verteidiger sagte, dass sich Ameti der Bedeutung des Bildes nicht bewusst gewesen sei. Sie habe einfach irgendein Bild aus einem Auktionskatalog gerissen und als Zielscheibe verwendet. Sie sei zu der Zeit überarbeitet und in einer emotionalen Ausnahmesituation gewesen, sagte der Verteidiger. Ameti selbst hatte schon vor dem Prozess ausgesagt, dass der Post auf Instagram eine Dummheit gewesen sei, für die sie sich kurz darauf auch entschuldigt hatte.

Das Gericht verurteilt Sanija Ameti zu einer bedingten Strafe von 60 Tagessätzen zu 50 Franken und eine Busse von 500 Franken. Damit fällt die Strafe etwas geringer aus als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Sie habe wissentlich gehandelt und die Bilder veröffentlicht, sagte der Richter. Daher sei der Straftatbestand der Störung der Glaubensfreiheit erfüllt. Dass der öffentliche Frieden gestört wurde, zeige auch der massive Shitstorm und die Drohungen, die sie erhalten habe.

Gefühle von Christen wohl ohne Absicht verletzt

Sie habe mit den Schüssen auf Jesus und Maria zwar die Gefühle von Christen verletzt, habe dies wohl aber nicht absichtlich getan, sagte der Richter. Zudem habe sie ihren Fehler schnell eingesehen. Daher hat das Gericht die geforderte Strafe reduziert. Die zahlreichen Privatkläger erhalten keine Entschädigung. Sie können dies noch auf dem zivilrechtlichen Weg einfordern. Sanija Ameti kann das Urteil ans Zürcher Obergericht weiterziehen.

Heute Morgen, 28.01.2026, 06:00 Uhr ; 

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