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Schuhhersteller «On» Bleibt das Schweizerkreuz auf den On-Schuhen, Herr Hoffmann?

Das Schweizer Schuh- und Bekleidungsunternehmen On verfolgt eine aggressive Wachstumsstrategie. Nicht nur in den USA, sondern auch in China gewinnt das Unternehmen Marktanteile hinzu. On-Chef Martin Hoffmann erzählt im Gespräch, warum On in China weiterhin Schuhe mit dem Schweizerkreuz verkauft, obwohl die Schuhe zum grossen Teil in Vietnam produziert werden. Und er beantwortet die Frage, warum gewisse On-Schuhe in der Schweiz 30 Prozent mehr kosten als in den USA.  

Martin Hoffmann

CEO und CFO von On

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Martin Hoffmann ist der CEO und CFO der Schuh- und Bekleidungsfirma On. Bevor er 2013 zu On kam, wirkte er als CFO bei Valora Retail.

 SRF-News: On möchte in China weiter Marktanteile gewinnen, verkauft dafür weiterhin Schuhe mit einem Schweizerkreuz drauf. Werden Sie nicht rot, wenn die On-Schuhe hauptsächlich in Vietnam produziert werden?

Martin Hoffmann: Nein, überhaupt nicht. Weil unsere Innovation aus der Schweiz kommt. Alle unsere Produktentwickler sitzen am Schweizer Hauptsitz, und es ist uns wichtig, dass die Schweizer Innovation auch sichtbar ist. Wir präsentieren heute das Jahresergebnis an der New Yorker Börse. Und wir merken hier, wie wichtig die Schweizer Herkunft für die Marke On ist.

Wir sind in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Institut für Geistiges Eigentum.

Ihnen werden die missbräuchliche Verwendung des Schweizerkreuzes und Verstoss gegen Herkunftsbezeichnungen vorgeworfen. Bleibt das Schweizerkreuz auf den On-Schuhen, oder wie lange möchten Sie noch mit den Behörden streiten?

Wir sind in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Institut für Geistiges Eigentum. Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen. Es ist noch zu früh, um zu verkünden, was das Ergebnis sein wird. Und am Ende geht es uns allen darum, den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken. Wir haben 1200 Leute in unserem Zürcher Büro, und das wollen wir in die Welt hinaustragen können.  

Am meisten Umsatz macht On in Nord- und Südamerika. Wie stark haben Sie die US-Zölle letztes Jahr gespürt?

Uns belasten die Zölle, aber sie schränken uns nicht so stark ein, dass wir uns in den USA nicht mehr als Marke positionieren können. Der Absatz war in den USA letztes Jahr stark, wir hatten eine gute Feriensaison rund um den Black Friday und den Cyber Monday. Und wir gehen davon aus, dass wir auch dieses Jahr in den USA die Gewinnmarge erhöhen können.

Heisst das, dass Sie die Zölle mehr oder weniger den Konsumentinnen und Konsumenten in den USA weitergeben konnten?

Nein, wir haben nur einen kleinen Teil der zusätzlichen Zölle auf die Preise umgeschlagen und nur bei einigen Produkten. Es gibt viele Faktoren, die die Preise beeinflussen. Wir können die Zölle etwas ausgleichen, indem wir unsere globale Lieferkette effizient handhaben und zusammen mit unseren Fabriken an der Automatisierung arbeiten.

Unsere Preise setzten wir je nach Region anders, auch in China sind die Preise höher als in den USA.

Der On Schuh «Cloud Tilt» kostet in den USA 170 Dollar, in der Schweiz kostet der gleiche Schuh 220 Franken. Wie rechtfertigen Sie das, wo der Schuh doch in Vietnam produziert wird?

Unsere Preise setzten wir je nach Region anders, auch in China sind die Preise höher als in den USA. Ausserdem sind die Löhne an unserem Zürcher Standort höher als in den USA. Wir müssen im jeweiligen Markt wettbewerbsfähig sein. Und wir reinvestieren in die Schweiz. Zum ersten Mal seit 2021 wachsen wir nun auch im Schweizer Markt wieder.

Wie hoch ist die Gewinnmarge, und warum wächst nur der Umsatz?

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On hat für das Jahr 2025 eine Brutto-Gewinnmarge von 62.8 Prozent ausgewiesen. Das heisst, dass für einen Schuh der 100 Franken kostet, nach Abzug aller direkten Produktionskosten noch 62 Franken 80 übrig bleiben, zum Beispiel für Marketing-Ausgaben. Wenn ein Schuh 200 Franken kosten, dann bleiben On nach Abzug der Produktionskosten 125 Franken 60 übrig.

On hat weltweit zum ersten Mal über 3 Milliarden Franken Umsatz gemacht. Während On aggressiv wächst, mit einem Umsatz Plus von weltweit 36 Prozent, schrumpfte aber der Reingewinn um 15.9 Prozent auf 203 Millionen Schweizer Franken. Das liegt daran, dass On sehr viel Geld fürs Marketing und für Partnerschaften ausgibt, um noch mehr Marktanteile dazuzugewinnen. In der Schweiz arbeitet On etwa mit den Kambundji Schwestern zusammen. Weltweit mit der US amerikanischen Schauspielerin Zendaya oder etwa Roger Federer, der unterdessen Mitinhaber von On ist.

Wie viel verdienen Sie an einem Schuh, der in der Schweiz im Laden 200 Franken kostet?

Unsere Vision ist es, die stärkste Premium-Marke zu werden, mit Innovation aus der Schweiz. Wir haben eine Brutto Gewinnmarge von 62.8 Prozent. Vieles von diesem Geld fliesst dann aber weiter in den Markenaufbau.  

 Das Gespräch führte Pascal Lago.

SRF 4 News, 03.03.2026, 12:30 Uhr ; 

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