«Wir werden gegen Katar gewinnen», ist Noëlle McGregor überzeugt. Sie wohnt seit neun Jahren in den USA, ist Lehrerin an der «German International School» in San Francisco und gebürtige Glarnerin.
«Als wir erfuhren, dass das Spiel hier stattfindet, haben wir sofort Tickets gekauft. Es fühlt sich an wie ein Stück Heimat.»
Noëlle McGregor schaut sich das Spiel gemeinsam mit ihrem Partner Eric an. Er ist Amerikaner, geboren und aufgewachsen in San Francisco. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er Zuschauer in einem Fussballstadion.
Noëlle sagt, sie könne ihrem Partner mit bei diesem Spiel ein Stück von ihrer Kultur zeigen. Denn Fussball sei in den USA weniger verbreitet als Football. Aber auch Eric freut sich auf das Spektakel dieser Grossveranstaltung.
Amerikanerinnen und Amerikaner ziehe an der WM vor allem an, dass sie die besten der besten Fussballspieler in Aktion zu sehen bekommen. Doch ausserhalb der WM lägen andere Sportarten bei Sportinteressierten höher im Kurs als Fussball.
Am meisten freue ich mich auf die Community der Schweizer.
Auch für Noëlle ist es das erste Mal, das sie die Nati live spielen sieht. Nun hat sie die Gelegenheit ergriffen, das lasse sie sich nicht entgehen – trotz hoher Ticketpreise.
«Als wir das erste Mal geschaut haben, kosteten die Tickets für Stehplätze um die 7000 Franken. Wir haben dann noch gewartet, bis die Preise herunter gingen.»
Doch die hohen Ticketpreise trüben die Vorfreude von Noëlle nicht. «Am meisten freue ich mich auf die Community der Schweizer und aufs Schweizerdeutsch sprechen.»
Community der Schweizer Fans
Schon gestern Freitag stimmen sich Noëlle und Eric auf das Fussballfieber ein. In einem Restaurant beim Pier 39 schauen sie gemeinsam mit anderen Schweizer-Nati-Fans das Spiel USA gegen Paraguay.
Draussen auf der Terrasse trifft Noëlle den Schweizer Influencer Loris Zimmerli. Er ist schon einen Tag zuvor in San Francisco gelandet.
Auch er ist Fussballfan und kennt den Schweizer Nati-Spieler Cedric Itten persönlich. Deshalb sei es für ihn trotz der aktuellen politischen Lage der USA etwas mehr selbstverständlich gewesen, wegen der WM in die USA zu reisen.
«Die Preise dieses Jahr sind viel zu teuer. Aber so oft gibt es diese Möglichkeit nicht», sagt Zimmerli. Ihm bedeute es viel, Schweizer-Nati-Fan zu sein. «Man spürt hier eine gewisse Verbundenheit mit den Fans. Für mich ist es ein Geschenk, ein Fan der Schweizer Nati sein zu dürfen.»
Die Schweiz in den USA zu vertreten, ist ein paar Franken wert.
Auch Roger ist Fan der Schweizer Nati und für die WM in die USA gereist. «Wir geben richtig Vollgas», sagt er. Er ist zuversichtlich, was die Resultate anbelangt. «Wir wollen nicht arrogant sein, wir sind bodenständig, aber ich sage: drei Spiele, neun Punkte.»
Wie viele andere Fussballfans findet auch Roger, die hohen Ticketpreise seien nicht korrekt. «Der Fan sollte Platz haben.» Das Problem sei die Fifa.
Für Roger ist das aber kein Hindernis, um der Schweiz die Daumen zu drücken. «Es geht nicht um Kosten, es geht um Emotionen. Die Schweiz in den USA zu vertreten, ist ein paar Franken wert. Davon bin ich überzeugt.»