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Schweizer Luftraum Sicherheits-System: Skyguide streitet Mängel nicht ab

Läuft bei der Flugsicherungsgesellschaft Skyguide etwas nicht rund, hat das sofort weitreichende Folgen für Flugunternehmen und Passagiere. Ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle EFK zeigt: Skyguide hat beim eigenen Sicherheits-System Handlungsbedarf.

Erst letzte Woche musste der Luftraum über Genf rund eine Stunde gesperrt werden, weil Skyguide ein Problem mit einem Software-Update hatte. Zwischenfälle wie dieser vor knapp zehn Tagen könnten immer passieren, sagt Fernando Guntern von der Eidgenössischen Finanzkontrolle. «Vorfälle kann man nicht grundsätzlich vermeiden, die werden immer wieder stattfinden.»

Flughafen-Kontrollturm mit Bergen im Hintergrund.
Legende: Blick auf den Kontrollturm des Flughafens Cointrin in Genf. (Archivbild) Reuters/Pierre Albouy

Entscheidend sei, wie schnell Skyguide auf solche Zwischenfälle reagieren könne, so dass es möglichst zu keinem Unterbruch der Flugsicherheit komme. «Und da gibt es noch Verbesserungspotenzial», so Guntern.

Die Schwachstellen beim Notfallsystem von Skyguide sind schon länger bekannt. Spätestens seit Juni 2022, als über Stunden kein Flugzeug den Schweizer Luftraum passieren konnte wegen einer Informatikpanne bei Skyguide. Seither habe die Flugsicherungsgesellschaft zwar Massnahmen in einzelnen Handlungsfeldern getroffen, aber das reiche nicht, sagt Guntern.

«Skyguide muss von diesen Einzelsystemen wegkommen und das Gesamtsystem anschauen und die ganzen Sachen auch regelmässig testen.» Der Hebel müsse beim Management angesetzt werden. «Man muss dieser ganzen Notfall-Vorsorge und Krisenvorsorge mehr Priorität beimessen und klar regeln, wie Zuständigkeiten sind und das auch regelmässig üben», sagt Guntern.

Im entsprechenden Fall wissen wir, was machen.
Autor: Urs Lauener Betriebsleiter Skyguide

Die Flugsicherung streitet die Mängel nicht ab. Fahrlässig sei man aber nicht, sagt Urs Lauener, Betriebsleiter bei Skyguide. «Im entsprechenden Fall wissen wir, was machen.» Man werde aus Sicherheitsgründen den Himmel leeren und dann gehe es darum, dass man so schnell wie möglich wieder zurück in Betrieb könne. «Dort haben wir Verbesserungspotenzial, wenn es um die Fristigkeit geht», sagt Lauener.

Empfehlungen der EFK werden ernst genommen

Skyguide rechtfertigt sich: Um für Vorfälle besser gerüstet zu sein, habe das Geld gefehlt. Priorität hatte in den vergangenen Jahren ein stabiler Tagesbetrieb. Nun handelt die Flugsicherung aber. Man nehme die Empfehlungen der EFK ernst, schreibt Skyguide in einer Stellungnahme.

Geplant seien Infrastrukturprojekte wie etwa ein Ausweich-Kontrollturm im Flughafen Zürich. Auch prüfe man in Notfallsituationen eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee oder der Swisscom. Und Mitarbeitende sollen besser geschult und trainiert werden. Bis wann Skyguide die Mängel im Krisenmanagement behoben haben will, lässt das Unternehmen offen.

Heute Morgen, 5.2.2026, 6 Uhr ; 

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