Die eisigen Temperaturen der letzten Tage haben zahlreiche Seen und Weiher zufrieren lassen. So auch einen Teil des Bodensees auf deutscher Seite, den Gnadensee.
Er liegt im unteren Teil des Bodensees bei der Insel Reichenau. Seit der Seegfrörni tummeln sich zahlreiche Menschen auf der Eisfläche.
Eislaufen, Eishockey spielen, spazieren, Würstchen grillieren – die Eisfläche ist innert Kürze zum beliebten Treffpunkt für Gross und Klein geworden. Offiziell wurde der vereiste Bodenseeabschnitt von den Behörden nicht freigegeben. Was die Besucherinnen und Besucher nicht davon abhält, ihn zu betreten.
Die deutsche Wasserschutzpolizei ist mit einer Patrouille auf dem See unterwegs. Sie kontrolliert regelmässig die Eisdicke. Gefährlich werde es vor allem weiter draussen, so die Polizei. Der Gnadensee ist rund 800 Meter breit. Etwa ein Drittel davon ist laut Polizei mit einer Eisschicht belegt. Drei Menschen sind bereits im Eis eingebrochen, konnten aber gerettet werden.
Erinnerungen an die Seegfrörni von 1963 kommen auf
Die Bilder erinnern an die Seegfrörni von 1963. Damals fror der gesamte Bodensee zu. Es war deshalb problemlos möglich, von der Schweiz nach Deutschland über den See zu spazieren.
Die Eisschicht des Bodensees war damals so dick, dass sogar Velos und Autos herumfuhren und kleinere Flugzeuge starten und landen konnten. Zum Beispiel in der bekannten Hafeneinfahrt von Lindau.
Bei allem Spektakel mussten auch auf dem See die Vorschriften eingehalten werden. Auch Schweizer Polizisten mit Schlittschuhen und Funkgerät waren auf dem zugefrorenen Bodensee zugegen. Und deutsche Grenzbeamte kontrollierten die Pässe.
Ein Mann soll damals gar den gesamten Bodensee auf Schlittschuhen umrundet haben. Die weniger Wagemutigen schnallten sich statt Kufen lieber selbstgebastelte Antirutsch-Vorrichtungen an die Füsse.
Wetterumschwung lässt Eis schmelzen
In den kommenden Tagen klettern die Temperaturen zeitweise wieder über den Gefrierpunkt. Dann werde das Betreten des zugefrorenen Sees deutlich gefährlicher, warnt die deutsche Wasserschutzpolizei. In Ufernähe dürfte die Eisschicht noch eine Weile bleiben. Für weitere Schlittschuhrunden auf dem Gnadensee bräuchte es aber erneut eine längere Kälteperiode.