Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Seegfrörni am Bodensee Teile des Bodensees zugefroren – Polizei warnt

Die eisige Kälte liess Teile des Bodensees gefrieren. Zur Freude vieler Eisläuferinnen und Eisläufer. Einige erinnern sich an die grosse Seegfrörni 1963. Aber: Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

Die eisigen Temperaturen der letzten Tage haben zahlreiche Seen und Weiher zufrieren lassen. So auch einen Teil des Bodensees auf deutscher Seite, den Gnadensee.

Er liegt im unteren Teil des Bodensees bei der Insel Reichenau. Seit der Seegfrörni tummeln sich zahlreiche Menschen auf der Eisfläche.

Menschen schlittschuhlaufen und ziehen Schlitten auf gefrorenem See.
Legende: Am Dreikönigstag, einem Feiertag in Baden-Württemberg, war die Natureisfläche besonders gut besucht. Keystone / DPA / Felix Kästle

Eislaufen, Eishockey spielen, spazieren, Würstchen grillieren – die Eisfläche ist innert Kürze zum beliebten Treffpunkt für Gross und Klein geworden. Offiziell wurde der vereiste Bodenseeabschnitt von den Behörden nicht freigegeben. Was die Besucherinnen und Besucher nicht davon abhält, ihn zu betreten.

Verschneite Landschaft mit gefrorenem See und Wolken am Himmel.
Legende: SWR / Gerald Pinkenburg

Die deutsche Wasserschutzpolizei ist mit einer Patrouille auf dem See unterwegs. Sie kontrolliert regelmässig die Eisdicke. Gefährlich werde es vor allem weiter draussen, so die Polizei. Der Gnadensee ist rund 800 Meter breit. Etwa ein Drittel davon ist laut Polizei mit einer Eisschicht belegt. Drei Menschen sind bereits im Eis eingebrochen, konnten aber gerettet werden.

Vereister See mit Menschen und Schilf im Vordergrund.
Legende: SWR / Esther Leuffen

Erinnerungen an die Seegfrörni von 1963 kommen auf

Die Bilder erinnern an die Seegfrörni von 1963. Damals fror der gesamte Bodensee zu. Es war deshalb problemlos möglich, von der Schweiz nach Deutschland über den See zu spazieren.

Menschen überqueren zugefrorenen See in winterlicher Landschaft.
Legende: Bilder, die im Gedächtnis bleiben: Wie eine Ameisenkolonne überquerten Menschen am 22. Januar 1963 den Bodensee bei Ermatingen/TG. Keystone/Photopress-Archiv/Brüll

Die Eisschicht des Bodensees war damals so dick, dass sogar Velos und Autos herumfuhren und kleinere Flugzeuge starten und landen konnten. Zum Beispiel in der bekannten Hafeneinfahrt von Lindau.

Schneebedeckte Menschenmenge am Hafen mit Flugzeug und Leuchtturm.
Legende: Keystone/STR

Bei allem Spektakel mussten auch auf dem See die Vorschriften eingehalten werden. Auch Schweizer Polizisten mit Schlittschuhen und Funkgerät waren auf dem zugefrorenen Bodensee zugegen. Und deutsche Grenzbeamte kontrollierten die Pässe.

Gruppe von Menschen auf einer Eisfläche, mehrere in Winterkleidung.
Legende: Keystone/Photopress-Archiv/Krebs

Ein Mann soll damals gar den gesamten Bodensee auf Schlittschuhen umrundet haben. Die weniger Wagemutigen schnallten sich statt Kufen lieber selbstgebastelte Antirutsch-Vorrichtungen an die Füsse.

Drei Personen mit improvisierten Schuhen auf Schnee.
Legende: Keystone/Photoarchiv/Krebs

Wetterumschwung lässt Eis schmelzen

In den kommenden Tagen klettern die Temperaturen zeitweise wieder über den Gefrierpunkt. Dann werde das Betreten des zugefrorenen Sees deutlich gefährlicher, warnt die deutsche Wasserschutzpolizei. In Ufernähe dürfte die Eisschicht noch eine Weile bleiben. Für weitere Schlittschuhrunden auf dem Gnadensee bräuchte es aber erneut eine längere Kälteperiode.

Menschen spielen und laufen auf zugefrorenem See im Winter.
Legende: SWR / Esther Leuff

Zürcher Seen bleiben vorerst gesperrt

Box aufklappen Box zuklappen

Die derzeitige Eiseskälte hat schon mehrere kleinere Gewässer im Kanton Zürich komplett zufrieren lassen. Das Betreten ist bisher aber verboten, weil das Eis noch nicht genügend tragfähig ist. Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft SLRG empfiehlt, eine Eisdicke von 10 bis 12 Zentimetern abzuwarten, bis ein Gewässer für die Bevölkerung freigegeben werden kann. Die Zürcher Polizeien prüfen derzeit an mehreren Orten, ob diese Mindestdicke erreicht ist.

Radio SRF 1, «Nachmittagsstunde», 7.1.2026, 14 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel