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Seelisberg UR Wie es fliegende Yogis in ein Urner Bergdorf zog

In den 1970er-Jahren wurde Uri zum Zentrum einer weltweiten Meditationsbewegung. Ein neuer Film erzählt ihre Geschichte.

«Ein indischer Guru kommt in ein Schweizer Bergdorf und bringt alles durcheinander.» So bringt der Filmemacher Felice Zenoni den Inhalt seines neusten Werks «Namaste Seelisberg» auf den Punkt. Zwei sehr unterschiedliche Kulturen prallten aufeinander, als Maharishi Mahesh Yogi und seine Anhängerschaft in den 1970er-Jahren in Seelisberg UR angekommen sind.

Mehrere Personen in traditioneller Kleidung bei einer Zeremonie, Blumen und Dekorationen sichtbar.
Legende: Der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi (rechts) während einer von ihm gehaltenen Pressekonferenz im Grandhotel Sonnenberg in Seelisberg im Jahr 1978. Keystone

Maharishi Mahesh Yogi war der Begründer und Anführer einer neohinduistischen Meditationsbewegung. Sie wurde bekannt unter dem Namen «Transzendentale Meditation». Zu Spitzenzeiten hatte sie nach eigenen Angaben über zwei Millionen Anhängerinnen und Anhänger weltweit.

Gruppe von Menschen lächelt und hält Blumen.
Legende: Ende der 1960er-Jahre begann sich die Flower-Power-Bewegung für Maharishi Mahesh Yogis Lehre zu interessieren. Bilder wie dieses mit den Beatles machten den Guru im Westen bekannt. Keystone

Auch in der Schweiz fanden die spirituellen Ideen des indischen Gurus Anklang. Anfang der 1970er-Jahre erwarb ein Teil seiner Anhängerschaft das Grandhotel Sonnenberg in der kleinen Urner Gemeinde Seelisberg, um darin zu leben und zu meditieren.

Historisches Gebäude mit verschneitem Eingang und Kuppel.
Legende: Das Grandhotel Sonnenberg in Seelisberg war seit 1972 Hauptsitz der Bewegung «Transzendentale Meditation». Die Hotelanlage mit mehreren Nebengebäuden ist über 50'000 Quadratmeter gross. Keystone/Urs Flüeler

Zeitweilig waren es über 300 Personen, die in den ehemaligen Hotelräumen der Lehre Maharishi Mahesh Yogis folgten. Er selbst kam per Helikopter regelmässig persönlich vorbei.

Personen praktizieren Meditation vor einem Banner über Weltfrieden.
Legende: Teilnehmer einer Veranstaltung zur «Transzendentale Meditation» üben sich im sogenannten «yogischen Fliegen». Guru Maharishis kostenpflichtiges Programm sollte zur Loslösung von der Schwerkraft führen – und zum Weltfrieden. Keystone

«Die spirituelle Bewegung traf auf eine katholisch geprägte Bevölkerung in einem traditionellen Schweizer Bergdorf», beschreibt der Filmemacher Felice Zenoni die explosive Situation in Seelisberg in den 1970er-Jahren. Zu Beginn hätten die Menschen in Seelisberg ablehnend reagiert. Unter anderem seien Gerüchte kursiert über den angeblichen Drogenkonsum der Yogis.

Mann in Winterjacke und Kappe in einem leergeräumten Saal.
Legende: Inzwischen haben die Yogis das Grandhotel Sonnenberg wieder geräumt. Filmemacher Felice Zenoni steht im grossen Saal, den die Gemeinschaft bis vor Kurzem noch für Veranstaltungen nutzte. SRF

Über die Jahrzehnte hätten sich die Yogis und die Einheimischen aneinander gewöhnt, sagt Felice Zenoni, der für seinen Film mit Personen von beider Seiten gesprochen hat. «Und die Dorfbevölkerung merkte, dass sich mit den Yogis Geschäfte machen lassen.» Beispielsweise verkauften sie ihnen Blumen.

Geschmückter Altar mit Blumen, Gemälden und beleuchtetem Bild.
Legende: Ein Andenken an Maharishi Mahesh Yogi im Grandhotel Sonnenberg, fotografiert im Jahr 2021. In der Yogi-Gemeinschaft gab es einen Personenkult um den Guru. SRF

Ende letzten Jahres ging die Ära der Yogis in Seelisberg zu Ende. Bereits mit dem Tod von Maharishi Mahesh Yogi im Jahr 2008 verlor die Bewegung an Bedeutung. In den letzten Jahren lebten noch knapp zwanzig Yogis im Grandhotel Sonnenberg. Schliesslich verkauften sie die Hotelanlage an eine Luzerner Immobilienfirma, die sie wieder als Hotel und für Wohnungen nutzen will. «Für die Bevölkerung in Seelisberg ist es ein Neuanfang», meint Filmemacher Felice Zenoni.

«Namaste Seelisberg» an den Solothurner Filmtagen

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Der Film «Namaste Seelisberg» feiert seine Premiere an den 61. Solothurner Filmtagen. Sie finden vom 21. bis 28. Januar 2026 statt.

Regionaljournal Zentralschweiz, 23.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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