Was kann der Skiteppich? Der 6 mal 11 Meter grosse Teppich funktioniert wie ein überdimensionales Laufband. Er ist steil gestellt, bewegt sich konstant bergab und wird mit Wasser benetzt, damit die Skier gleiten. Bis zu vier Personen können gleichzeitig fahren. Geschwindigkeit und Neigung lassen sich variieren, sodass Schwünge, Rhythmus und Technik präzise trainiert werden können. «In zwanzig Minuten sind bis zu tausend Schwünge möglich – deutlich mehr als an einem Tag auf dem Gletscher», sagt Marco Rast gegenüber SRF. Er ist einer der Initianten der Halle in Ennenda, vergleichbare Anlagen gibt es in der Schweiz bisher in Saillon VS und in Sigirino TI.
Warum wird die Halle gebaut? Sechs Privatpersonen, darunter der Glarner Ex-Abfahrer Jürg Grünenfelder, wollen eine regionale Alternative zu teuren Gletschertrainings und zu teuren Reisen ins Ausland schaffen. «Sommertrainings auf Schnee werden wegen des Klimawandels, der Kosten und der körperlichen Belastung immer schwieriger», sagt Marco Rast. Er ist selbst Mitglied des Skiclubs Egg im Züricher Oberland und Vater zweier sportbegeisterter Kinder. Der Skiteppich solle Nachwuchsathleten eine effiziente, nahe gelegene und ökologisch sinnvollere Trainingsmöglichkeit bieten.
Wer wird den Skiteppich nutzen? Primär richtet sich die Anlage an Clubs sowie regionale und nationale Leistungszentren. Im Sommer sollen Gruppenstunden und Abos angeboten werden. Während bis zu vier Kinder auf dem Teppich fahren können, trainieren die übrigen an Geräten oder im Aufwärm-Bereich. Im Winter, wenn die Athletinnen und Athleten auf den Pisten sind, steht die Halle auch Privatpersonen und Firmen zur Verfügung. Ideal sei sie dann auch für verletzte Sportlerinnen und Sportler, die nach einer Pause wieder in den Rhythmus finden müssen – ohne Wellen, Löcher oder wechselnde Schneebedingungen.
Was bringt das Training auf dem Teppich? «Der Teppich ersetzt den Schnee nicht», sagt Rast. Er ermögliche aber ein effizientes Technik-Training. Bewegungsabläufe liessen sich sich unter konstanten Bedingungen üben – ohne Wartezeiten, ohne Liftfahrten, ohne wechselnde Pistenverhältnisse. Besonders für Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren sehe er den Teppich als gutes Werkzeug, um Grundlagen zu festigen.
Warum eine Halle ohne Schnee? Eine Halle mit künstlicher Skipiste wäre laut Rast in der Schweiz zu teuer und «ökologisch schwer vertretbar». Der Teppich benötige an heissen Tagen rund 20 Liter Wasser pro Stunde, und die Halle müsse nicht gekühlt werden. Das halte den Energieverbrauch tief. Damit sei die Lösung deutlich nachhaltiger als Skihallen im Ausland.
Was kostet die Halle? Der Teppich kostet rund 200’000 Franken. Insgesamt rechnen die Initianten mit Investitionskosten von 380'000 Franken. Für Garderoben, Duschen und den Aufwärm-Bereich läuft ein Crowdfunding über 60’000 Franken; mehr als die Hälfte sei bereits zugesagt. Weitere Kosten entstehen durch Miete, Strom, Wasser und Coachs. Sponsoren sollen zusätzliche Unterstützung leisten. Der Skiteppich wird von einer holländischen Firma hergestellt und Mitte Mai nach Ennenda geliefert. Die neue Skihalle soll Mitte Juni eröffnet werden.