- Der Zürcher Perückenhersteller Rolph AG hat seit Anfang Jahr so viel Echthaar wie noch nie erhalten.
- Spenden für die Brandopfer von Crans-Montana kämen aus der Schweiz, Liechtenstein, Italien und Frankreich.
- Mit bis sechsmal mehr Einsendungen ist die Firma aktuell mehr als ausgelastet.
Erfahrung mit Echthaar-Spenden hat die Firma aus Kloten ZH schon länger. Seit 1965 stellt das Familienunternehmen Perücken her, etwa für Krebspatientinnen. Seit der Katastrophe von Crans-Montana gingen aber unzählige Spenden ein.
Offizielle Haarspendenempfängerin ist die Rolph AG seit fünf Jahren. Normalerweise würden etwa 20 Couverts pro Woche eintreffen. Jetzt erhalte die Firma zwischen 100 und 120 Einsendungen pro Woche.
Jede Spende hat ihre eigene Geschichte.
Hauptsächlich verantwortlich für den Anstieg sei wohl ein Westschweizer Blogger, wie CEO Sabrina Kaiser-Kossmayr sagt. Dieser habe auf Instagram aufgezeigt, wie man nach der Brandkatastrophe helfen kann. «Dazu zählte er auch das Spenden von Haaren und gab unsere Website an», so Kaiser-Kossmayr.
Täglich packen die Mitarbeitenden Couverts aus. Man sei jetzt seit dem 4. Januar bei 12 bis 15 Kilogramm. In den Couverts seien Kinderzeichnungen, Botschaften und Fotos beigelegt. Und auf den Umschlägen seien Herzchen und Blumen gemalt.
Die grosse Aufgabe bewältigen die Mitarbeitenden neben dem Tagesgeschäft. Personal hat das Unternehmen nicht aufgestockt.
Die Haare werden sehr genau ausgewählt. Sie dürfen nicht gefärbt oder bearbeitet sein. Die Haare, die als Zöpfe eingeschickt werden, müssen mindestens 30 Zentimeter lang sein, wobei ein Zopf allein nicht für eine Perücke reiche. Rund 80 Stunden brauche es, um eine solche herzustellen.
Bis die Brandopfer von Crans-Montana eine Perücke aufsetzen könnten, dauere es wegen des Heilungsprozesses noch rund sechs Monate. «Bis dahin sollten wir genügend Material haben». Ob die Perücken zu den Personen passen, sei aber offen. Das hänge von den Vorstellungen der Brandopfer ab, so Kaiser-Kossmayr.