Türen, Fenster, Dächer, Mauern – und sogar ein Aquarium sind gestern nach dem Sprengstoffunfall im Weiler Luckhausen in Illnau-Effretikon beschädigt worden. Und zwar im Umkreis von bis zu zehn Kilometern um den Ereignisort. Das schreibt die Kantonspolizei Zürich in einer Mitteilung.
Bis Donnerstagvormittag seien über 70 Meldungen eingegangen. «Der Sachschaden lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen», sagt Alexander Renner von der Kantonspolizei Zürich gegenüber SRF. Was beim Sprengstoffunfall genau passiert ist, sei ebenfalls noch nicht klar. «Die Ermittlungen sind immer noch am Laufen», sagt er.
Sprengmittel explodierten
Kurz nach 13 Uhr am Mittwoch begann eine private Sprengfirma auf dem Gelände der Versuchs- und Schulungsanlage Tätsch mit dem Vernichten von mehreren Hundert Kilogramm Sprengmittel.
Auf dem Gelände werden vor allem Kurse zu Sprengtechnik und Brandschutzübungen durchgeführt. Die Sprengmittel, die eigentlich hätten abbrennen sollen, explodierten.
Dadurch entstand vor Ort ein Krater mit mehreren Metern Durchmesser. Zwei Personen haben sich leicht verletzt. Die Druckwelle war weitherum zu spüren und führte zu grösseren Schäden bei mehreren Gebäuden und Unterständen auf dem Gelände. Bei den Verletzten handelte es sich um zwei Mitarbeiter der betroffenen Firma. Sie wurden vor Ort medizinisch betreut.
Kantonspolizei ist weiterhin vor Ort
Die Kantonspolizei setzt laut Mitteilung die Arbeiten am Schadensplatz auf dem Sprenggelände Tätsch fort. Am Mittwoch seien bei der Spurensicherung noch weitere Explosivstoffe sichergestellt worden, die nicht abtransportiert werden können.
Laut Kantonspolizei vernichten Spezialisten des Zürcher Entschärfungsdiensts des Forensischen Instituts Zürich diese derzeit in mehreren Tranchen an Ort und Stelle. «Deshalb sind wahrscheinlich weitere Explosionen in der Umgebung hörbar», sagt Alexander Renner. Wie lange die Arbeiten andauern werden, kann die Polizei noch nicht abschätzen. Das Gelände Tätsch und die Umgebung seien aus Sicherheitsgründen abgesperrt.